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Medizin

31.03.2020

Für Kinder erklärt: Alles, was du jetzt über das Coronavirus wissen musst

So haben Lilly, Sophie, Lara und Ina von der Leopold-Mozart-Grundschule in Leitershofen bei Augsburg das Corona-Thema zu Papier gebracht.
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So haben Lilly, Sophie, Lara und Ina von der Leopold-Mozart-Grundschule in Leitershofen bei Augsburg das Corona-Thema zu Papier gebracht.
Bild: Repro: Susanne Mayr

Viele Menschen auf der Welt machen sich gerade Sorgen wegen eines Krankheitserregers. Hier erfährst du mehr über das Corona-Virus und die neuesten Entwicklungen.

Es ist winzig klein und nur mit einem besonderen Mikroskop zu erkennen. Dennoch versetzt zurzeit ein Virus die Welt in Angst und Schrecken. Mehrere tausend Menschen haben sich angesteckt, bei uns sind zurzeit Schulen und Kitas geschlossen. Damit du verstehst, was gerade geschieht, beantworten wir dir hier ein paar Fragen (Stand 31. März 2020, 1 Uhr).

Was ist ein Virus?

Ein Virus ist ein winzig kleiner Krankheitserreger. Mit bloßem Auge und einem normalen Mikroskop ist er nicht sichtbar. Gegen manche Viren kannst du dich durch eine Impfung schützen. Um die Viren besser unterscheiden zu können, bekommen sie Namen und werden Gruppen zugeordnet.

Warum heißt das neue Virus so seltsam?

Als das Virus entdeckt wurde, hatte es zunächst den Namen 2019-nCoV. Das ist eine Abkürzung. Die Zahl stehen für das Jahr, in dem das Virus zum ersten Mal aufgetaucht ist. Die Buchstaben stehen für "novel Coronavirus ", das heißt übersetzt: neuartiges Coronavirus. Es gehört also zur Familie der Coronaviren. Die haben ihren Namen, weil sie unter dem Mikroskop wie eine Krone oder ein Kranz aussehen: auf Lateinisch heißt diese Form Corona. Seit Februar hat das Virus einen neuen Namen: Sars-CoV-2. Das Virus ist nämlich mit einem Sars-Virus verwandt. Und auch die Krankheit, die von Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann, hat nun einen Namen: Covid-19. Das ist die Abkürzung für " Co rona Vi rus D isease 20 19 ", was aus dem Englischen übersetzt heißt: Corona-Virus-Erkrankung.

So sieht das neue Virus unter dem Elektronenmikroskop aus. Das ist ein besonderes Mikroskop, mit dem Dinge stark vergrößert werden können.
Bild: Health Protection Agency/dpa

Wie viele Infizierte gibt es?

Weltweit sollen sich schon mehr als 700 000 Menschen infiziert haben. Für die meisten von ihnen war das Virus nicht gefährlich. Über 86 000 von ihnen sind wieder gesund, heißt es. Es sind aber auch schon Menschen an Covid-19 gestorben: Weltweit sollen es über 164000 Menschen sein. In Deutschland sind über 66000 Menschen infiziert. Über 600 sind bisher gestorben. Die John Hopkins Universität in der US-amerikanischen Stadt Baltimore sammelt weltweit Zahlen zu Corona-Erkrankten.

Was löst das Virus aus?

Infizierte Menschen können die schwere Lungenerkrankung Covid-19 bekommen. Sie klagen dann über Fieber, Husten und Lungenschmerzen. Es gibt aber auch Menschen, die infiziert sind und gar nichts davon spüren. Besonders ältere und sehr kranke Menschen sind anfälliger für eine Infektion, sagen Experten. Für diese Menschen ist eine Infektion auch gefährlicher, heißt es. Experten gehen bisher davon aus, dass für gesunde Kinder und Jugendliche das Virus nicht gefährlich ist.

Wo ist das Virus plötzlich hergekommen?

Forscher vermuten, dass zuerst ein Wildtier das Virus hatte und dieses dann einen Menschen angesteckt hat. So eine Übertragung kann zum Beispiel passieren, wenn Menschen etwa mit Blut oder Fleisch von infizierten Tieren Kontakt haben. Die ersten Fälle sind in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten. Viele infizierte Menschen hatten dort einen Markt für Wildtiere besucht. Vermutlich war eine Fledermaus damit infiziert, sagen Forscher. Weil jeden Tag viele Millionen Menschen mit Flugzeugen, Autos und Zügen verreisen, konnte das Virus schnell in andere Länder getragen werden. Damit sich der Krankheitserreger nicht so schnell weiterverbreiten kann, wurden in China einige Städte abgeriegelt. Das heißt: Niemand darf sie verlassen. So etwas nennt man auch Quarantäne. Auch in Italien gibt es inzwischen Orte, die unter Quarantäne stehen. Dort waren besonders viele Corona-Infektionen festgestellt worden.

Bild: dpa

Wie ist das Coronavirus nach Deutschland gekommen?

Durch Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt haben und in Deutschland eingereist sind, kam das Virus zu uns. Zum ersten Mal tauchte es im Januar in Bayern auf. Da hatte eine Frau aus China mitgebracht, die eine Geschäftsreise zum Hauptsitz ihrer Firma gemacht hatte. Sie hatte sich wohl bei ihren Eltern angesteckt, die aus Wuhan kommen. Erst auf dem Rückflug fühlte sie sich richtig krank. Davor hatten sich aber schon Menschen in ihrer Firma bei ihr angesteckt. Nachdem die Angesteckten einige Zeit in Quarantäne oder im Krankenhaus waren, sind sie wieder gesund. An Fasching sind plötzlich neue Fälle von Covid-19 in Deutschland aufgetaucht. Weil es nicht möglich war, alle Infizierten zu finden und unter Quarantäne zu stellen, hat sich das Virus stark ausgebreitet. Manche Bürger haben sich auch in den Faschingsferien im Urlaub in Italien angesteckt.

Muss man bei uns Angst vor der Ansteckung haben?

Vor einem Monat sind Experten noch davon ausgegangen, dass es unwahrscheinlich sei, dass sich das Virus in Deutschland ausbreitet. Das ist nun anders: Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass sich das Virus weiter verbreitet. Die Behörden versuchen aber, die Ausbreitung zu verlangsamen. Daher werden Personen, die sich mit dem Virus infiziert haben, unter Quarantäne gestellt und müssen Zuhause bleiben. Außerdem werden viele Veranstaltungen abgesagt, die Fußball-Europameisterschaft wird verschoben und bis zu den Osterferien sind Schulen und Kitas geschlossen. Krankenhäuser haben sich schon darauf vorbereitet, dass Erkrankte richtig behandelt werden können. Experten meinen, man solle keine Angst haben, aber vorsichtig sein (siehe "Wie kann man sich schützen"). Sie warnen vor einer Panik. Im Vergleich zu anderen Viren, etwa dem Masern-Virus, sei das Corona-Virus nicht sehr ansteckend. Forscher schätzen aber, dass ein Infizierter durchschnittlich zwei bis drei Personen ansteckt. Bei Masern sind es 18. Durchschnittlich heißt: Manche stecken auch mehr an und manche weniger.

Forscher haben am Computer ein Modell des Virus Sars-CoV-2 nachgebaut. So soll es unter einem besonderen Mikroskop aussehen.
Bild: Uncredited/Centers for Disease Control and Prevention/AP/dpa

Warum wurden alle Schulen und Kitas geschlossen?

In Schulen und Kitas treffen viele Menschen aufeinander. Wo viele Menschen sind, kann sich das Virus leichter ausbreiten. Die Kinder und Jugendlichen könnten dann das Virus in ihre Familien tragen. Die Eltern könnten dann Arbeitskollegen infizieren und die wieder andere Menschen. Wie schnell sich ohne Quarantänemaßnahmen so ein Virus ausbreiten kann, zeigt folgender Vergleich, den so ähnlich kürzlich ein Journalist im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gemacht hat: Stell dir vor, zwei Menschen machen ein Wettrennen. Der eine hat eine normale Schrittlänge von einem Meter. Der andere hat Superschuhe an, durch die sich jeder Schritt anschließend um dieselbe Länge verdoppelt. Nach 20 Metern hat der eine Wettläufer 20 Meter zurückgelegt. Der zweite aber schon mehr als 500 Kilometer - das ist fast so weit wie die Entfernung zwischen Augsburg und Hamburg. Die Schulschließungen sollen also bewirken, dass dem Virus die Superschuhe ausgezogen werden. Daher gibt es in Bayern ab Samstag, 21. März, auch Ausgangsbeschränkungen. Diese neue Regel gilt 14 Tage.

Was bedeutet "Ausgangsbeschränkung"?

Eine Ausgangsbeschränkung bedeutet, dass die eigene Wohnung nur noch aus besonderen Gründen verlassen werden darf. Zu diesen Gründen zählt: der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, Alten, Kranken oder Menschen mit Einschränkungen . Auch Sport und Bewegung an der frischen Luft gehören zu den wichtigen Gründen, allerdings ist das nur alleine oder mit den Personen erlaubt, mit denen du zusammenlebst.

Darf ich jetzt noch meine Freunde treffen?

Nein. Freunde zu treffen gehört nicht zu den besonderen Gründen, weswegen du das Haus verlassen darfst.

Und meine Großeltern?

Großeltern fallen unter "Besuche von Alten". Sie dürfen besucht werden, sofern sie nicht in einem Altenheim, einem Pflegeheim oder einer Behinderteneinrichtungen wohnen. Ab Samstag ist der Besuch solcher Gebäude nämlich ebenso verboten wie der Besuch von Patienten in Krankenhäusern. Allerdings raten viele Experten zurzeit davon ab, dass Enkelkinder ihre Großeltern besuchen. Das liegt daran, weil das Coronavirus für die Alten gefährlich sein kann und sie sich bei einem Besuch mit den Enkelkindern anstecken können.

Warum ist es wichtig, dass sich das Coronavirus langsamer verbreitet?

Damit in den Krankenhäusern genug Platz für Menschen ist, bei denen die Krankheit schwerer verläuft. Wenn viele Menschen nämlich gleichzeitig erkranken, gibt es auch mehr schwere Verläufe der Erkrankung und mehr Menschen, die einen Arzt brauchen. Weil aber die Krankenhäuser nicht unbegrenzt Platz haben, soll nun die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden. Die Idee dahinter: Patienten, die wieder gesund sind, verlassen das Krankenhaus. Dann ist Platz für neue Patienten, die sich angesteckt haben.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich mich plötzlich krank fühle?

Wer Fieber, Husten oder Atemnot hat, sollte als erstes einen Arzt oder eine Ärztin anrufen und sich NICHT einfach in die Arztpraxis oder in ein Krankenhaus begeben. Wer wirklich mit dem Corona-Virus infiziert ist, könnte dort nämlich andere Patienten anstecken. Der Arzt oder die Ärztin entscheidet dann, wie weiter vorgegangen werden soll.

Wie wird eine Ansteckung festgestellt?

Es wird mit einem Wattestäbchen eine Probe aus den Atemwegen genommen, erklärt ein Experte. Das kann etwa Hustenschleim sein. Also das, was man ausspuckt, wenn man stark husten muss. Diese Probe wird dann im Labor auf das Virus untersucht.

Was passiert, wenn das Ergebnis des Coronavirus-Tests feststeht?

So sieht es auf einer Isolierstation in Deutschland aus. Menschen, die mit besonderen Krankheitserregern infiziert sind, kommen in Einzelzimmer. Die Pflegekräfte tragen dort besondere Kleidung.
Bild: Bertram Solcher, dpa

Wenn das Virus nachgewiesen wird, kommt der erkrankte Patient oder die erkrankte Patientin in ein Einzelzimmer auf einer besonderen Station. Man nennt die auch Isolierstation. Alle, die das Zimmer betreten, müssen Schutzkleidung tragen. Außerdem werden die Menschen untersucht, die vorher mit dem Kranken engen Kontakt hatten. So soll die Ausbreitung des Virus verhindert werden. Wer sich angesteckt hat, aber nicht erkrankt ist, muss zu Hause bleiben. Denn die Person könnte trotzdem andere anstecken.

Wie werden die Kranken behandelt?

Die Erkrankten bekommen etwa Fieber und Husten wie bei einer Erkältung. Manche können nur schwer atmen. Gefährlich ist das Virus vor allem für sehr alte oder geschwächte Menschen. Zur Behandlung bekommen sie etwa Medikamente, um das Fieber zu senken. Forscher arbeiten nun an einem Mittel oder einer Impfung gegen das Virus. Diese Woche hat sich in den USA bereits eine Frau einen Test-Impfstoff spritzen lassen.

Wie kann man sich gegen das Coronavirus schützen?

  • Abstand halten: Viren werden oft von einem Menschen zum nächsten Menschen übertragen. Zum Beispiel dann, wenn der kranke Mensch niest oder hustet. Dann können winzige Tröpfchen aus Mund oder Nase herumfliegen. Deswegen sollte man versuchen, von solchen Menschen ein bisschen Abstand zu halten: etwa so, dass man sich mit ausgestreckten Armen nicht berühren könnte. Viele Experten raten im Moment auch vom Händeschütteln ab: An Händen haften nämlich viele Keime.
  • Richtig niesen: Wer selbst hustet oder niest, sollte möglichst keine Tröpfchen verteilen. Ein Experte empfahl Reportern: „Also jemanden nicht anniesen, sondern am besten in ein wegwerfbares Taschentuch. Das Taschentuch dann sofort entsorgen.“ Hat man gerade kein Taschentuch da, kann man auch in die Ellenbeuge niesen oder husten.
  • Hände waschen: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten sollte man sich die Hände reinigen. So wäscht man die Krankheitskeime ab. Auch wer mit dem Bus oder der Bahn gefahren ist, sollte zum Waschbecken. Denn dort, wo viele Menschen sind, kommt man leicht mit den Keimen in Kontakt. Beim Händewaschen gilt: Die ganze Hand einseifen, also auch den Handrücken, Fingerspitzen und Räume zwischen den Fingern. Danach gut abspülen und alle Teile der Hände gut abtrocknen. Forscher haben übrigens herausgefunden, dass beim Händewaschen die allermeisten Keime entfernt werden. Deshalb meinen viele Experten, dass Händewaschen auch sinnvoller ist, als Desinfektionsmittel zu verwenden.
  • Nicht ins Gesicht fassen: Trotzdem können an den Händen noch ein paar Keime übrig bleiben. Wenn möglich, sollte man sich deswegen nicht an die Augen oder den Mund fassen. Sonst können die Krankheitskeime in den Körper gelangen und krank machen.

Hilft ein Mundschutz gegen das Coronavirus?

Viele Menschen kaufen sich nun einen Mundschutz. Das sind Schutzmasken, die über Mund und Nase gehen. Diese benutzen Ärzte etwa bei Operationen. Ob die wirklich vor dem Corona-Virus schützen, darüber sind sich Experten nicht einig. Die Viren sind nämlich sehr klein und können womöglich auch durch das Gewebe der Masken dringen. Auf jeden Fall bewirken solche Masken aber, dass weniger Krankheitserreger verteilt werden. Wer etwa niesen oder husten muss, pustet mit Maske weniger Krankheitserreger in die Umwelt. Damit schützt der Mundschutzträger also andere. (mit dpa)

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29.01.2020

Gut erklärt, sollten die Panikmacher mal gründlich lesen!

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