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Contra-Kommentar

20.02.2021

Sich regelmäßig auf die Waage stellen? Geht gar nicht

Sich dem Diktat der Waage unterwerfen? Besser ist, die gesellschaftlichen Schönheitsvorstellungen postwendend zurückschicken.

Wenn die Ärztin sagt, dass man sich regelmäßig wiegen soll, muss das sein. Punkt. Ansonsten gibt es herzlich wenig Veranlassung dafür. Wer realistisch ans Abnehmen (oder auch Gewichthalten) herangeht, weiß, dass in manchen Lebensphasen – zum Beispiel als junge Eltern oder kurz vor dem nächsten Karrieresprung – schlicht keine Zeit oder Energie dafür bleibt. Wer sich dann auf die Waage stellt, ist Masochist.

Stattdessen sollte man die Gewichtsreduktion auf eine ruhigere Zeit verschieben. Und sich dann nicht dem Diktat der Waage unterwerfen, sondern die gesellschaftlichen Schönheitsvorstellungen schön verpackt zurückschicken und sich an gesünderer Ernährung und interessanten Sportarten probieren. Dann kann man sich in seiner eigenen Zeit in einem Körper – nicht auf einem Gewicht – einpendeln, in dem man sich wohl fühlt.

Wer sich unbedingt kontrollieren möchte, kann einen Blick in den Spiegel werfen

Wer nicht lernt, auf das eigene Körpergefühl zu achten, kann zwar abnehmen, doch die Chance, das neue Gewicht langfristig zu halten, ist bei so einer Distanz zum eigenen Körper gering. Wer sich unbedingt kontrollieren möchte, kann immer noch einen Blick in den Spiegel werfen. Das ist auch dann sinnvoll, wenn derjenige sich mehr bewegt als zuvor. Denn wer trainiert, verliert zwar Fett, baut aber gleichzeitig Muskeln auf – und die sind bekanntermaßen ziemlich schwer.

Im Spiegel kann man dann die neuen Armmuskeln vom regelmäßigen Rudern bewundern, auf der Waage steht nur, dass man trotz all der Anstrengung kein Gramm abgenommen hat. Wer langfristig mit seinem Körper glücklich sein und sich nicht mit dem – meist kurzweiligen – Glücksgefühl auf der Waage, die endlich „die richtige Nummer“ anzeigt, zufriedengeben möchte, muss an Essgewohnheiten und der Lebensführung arbeiten. Nicht an den 74 Kilos.

Lesen Sie dazu auch den Pro-Kommentar von Stefanie Wirsching

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