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Wunder Mondlandung: Diese Bilder bewegten vor 50 Jahren die ganze Welt

Bild: Nasa

Vor 50 Jahren betraten zum ersten Mal Menschen den Mond - und die ganze Welt sah live dabei zu. Wie atemberaubende Bilder eine Generation geprägt haben.

Es sind einige Sonden und Roboter auf dem Mars gelandet in den vergangenen 50 Jahren. Triumph der Raumfahrt und Technik, faszinierend irgendwie. Aber die größte Erzählung aus dem All hat mit einem Fußabdruck zu tun, der am 21. Juli 1969 wie ein Stempel etwas beglaubigte, was den Zeitgenossen unglaublich vorkommen musste: Die ersten Menschen auf dem Mond! Das Weltereignis, das über unsere Welt hinausreicht, liegt nun ein halbes Jahrhundert zurück. Die US-Mission von Apollo 11 und den Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins (der dritte Mann, der nicht auf dem Mond war) ist Geschichte – aber eine, die noch immer bewegt, aufwühlt, gegenwärtig ist. So gegenwärtig wie der Mond über uns und diese noch immer vorhandene Spur darauf.

Buzz Aldrin und seine Kollegen stellten bei der ersten Mondlandung eine Flagge der Vereinigten Staaten auf dem Mond auf.
Bild: Nasa
"Jetzt kommt der Fuß. Jetzt kommt der Fuß."

Aus dem Live-Kommentar der ARD zur Mondlandung

21. Juli 1969, 3.54 Uhr. Im WDR-Sonderstudio in Köln sind Günter Siefarth und seine Kollegen seit Stunden am Reden. Und können jetzt einfach nicht aufhören. Noch ein Satz. Noch ein Satz. Siefarth sitzt rechts hinter seiner halbrunden Kommandostation und sieht noch immer tipptopp aus. Hellgrauer Anzug, dunkelrote Krawatte, weißes Einstecktuch. Links von ihm dann Hans Heine, Anatol Johansen und Lothar Loewe. Johansen lümmelt als Einziger ein bisschen im Stuhl, scheint Typsache zu sein. Wen man nicht sieht, Werner Büdeler, der für die ARD im Nasa-Kontrollzentrum sitzt. Wenn er spricht, blenden sie in Köln ein Bild ein.

Regiebesprechung im Appollo-Sonderstudio des WDR über die Mondlandung der Appollo 11 mit Produktionsleiter Werner Lehndorff, Aufnahmeleiter Frank Sachweh, Anatol Johanson 2.v.r., Hans Heine 2.v.l., Günter Siefarth 3.v.r. und Regisseur Ernst Ludwig Freisewinkel (rechts).
Bild: Klaus Barisch, dpa

Büdeler im blauen Sakko, auf einem Bild hat er den riesigen Telefonhörer mit der dicken Kordel in der rechten Hand, auf dem anderen in der linken. Auf dem einen sieht er verwegener aus – „Hallo Werner Büdeler, können Sie mich hören?“ Auch von ihm aus Houston also: Sätze, Sätze, Sätze. Weshalb sie den einen wichtigen Moment dann tatsächlich verquatschen werden. „Ein kleiner Schritt noch“ heißt es in Köln, während um 3.56 Uhr mitteleuropäischer Zeit Neil Armstrong auf dem Mond nach Bemerkungen über den Sand endlich die passenden Worte zum Ereignis spricht: „Ein kleiner Schritt nur für einen Menschen …“ Er nuschelt ein bisschen dabei, vielleicht auch die Aufregung, aber egal, es sind ja alle irre aufgeregt! Es ist der Wahnsinn.

„Landung auf dem Mond, so heißt die Sendung, die wir in den nächsten viereinhalb Stunden aus unserem Apollo-Sonderstudio übertragen. Das Deutsche Fernsehen wird versuchen, alle entscheidenden Phasen dieses Unternehmens zu vermitteln.“

Als Günter Siefarth im WDR-Studio die Zuschauer so begrüßt, sind sie schon seit Stunden auf Sendung, aber die spannendsten Stunden der Apollo-11-Mission stehen jetzt bevor. Also die, über die Buzz Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, später sagen wird, „noch nie zuvor hatten so viele Menschen zwei anderen bei etwas zugeschaut.“

In 49 Ländern wird die Mondlandung live übertragen: das erste globale Medienereignis. Die Menschheit, die sonst ja alles Mögliche macht, schläft, isst, arbeitet, ein großer Teil von ihr schaut in diesen Stunden einträchtig auf Bildschirme. Blickt auf’s an sich doch Unmögliche – wenn es denn möglich ist! Nicht in China. Auch in Russland werden erst tags darauf Bilder gezeigt, im DDR-Fernsehen läuft nachts das Testbild. In Israel und Südafrika muss man warten, bis die Bänder mit der Landung eingeflogen sind.

Wann springt er endlich? Millionen Menschen fieberten live bei der ersten Mondlandung vor 50 Jahren mit.
Bild: Nasa

Insgesamt sitzen mehr als eine halbe Milliarde Menschen vor den Fernsehern, umgerechnet jeder sechste, um mitzuerleben, wie in über 380.000 Kilometer Entfernung zwei Männer über den Mond spazieren, manchmal auch hüpfen, die amerikanische Fahne aufstellen, an ihm herumkratzen, Mondgestein in ihren Taschen verstauen. Die ARD hat für die Landung sagenhafte 28 Stunden live eingeplant, fast am Stück, auch das ZDF.

Wer kann, sieht also zu, zu Hause, bei den Nachbarn, vorm örtlichen Fernsehgeschäft. Und der Papst in Castel Gandolfo. Man holt die Kinder aus den Betten! Das junge Medium macht in diesen Stunden zum ersten Mal richtig Masse und von da ab immer mehr. Vier Jahre später wird Elvis Presley die Zuschauerzahl der Mondlandung mit einer Milliarde Zuschauer bei seinem Konzert „Aloha from Hawaii“ toppen.

Auch Franz Keller hat die Mondlandung als kleiner Bub damals live miterlebt - die Astronomie begeistert den Vereinsvorsitzenden der Volkssternwarte in Gundremmingen bis heute.
Video: Philipp Wehrmann

Im Juli 1985 sehen bis zu 1,9 Milliarden die Live-Aid-Konzerte der Superstars in London und Philadelphia, 40 Prozent der damaligen Weltbevölkerung. Als Muhammad Ali 1996 in Atlanta die olympische Flamme entzündet, sind es 3,6 Milliarden. Krönungen, Hochzeiten, Trauerfeiern, Sportevents, weil es möglich ist, will die Welt nun auch bei allem zusehen. Oder sie muss, weil es gar nicht anders geht, die Fernsehbilder einen zwingen wie dann am 11. September 2001.

Buzz Aldrin bei der ersten Mondlandung.
Bild: Nasa

250.000 Mark hat die ARD für dieses Bilder ausgegeben, Grobkörniges in Schwarz-Weiß. Bis dahin aber muss die Zeit in Farbe gefüllt werden. Außer Siefarth, dem die Nacht den Ehrentitel „Mister Apollo“ einbringt, und Kollegen haben sie in Köln auch noch eine Professorenriege versammelt, die Fragen der Zuschauer beantworten soll. Außerdem: der Weltraumpublizist Rudolf Brock und der Sportstudent Arno von der Weppen, der vielleicht den undankbarsten Job der Nacht hat. Er muss so tun, als sei er Armstrong: Im dicken Fake-Anzug sich zeitgleich aus dem Nachbau der Kabine Mondlandefähre „Eagle“ quetschen, den die WDR–Techniker für 9000 Mark zusammengeschraubt haben samt sämtlicher Knöpfchen. Davor aber soll von der Weppen auch schon auch mal eine Kniebeuge vollführen, um zu demonstrieren, dass die ersten Schritte auf dem Mond eben doch kein Spaziergang sind. Günter Siefarth sagt: „So also etwa sieht das aus.“

Man kann die Aufzeichnungen von damals heute auf Youtube sehen, in der Nacht auf Sonntag auch wieder im Fernsehen. Mit all den Männern, die einem im vollgestellten Studio mit ernster Miene die Mondmission erklären. Frauen? Sind auch da, aber nur, um die Anrufe der Zuschauer entgegenzunehmen. Es klingelt andauernd, auch bei einem Arzt in Hagen mit ähnlicher Nummer, weshalb Siefarth die Zuschauer dringend bittet, an die Kölner Vorwahl zu denken.

Das Team der Apollo-11-Mission: Michael Collins, Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin (von links).
Bild: Nasa

Ausgewählte Fragen liest dann der Wissenschaftsjournalist Ernst von Khuon den Experten vor. Geraten die Antworten zu kompliziert, gibt Khuon, jovial, lässig, weiches bayerisches Timbre, den Übersetzer. Was also will man in dieser Nacht wissen? Alles! Wo man nach der Mission Mondsteine kaufen könne? Wie man im luftleeren Raum Kurskorrekturen vollführen könne? Ob die Raumfahrer Waffen bei sich hätten für den Fall eines Kampfes mit interplanetarischen Wesen? Ob es denn wirklich stimme, dass, wenn die Astronauten auf dem Mond stolpern und umfallen, sie sich nicht mehr erheben können?

 

Eine Frage, die Khuon im ansonsten ironiefreien Studio in sich hinein lächeln lässt: „Das stimmt sicher nicht. Sie werden aber erst gar nicht versuchen hinzufallen.“ Und weiter: Wie hoch die Luftfeuchtigkeit in der Mondfähre sei? Was man sich unter einem Sonnenwind vorstellen müsse? Ein Zuschauer möchte auf einen Versprecher hinweisen: Man habe Erd- und Mondschatten verwechselt. Und dann natürlich das Hopsen und das Hüpfen, was auch Khuon ungemein fasziniert: „Ein Sechstel Erdanziehung auf dem Mond, die Frage an den Raummediziner, an sich müsste man annehmen, dass das eine herrliche Sache ist. Man könnte sich ja das naive Bild machen, dass sich der Mensch plötzlich wie ein Stabhochspringer oder wie ein Känguru mit riesigen Sätzen fortbewegen kann.“

Nach der ersten Mondlandung hatten die Zuschauer zahlreiche Fragen.
Bild: Nasa

Man kann sich leicht lustig machen über die Fragen von damals. Wie man sich im Nachhinein immer leicht lustig machen kann. Man kann aber auch einfach ziemlich beeindruckt sein. Was sie in Köln alles in dieses Studio geschleppt haben, Mond, Fähre, einen unfassbar riesigen Bildschirm, drei Quadratmeter groß. Wobei: Beim ZDF haben sie vor dem Studio sogar eine echte V2-Rakete stehen, besitzen eine acht auf drei Meter große Mondkarte und haben die Landefähre in Originalgröße in Auftrag gegeben!

Die Apollo-11-Rakete beim Start.
Bild: Nasa

Neuland. In jeder Hinsicht. Oben und unten. Erst im Nachhinein sei ihm bewusst geworden, wie gefährlich die Sache für die Astronauten war, sagte Siefarth später, nämlich als er beim Lesen der Berichte erkannte, „dass sie mit dem letzten Tropfen Sprit auf dem Mond angekommen sind“. Aber in dieser Nacht ist die Menschheit berauscht von der neuen Allmacht, auch was das Fernsehen betrifft, findet oben und unten eine Art Leistungsschau statt. Mond, Houston, Köln. Die Bilder seien mit all den Umwegen auf der Erde von den Empfangsstationen bis ins Studio grob gerechnet 400.000 Kilometer unterwegs, erklärt man beim WDR: Dennoch nur eine Sekunde Verzögerung. Als dann tatsächlich die ersten grisseligen Bilder vom Trabanten übertragen werden, sorgen sie in Köln erst einmal für ein wenig Irritation: „Hier wurde eben die Vermutung geäußert, dass das Bild auf dem Kopf stünde.“

Was man erwarten hätte können: Dass sie auch im Studio irgendwann Kopf stehen. Der erste Mensch auf dem Mars, – damals glaubte man durchaus daran, das noch mitzuerleben –, was wäre das heute für eine Inszenierung. Aber 1969 um kurz vor vier Uhr mitteleuropäischer Zeit gibt es keinen Aufschrei, kein Geklatsche, keine Musik. Das Erste Deutsche Fernsehen gibt sich durch und durch seriös.

"Offensichtlich kratzen ihn seine Bartstoppeln etwas"

Kommentar in der ARD zu Buzz Aldrins Gesichtsbehaarung

Als Buzz Aldrin noch in der Kabine äußert, er hätte sich besser noch mal rasieren sollen, fühlt man in Köln mit: „Offensichtlich kratzen ihn seine Bartstoppeln etwas, und damit hat er einen Zustand erreicht, der ungefähr schon dem unsrigen ähnelt. Denn auch wir sind ja inzwischen schon mehr als zwölf Stunden hier im Studio.“

Buzz Aldrin während der Mission.
Bild: Nasa

Es ist alles ein Wahnsinn. Der Mensch auf dem Mond, und die Menschheit ist live dabei. Großes Kino da oben und da unten. In Houston werden sie Michael Collins ein bisschen ärgern, der da allein um den Mond kreist, und sagen: „Ich glaube, du bist so ziemlich der einzige Mensch, der das alles nicht im Fernsehen sieht.“ Schon in Ordnung, es mache ihm nichts aus, antwortet Collins, aber wie denn die Fernsehbilder so seien. Aus Houston kommt: „Es ist wunderschön, Mike. Wirklich.“

Nein, die renommierteste Zeitung der USA vermeldete an diesem Tag nicht einfach nur den Triumph in großen Lettern: „MEN WALK ON MOON“. Zum bis heute einzigen Mal in ihrer Geschichte druckte die New York Times zudem ein extra in Auftrag gegebenes Gedicht auf ihre Titelseite. Archibald MacLeish dichtete „Voyage to the Moon“, „Die Reise zum Mond“. Und es ist kein Zufall, dass der Titel der gleiche war wie der des ersten Science-Fiction-Films, basierend auf einem der ersten Science-Fiction-Romane, Jules Vernes’ „Von der Erde zum Mond“ – denn diese Träume hatten sich nun wirklich erfüllt!

Blick vom Mond auf die Erde, fotografiert von den Astronauten der Apollo-11-Mission.
Bild: Nasa

Und so begann MacLeish noch romantisch: „Presence among us, / wanderer in the skies …“ – rief den Mond also als einen an, der immer gegenwärtig ist, auf uns wirkt und zugleich in der Ferne durch die Himmel zieht. Um aber schon bald zu sagen: „Now / our hands have touched you in your depth of night …“ – jetzt / haben unsere Hände dich berührt in deiner Tiefe der Nacht …

Und darin steckt doch bereits der ganze Bedeutungswandel, den der Mond für den Menschen durch sein Betreten erhalten hat: von der Seele zur Hand, vom zauberhaft Fernen zum technisch Erreichten. Der Mond spiegelt dabei den Wandel des Menschenbilds: von dem, der über den Sternenhimmel staunt, dichtet und nachdenkt, zu dem, der unter politischem Druck nach Machbarkeit forscht und sich zu den Sternen aufmacht. Doch wenn der Mensch dabei dann wie Armstrong, Aldrin und Collins aus dem Raumschiff zurückblickt, sieht er eben auch einen plötzlich witzig, schutzlos und sehr allein wirkenden Planeten im Raum, seine doch so wundervolle Erde.

Blick aus dem Raumschiff der ersten Mondexpedition auf die Erde.
Bild: Nasa

Mit das Erste jedenfalls, was Aldrin nach der Landung auf dem Mond machte, war: einen kleinen silbernen Kelch und eine kleine Hostie auszupacken, Gott zu danken und die „Heilige Kommunion“ zu feiern. Und das klingt nun nicht, als wäre der kurz darauf erfolgte „kleine Schritt“ Armstrongs auf die Mondoberfläche zwangsläufig der „große Schritt“ zur Entzauberung gewesen.

Zumal in der Folge ja klar wurde, dass die damals greifbar scheinende All-Macht des Menschen sich nur in vergleichsweise mikroskopischen Ausmaßen abspielte: 1. Wir haben nur einen Himmelskörper betreten, der uns unendlich viel näher liegt als alle anderen und ohnehin nur ein einst herausgesprengtes Stück der Erde selbst ist. 2. Wir hängen bis heute noch an geradezu naturmythisch anmutenden Wirkungen dieses Trabanten auf unsere Körper, unsere Gemüter, unsere Charakter. Genug, wenn nicht sogar noch mehr Raum ist also geblieben für Forschung, Glaube und Dichtung.

Der Mond fasziniert die Menschen auch heute noch.
Bild: Patrick Pleul, dpa

Es gibt legendär gewordene, literarische Zeugnisse über die Verwirklichung dieses Menschheitstraums: Tom Wolfe hat das Rennen ins All in „Die Helden der Nation“ aufgeschrieben, Norman Mailer in „Auf dem Mond ein Feuer“ die damit verbundene Zeitenwende reportiert und reflektiert. Zum jetzigen Jubiläum machen zwei ausgezeichnete Bücher das noch immer doppelt mögliche Staunen greifbar.

Da ist zum einen die große, historische Reportage des amerikanischen Autors James Donovan, der die Poesie der tatsächlichen Geschehnisse gerade in seiner nüchternen Schilderung spürbar werden lässt. Denn wenn auch 50 Jahre danach meist nur über den Mut der Astronauten Armstrong, Aldrin und Collins gesprochen wird, zeigt er, welches komplexe Miteinander eines ganzes Heeres von Menschen zum zuvor eigentlich unvorstellbaren Gelingen dieses bis zur letzten Minute vom Scheitern bedrohten Coups beigetragen hat. Eine vielleicht ja nicht nur im Hinblick auf den Weltraum gar nicht so unwillkommene Botschaft an die Nachwelt.

Die Mission Mondlandung war durchaus riskant.
Bild: Nasa

Dazu lässt sich über Fakten staunen wie: dass die Astronauten, wenn sie durch die Luken nicht gerade Mond oder Erde im Blick hatten, nur auf ihren Instrumenten sahen, dass sie sich fortbewegen – alle anderen sichtbaren Himmelskörper waren so weit weg, dass die Fahrt des Shuttles im Verhältnis zu ihnen belanglos, also unsichtbar blieb.

Und da ist zum anderen der in weiten Teilen wunderbare Roman des deutschen Autors Norbert Zähringer. Er heißt schlicht „Wo wir waren“ und erzählt, um die Zeitmarken der Mondlandung in den Biografien verschiedener Menschen kreisend, eine Geschichte des 20. Jahrhunderts. Es geht im Kern um den jungen Hardy, der im Moment des Ausstiegs Armstrongs aus einem Waisenhaus entflieht, das auch mal Kloster, Gefangenenlager und Flüchtlingsunterkunft war. Er erzählt aber auch von dessen tot geglaubter Mutter, die eben da aus dem Gefängnis ausbricht, in das sie der Rassismus und der Chauvinismus der bürgerlichen Bundesrepublik getrieben hatten. Und Zähringer spannt um den Mond herum die Entwicklung einer Technik-Gesellschaft, in der einst Weltall-Fantasien zu Bestsellern wurden – und in der nun Millionäre wetteifern, wer sich als Erstes einen Urlaub auf dem Mond leisten kann.

Erst mit diesem Schritt wäre der Mond wie inzwischen der Mount Everest endgültig entzaubert. Gut möglich, dass es zum 100. Jahrestag der ersten Landung längst so weit sein wird. Aber wie es dann dem kleinen blauen Planeten gehen wird? Ob sich dann noch jemand am stillen Nebelglanz in Busch und Tal ergötzt?

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