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Reicht’s jetzt mit dem Schnee? Ja!

Kommentar Von Richard Mayr
30.01.2021

In der Stadt ist der Winterzauber nach ein paar Tagen verloren, dann ist der Schnee ein Feind, meint unser Autor.

Natürlich ist das Winter für Winter ein Spektakel – natürlich fasziniert diese Verwandlung der Welt durch den Schnee immer noch genauso wie in Kindheitstagen: Alles schaut anders aus, alle Formen werden eingeebnet, alle Farben werden ausgeblendet und den Lautstärkeregler draußen dimmt der Schnee auch noch herunter. Das irgendwo in den Bergen erleben, wo der Schnee sich nicht gleich in Matsch verwandelt, das ohne Arbeit und mit viel Zeit zum Genießen und Erwandern – jederzeit und gerne auch in Hülle und Fülle.

Da wird geräumt, gestreut, gerutscht

Schnee in der Stadt, vor allem aber in der Großstadt wird nicht wie der langersehnte Touristenmagnet behandelt, sondern wie ein Feind, dem es möglichst geräusch- und effektvoll zu begegnen gilt. Das fängt morgens um fünf Uhr an, wenn der Hausmeisterdienst mit einem Diesel, der jeden Panzerfahrer neidisch macht, den Hof räumt. Das geht später weiter, wenn Gehsteige wie Sumpfgebiete vorsichtig durchquert werden müssen, weil der Räumdienst mal wieder ganze Salzarbeit geleistet hat.

Nach ein paar Tagen hat der Winterzauber seinen Reiz verloren, liegt überall nur noch graustumpfer Stadtschnee als Hindernis herum. Dann ist es wieder genug. Erst recht, wenn einem die Flucht aus den eigenen vier Wänden und der Spaziergang im Naherholungsgebiet zu Steigeisen nötigt wegen vereister Spazier- und Feldwege. Und ja, kein Spaß: Man kann sich dort ziemlich leicht ziemlich schlimm verletzen. Der morgendliche Lauf vor der Arbeit bekommt neben der Dunkelheit eine weitere Schwierigkeit, die einen auf mancher Strecke zum Verzweifeln bringt. Spätestens dann ist klar: Es reicht jetzt mit dem Winter, auch wenn jeder kalte Tag in Zeiten des Klimawandels als guter Tag gewertet werden sollte.

Lesen Sie auch den Kontra-Kommentar von Doris Wegner.

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