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Interview

04.08.2018

Schlager-Star Vanessa Mai: „Ehe heißt: ein Leben lang“

Vanessa Mai heißt jetzt Ferber.
Bild: Soeren Stache, dpa

Vanessa Mai heißt jetzt Ferber. Sie spricht über ihre Hochzeit und die Schublade „Schlager“, über Tätowierungen und ein böses F-Wort

Durch Ihr neues Albumcover könnte man meinen, dass Sie sich das Wort „Schlager“ auf die Innenseite der Unterlippe haben tätowieren lassen. Tut das nicht sehr weh?

Vanessa Mai: Ich habe ja mehrere Tattoos, und ich kann aus Erfahrung sagen: Es gibt keine Stelle, an der es angenehm ist. Weh tut es immer.

Ist die Lippentätowierung echt?

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Mai: Das bleibt mein Geheimnis. Ich verrate das nicht.

Könnte ja auch Filzstift sein.

Mai: Hält das?

Die fünf Minuten, die man für die Fotos braucht, wahrscheinlich schon.

Mai: Das Fotoshooting hat länger als drei Stunden gedauert. Und du wirst mir das Geheimnis nicht entlocken (lacht).

Und so sieht das Tattoo auf dem neuen Albumcover aus. Sie verrät nicht, ob es echt ist... 
Bild: Sony Music, dpa

„Schlager“ ist ein jahrzehntealtes Wort für deutschsprachige Unterhaltungsmusik. Was haben Sie mit dem Begriff vor?

Mai: Ihn von seinen Vorurteilen befreien. Und auch die Vorurteile der Leute beseitigen. Ich will die Schublade, auf der „Schlager“ steht, aufmachen, auskippen und aufräumen. Ich mache Schlager und bin stolz darauf, Schlager zu machen, und mit diesem Album will ich zeigen, dass der Schlager sich gewandelt hat. So wie ich ihn verstehe, ist Schlager jung und modern. Er kann nach Pop, nach Dance klingen, und auch ein Rapper darf in ihm vorkommen. Die Kiddies schreiben mir, dass sie in der Schule gemobbt werden, wenn sie sagen, dass sie Schlager hören. Aber wenn sie meine Lieder vorspielen, dann fänden die anderen die cool.

Sie haben Ihre neuen Lieder zum Teil in Los Angeles aufgenommen. So rein von der Produktion her könnten die auch von Katy Perry sein.

Mai: Danke. Genau das meine ich. In LA ist meine Musik Popmusik. Ich bin rübergegangen, weil mit Lukas Loules einer meiner Produzenten seit Jahren dort arbeitet. Ich dachte früher immer, man nimmt nur in Amerika auf, um dann damit zu prahlen, aber dann war es wirklich eine sehr schöne und besondere Erfahrung. Ich habe wirklich in dem Studio gearbeitet, in dem Prince und Michael Jackson und viele andere schon waren. Schon Wahnsinn, da so durch die Gänge zu laufen und all die Goldenen Schallplatten zu sehen, so als kleines deutsches Mädchen.

Sind Sie nicht sowieso ein großer Michael-Jackson-Fan?

Mai: Mein Gott, ja, als Kind war Michael mein größtes Idol. Und plötzlich stehe ich da, wo Michael schon gestanden ist und gesungen hat. Meine ganze Kindheit war geprägt von Michael. Ich fand alles toll, seine Musik, seine Art zu tanzen. Er hat als Künstler wirklich etwas bewegt und Spuren hinterlassen. Michael Jackson war revolutionär. Ich bin überzeugt, dass wir jemanden wie ihn nie mehr bekommen werden.

Sie sind unglaublich fleißig, machen jedes Jahr ein neues Album.

Mai: Das wird mir gerne negativ ausgelegt. So nach der Devise, dass ich mir nicht genug Zeit lassen würde. Ich bin jemand, der sich gerne entwickelt, und ich kann ja auch nichts dafür, dass ich immer so viele Ideen habe. Ich fühle mich gut, bin jung und gesund, warum soll ich nicht viel arbeiten?

Es heißt, Ihr Bühnenunfall im April, bei dem Sie sich schwer den Rücken verletzt haben und anschließend mehrere Wochen behandelt werden mussten, sei durch Überlastung zustande gekommen.

Mai: Alle sagen, dass sei ein Zeichen gewesen, dass ich ein bisschen vom Gas gehen und langsamer machen soll. Aber ich sage: Nein, das war ein Zeichen, dass ich bewusster sein muss bei der Arbeit.

Putzen Sie immer noch gern zur Entspannung die eigene Bude?

Mai: Ja, voll. Beim Putzen komme ich runter und vergesse die Anspannung.

Ist Ihr Mann Andreas Ferber, der auch Ihr Manager ist, von seiner Art her ähnlich wie Sie?

Mai: Andreas lebt auch leidenschaftlich für das, was wir machen. Aber er ist eindeutig der Kopf von uns beiden. Ich bin das Herz, sehr explosiv und emotional. Und Andreas erdet mich. Zusammen sind wir ein superstarkes Team.

In „Verdammter Engel“ geht es um einen Mann, mit dem Sie immer wieder im Bett landen, obwohl Sie eigentlich nicht mit ihm zusammen sind. Geht es um jemand Bestimmten?

Mai: Das ist einer der Lieblingssongs von Andreas (lacht).

Ausgerechnet.

Mai: Na ja, ich schreibe meine Texte ja nicht selbst. Trotzdem weiß ich genau, was ich sagen und welche Themen ich ansprechen will.

Also kennen Sie das, zwar nicht mit, aber auch nicht ohne diesen Typen leben zu können?

Mai: Na klar. Andreas ist ja nicht mein erster Freund. Natürlich habe ich auch schon solche Geschichten erlebt.

Sie bezeichnen Andreas also immer noch als deinen „Freund“? Sie sind jetzt seit gut einem Jahr verheiratet …

Mai: Ach so, stimmt: Mann! Auf den Namen „Ferber“ höre ich inzwischen, auch an die Unterschrift habe ich mich gewöhnt. Aber „Mann“ ist noch komisch. Auch umgekehrt. Wenn Andreas sagt „Ich komme mit meiner Frau“, dann denke ich erst: „Mit wem?“ Ein Jahr Ehe ist echt noch nicht lang, wenn man bedenkt, dass man ja hoffentlich ein ganzes Leben zusammenbleiben wird.

Manche schaffen nicht mal ein Jahr.

Mai: Stimmt. Ich bin so erzogen, dass ich, wenn ich heirate, auch vorhabe, mein ganzes Leben lang verheiratet zu bleiben. In der Hinsicht bin ich etwas altmodisch.

Wie war Ihr Hochzeitstag im Juni?

Mai: Sehr unspektakulär. Der Plan war, ein bisschen zu feiern, aber dann sind wir abends nur was essen gegangen, weil wir beide platt waren. Ich bin da entspannt, ich werde nicht zickig, weil sich der Mann nichts Krasses für den Hochzeitstag überlegt hat. Wir haben uns jeden Tag, und ich finde es viel wichtiger, füreinander da zu sein, wenn es darauf ankommt.

Wie war das bei Ihnen in der Pubertät? Haben Sie auch den Verstand verloren, wenn ein heißer Junge vorbeilief?

Mai: Nee, ich war sehr harmlos. Ein richtig liebes Kind. Wirklich pubertär war ich nie. Klar bin ich auch mal zickig gewesen, doch das bin ich heute manchmal noch, das hatte nichts mit der Pubertät zu tun.

Hätten Sie gern eine krassere Jugend gehabt?

Mai: Nein, überhaupt nicht. Meine Kindheit war megaschön. Ich hatte auch immer ein superenges Verhältnis zu meinen Eltern. So eine Phase, in der ich die beiden blöd fand, die gab es nie.

Ist Ihre Verbindung noch so eng?

Mai: Ja. Wir wohnen immer noch in derselben Stadt, in Backnang bei Stuttgart. Ich liebe es nach wie vor, heimzukommen und die Wiesen zu sehen. In Backnang kennt mich jeder, ich kann dort sein, wie ich bin. Ich fühle mich weiterhin sehr wohl dort.

Es gab Ärger um Ihre Single „Wir 2 Immer 1“, ein Duett mit dem Offenbacher Rapper Olexesh. Manche Medien meinten, ein bestimmtes, sehr böses Wort, das mit „F“ anfängt, bei deinem Gesang in „Wir 2 Sind 1“ herausgehört zu haben …

Mai: Ich schwöre, ich habe dieses Wort noch nie in den Mund genommen. Aber es war auch witzig, ich habe mir den Song dann selbst angehört und höre es einfach nicht raus. Das ist auch wieder ein Beweis dafür, dass man nur hört, was man hören will.

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