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Für Kinder erklärt
19.05.2021

Experte gibt Kindern Tipps: So leistest du richtig erste Hilfe

Blutet jemand stark, sollte ein Druckverband angelegt werden. Den kannst du notfalls auch schnell mit einem T-Shirt und einem Gürtel machen – wie an diesem Unterarm.
Foto: Lea Thies

Auch Kinder können Erste Hilfe leisten. Wie das geht, erklärt der ehemalige Chef der Augsburger Berufsfeuerwehr in Teil 2 unserer Feuerwehr-Serie.

Die Feuerwehr wird nicht nur gerufen, wenn es brennt. Sie rückt auch aus, wenn Menschen verletzt oder in Not sind. Auch in solchen Fällen kannst du der Feuerwehr helfen. Frank Habermaier erklärt dir, wie. Er war lange Zeit Chef der Augsburger Berufsfeuerwehr und hat sich dafür eingesetzt, dass es in Augsburg eine Feuerwehrerlebniswelt gibt. Das ist eine Mitmach-Ausstellung, in der die Besucherinnen und Besucher viel über die Feuerwehr lernen.

Frank Habermaier war lange Jahre Chef der Berufsfeuerwehr Augsburg.
Foto: Guido Koeninger
  • Aktiv werden: Ganz wichtig: Viele Menschen trauen sich nicht, bei einem Notfall zu helfen. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen. „Man kann als Ersthelfer aber nichts falsch machen“, betont Frank Habermaier. Ersthelfer sind Menschen, die als Erste an einen Unfallort kommen und einer verletzten Person helfen. Erste Hilfe hilft aber nicht nur dem Opfer, diese Sofortmaßnahmen helfen auch den Rettungskräften bei der Arbeit. Sie gewinnen dadurch etwas mehr Zeit beim Retten.



    Ersthelfern rät Frank Habermaier: zu der Person hingehen, sie ansprechen und sofort Hilfe organisieren. Am einfachsten geht das, wenn du ein Telefon griffbereit hast und die Notrufnummer 112 wählst. Auch ganz wichtig: Am Telefon ruhig bleiben und alle Fragen beantworten, die dir die Feuerwehr stellt. Hast du kein Handy dabei, rufst du ganz laut um Hilfe. Kommt dann noch immer niemand, rennst du los und holst Hilfe. Vielleicht kannst du aber vorher einen der folgenden Tipps anwenden:
  • Ohnmacht: Ist eine Person ohnmächtig, kann es sein, dass sie sich erbricht. Damit das Erbrochene auch aus dem Mund herauslaufen kann, ist es wichtig, die Person vorsichtig auf die Seite zu drehen. Wer sich etwas mit Erster Hilfe auskennt, kann die Person in die stabile Seitenlage bringen, so wie auf dem Bild rechts oben. „Bloß nicht auf den Bauch drehen“, sagt Frank Habermaier. Denn dann kann eine ohnmächtige Person möglicherweise ersticken.

    Ist eine verletzte Person ohnmächtig, sollte sie vorsichtig auf die Seite gedreht werden. Frank Habermaier erklärt dir heute, warum das so ist.
    Foto: stock.adobe.com

    Erwachsene können noch einen Schritt weitergehen: Wenn die ohnmächtige Person nicht mehr atmet, sollten erwachsene Ersthelfer sofort mit einer Herz-Lungen-Massage beginnen. Wer nicht mehr weiß, wie die funktioniert, kann die 112 anrufen: Das Telefonat nimmt immer ein Rettungssanitäter an, der die Ersthelfer über das Telefon auch anleiten kann.
  • Am Boden: Liegt eine Person nach einem Sturz oder Unfall am Boden und ist ansprechbar, sollte sie möglichst wenig bewegt werden. „Sonst könnten noch weitere Verletzungen auftreten“, sagt Frank Habermaier. Sprich der Person gut zu, beruhige sie, halte die Hand. Auch so kannst du helfen.

    Hier siehst du eine Übung der Berufsfeuerwehr Augsburg. Die Rettungskräfte transportieren eine verletzte Person auf einer Trage ab. Sie haben den Kopf mit einer Schiene stabilisiert. Heute erfährst du auf Capito, was du als Ersthelfer tun kannst, bevor die Rettungskräfte eintreffen.
    Foto: Berufsfeuerwehr Augsburg

  • Verbrennung: Hat sich ein Mensch schwer verbrannt, bloß nichts auf die Wunde schmieren. „Das macht’s nur schlimmer“, sagt Frank Habermaier. Er rät: eine Brandwunde in Ruhe lassen und notfalls nur mit Wasser kühlen.
  • Blutung: Bei leichten Blutungen hilft ein Pflaster. Blutet eine Person stark, kann ein Druckverband eine Blutung stoppen. Am einfachsten geht das, wenn man Mullbinden griffbereit hat. Eine Binde wickelst du fest um die Wunde. Dann legst du einen flachen Gegenstand wie etwa eine Packung Taschentücher auf die Stelle über der umwickelten Wunde. Dieses Druckpolster wickelst du ebenfalls fest. Du kannst einen Druckverband aber auch mit einem T-Shirt machen. Dafür knüllst du es zusammen und drückst es fest auf die Wunde. Wenn du einen Gürtel hast, kannst du ihn über das geknüllte T-Shirt schlingen. So wird es fester auf die Wunde gedrückt und das Blut kann nicht mehr so leicht austreten. Aber Vorsicht: Blut kann auch Krankheitserreger übertragen. Daher ist es immer besser, wenn sich ein Erwachsener um die Blutung eines Fremden kümmert. Ganz wichtig bei Erster Hilfe: Der Helfende darf sich nicht in Gefahr bringen. Der Selbstschutz geht bei Erster Hilfe immer vor.
  • Dableiben: Sind die Rettungskräfte eingetroffen, sollten sich die Ersthelfenden sofort bemerkbar machen und erzählen, was passiert ist. Dann sollten sie zur Seite gehen und auf mögliche Anweisungen und Fragen der Fachleute warten.

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