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Sich trotz Krise auf Weihnachten freuen? Schwierig gerade

Kommentar Von Richard Mayr
16.11.2020

Weihnachten wird uns schmerzlich vor Augen führen, womit wir seit Monaten konfrontiert sind: Abstand, Abstand, Abstand.

Sich auf Weihnachten freuen? In diesem Corona-Seuchen-Jahr? Erst mit dem FFP-2-Mundschutz die Mutter besuchen, immer mit der Angst verbunden, sie anstecken zu können, weil man gerade selbst in einem Corona-Hotspot Deutschlands wohnt, danach dann auf Abstand in die Kirche gehen oder dort am Ende gar keinen Platz bekommen? Einfach Schwamm drüber und trotzdem ein Strahlen ins Gesicht zaubern, weil Optimismus das Einzige ist, was zählt, und die Weihnachtsfreude alles überdauert?

Nee, so einfach geht es doch nicht. An diesen Ausnahmezustand mit dem Virus mag es zwar langsam eine Gewöhnung geben, das sich Zurücknehmen und Verzichten leuchtet rein verstandesmäßig auch ein, aber das heißt ja dann nicht gleich, gute Miene zum Weihnachtsfest voller Beschränkungen machen zu müssen.

Dieses Weihnachten fehlt etwas, was alljährlich immer dazu gehört hat

Das fängt ja jetzt in der Vorweihnachtszeit gleich an, wenn die Christkindlesmärkte nicht eröffnet werden, die Weihnachtsfeiern gar nicht mehr geplant werden – da fehlt dann das, was alljährlich immer dazu gehört hat in der Weihnachtszeit, der Kontakt mit vielen Menschen, das Gespräch und der Austausch.

Spirituell mag einem dieses Weihnachten so viel geben wie in den Jahren zuvor, vielleicht ja auch mehr in dieser schwierigen Zeit. Aber als Familienfest, als Anlass, um sich auch mit guten alten Freunden zu treffen, als gesellschaftliches Großereignis am Ende des Jahres, das je anders, aber in vielen Fällen nicht allein, sondern mit anderen zusammen begangen und gefeiert wird, als solches Fest wird uns Weihnachten 2020 nur schmerzhaft vor Augen führen, womit wir seit einem dreiviertel Jahr konfrontiert sind: Abstand, Abstand, Abstand und nicht Nähe, Nähe, Nähe.

Lesen Sie auch den Pro-Kommentar von Alois Knoller

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