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Tipps unserer Redaktion: Das sind die zehn besten Bücher für den Herbst

Foto: Adobe Stock

Zigtausende Bücher erscheinen jährlich in Deutschland. Welche soll man lesen? Am besten nur die Besten und Interessantesten! Zehn Empfehlungen für den Bücherherbst.

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken. Bestes Lesewetter also. Unsere Kultur- und Journalredaktion hat sich durch die Neuerscheinungen des Herbstes gewühlt und stellt Ihnen die zehn Favoriten vor. Zu den Werken der bekanntesten Autorinnen und Autoren sind ausführliche Kritiken verlinkt.

Foto: Montage AZ

Dörte Hansen ist mit "Altes Land" zur Bestsellerautorin geworden, ließ den umwerfenden Roman "Mittagsstunde" folgen und hat nun ein neues Buch vorgelegt. Wie die Vorgängerromane spielt "Zur See" im rauen Norden Deutschlands, genauer gesagt auf einer kleinen Nordseeinsel. Dort lebt seit fast 300 Jahren die Familie Sander. Der Mann hat der Familie den Rücken gekehrt, die Mutter werkelt allein weiter. Der älteste Sohn ein Trinker und ehemaliger Kapitän. Die Tochter pflegt die alten Inselmenschen im Seniorenheim. Nur der Jüngste, Henrik, schwimmt frei im Insel-Alltag. Anhand der Familie erzählt Hansen exemplarisch, wie sich das Leben auf der Insel verändert hat. Die Männer stechen nicht mehr in See, die Fischer fischen nicht mehr, sondern schippern Touristen übers Meer. Hansen schreibt Passagen, die einen wie Wellen umhauen, manchmal gefährlich nah am Kitsch. Sie erzählt vom Verschwinden einer Welt, lässt sie dann aber doch nicht ganz untergehen. Zur ausführlichen Rezension.

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Was es für eine Frau bedeutet, wenn der Körper zur Zielscheibe männlicher Unzulänglichkeiten wird, zeigt Autorin Daniela Dröscher eindrücklich in ihrem Buch "Lügen über meine Mutter". Es erzählt von einer Frau, die von ihrem Mann für zu dick befunden, beleidigt und systematisch kleingehalten wird. Aber auch von einer Frau, die sich gegen die Fremdbestimmtheit ihres Körpers wehrt und aus ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter ausbrechen will. Die Geschichte spielt in den 1980er Jahren. Sie aufzuschreiben, muss für Dröscher schmerzhaft gewesen sein. Denn es ist in Teilen auch ihre eigene Geschichte und die ihrer Eltern. Der Roman ist zu Recht für den Deutschen Buchpreis nominiert. Denn Dröscher gelingt das, was auch die französische Autorin Annie Ernaux – kürzlich mit dem Literaturnobelpreis geehrt – auszeichnet: An der Tragödie einer einzelnen Familie die Probleme einer ganzen Generation zu offenbaren. Sie wirft Fragen nach Klasse und Geschlecht auf und macht klar: Der weibliche Körper ist immer noch eine Kampfzone.

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Unzählige Romane und Biografien wurden schon über sie geschrieben. Nun hat Karin Duve mit "Sisi" einen neuen Roman über Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn verfasst. Auf 400 Seiten liefert sie einen überraschenden Zugang zu dieser mit Mythen und Legenden überladenen Figur. Im Fokus steht die ältere, auf die 40 zugehenden Elisabeth und deren Leidenschaft fürs Reiten. Denn Sisi galt nicht nur als schönste Frau, sondern auch als beste Reiterin ihrer Zeit. Ihre tollkühnen Reit-Eskapaden sind bei Duve nicht nur Ausdruck einer Abenteuerlust, die sie vom öden Wiener Hof wegtreiben, sondern offenbaren auch die Gier danach, sich selbst zu spüren. Denn im Roman ist Sisi eine Monarchin, die nach außen glänzt und im Inneren zerrissen ist von Überdruss und Traurigkeit. Dank intensiver Recherchen in Zeitungsartikeln, Briefen und Tagebüchern ist Duve eine vielstimmige Hofberichterstattung gelungen.

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Einen klassischen Krimi-Plot liefert das Buch "Tomás Nevinson" des kürzlich gestorbenen Javier Marías. Die Geschichte ist schnell erzählt: Jener Nevinson war britischer Agent, hat sich zurückgezogen in die spanische Heimat und wird nun, nach zehn Jahren, von seinem Ex-Chef reaktiviert. Es ist 1997, und er soll nun eine Frau enttarnen, die zehn Jahre zuvor für Anschläge der ETA mitverantwortlich gewesen sein soll. Zwar reicht das Werk nicht an Marías Erfolgsroman "Mein Herz so weiß" heran. Doch der spanische Autor hat wieder mal bewiesen, dass er ein großer Erzähler ist, dem die Betrachtung mehr bedeutet als der Plot. So nimmt allein das anfängliche Treffen Nevinsons mit dem Ex-Chef über hundert Seiten ein – jede Facette des Gesprächs, aber auch dieses Berufs, des Tötens, der "geheimen Kriege" wird bespiegelt. Zur ausführlichen Rezension.

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Marokko in den 1970er Jahre. Das Leben ist von Fortschrittsglaube und Leichtigkeit geprägt. Alkohol fließt in Strömen, es wird getanzt und gefeiert. Viele junge Leute verlassen das Land, um in Frankreich zu studieren. Sie lassen Traditionen zurück und kehren voller Karrierepläne zurück. Doch mit dem Mordversuch am König ändert sich die Stimmung im Land. In "Schaut, wie wir tanzen" zeichnet Leïla Slimani das Leben ihrer Familie in Marokko nach. Es ist der zweite Teil, der als Trilogie angelegten Romanreihe. Nach ihrer elsässisch-stämmigen Großmutter Mathilde im gefeierten "Das Leben der Anderen" steht nun Aicha im Mittelpunkt, Leïlas Mutter. Sie geht zielstrebig ihren Weg, arbeitet als Frauenärztin, verliebt sich und heiratet. Wie bei einem lang erwarteten Familientreffen kehrt man fasziniert in diesen Kosmos der Belhajs zurück. Slimanis zentrales Thema auch in diesem meisterhaft erzählten Roman: der Kampf der Frauen um ihre Unabhängigkeit. Zur ausführlichen Rezension.

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Im Roman "Matrix" entwickelt die amerikanische Autorin Lauren Groff, eine der Lieblingsautorinnen von Barack Obama, eine Utopie des feministischen Zusammenlebens. Die Geschichte spielt im 12. Jahrhundert in einem Nonnenkloster in England. Marie wird vom Hof ins bettelarme Kloster geschickt und mausert sich zur kühnen Äbtissin. Unter ihrer Führung verwandelt sich die Einrichtung in einen sicheren und reichen Ort für die Nonnen. Anhand der facettenreichen Figur Marie setzt Groff mit lässiger Selbstverständlichkeit ein Beispiel weiblicher Selbstermächtigung und macht daraus hinreißende Literatur.

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In Spanien zählt Miqui Otero spätestens seit seinem Roman "Rayos" zu den neuen, wichtigen Schriftstellern. Sein viertes Buch "Simon" hat den Hype jetzt noch einmal verstärkt. Wieder ist Barcelona der zentrale Ort, hinzu kommt nun die Literatur selbst als Leitthema. Das Buch begleitet den Titelhelden Simon über mehrere Jahrzehnte hinweg. Dieser wird in der Kneipe seiner Eltern groß, in der sich die Stadtgesellschaft widerspiegelt: Taxifahrer, die Tag und Nacht Karten spielen, Malocher aus Fabriken, Telefonica-Angestellte, Grundschullehrer, Friseure, Varieté-Tänzerinnen. Doch erst Simons Cousin verwandelt das Leben des Jungen in ein großes Abenteuer und zieht mit ihm durch die Straßen, als Barcelona zum ersten Mal die Fußball Champions League gewinnt. Er versorgt Simon mit Büchern und fantastischen Ideen. Doch dann verschwindet Rico von einem Tag auf den anderen. Ein Roman mit Sogkraft.

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Der Helm des Skanderbeg ist eines der herausragenden Exponate im Kunsthistorischen Museum in Wien. Er gehörte einem Fürsten aus dem Mittelalter, der einst das christliche Abendland gegen die Osmanen verteidigte. Im neuen Roman "Die Erweiterung" von Robert Menasse wird die Kopfbedeckung bestaunt, kopiert, gestohlen und vertauscht. Denn der albanische Ministerpräsident verspricht sich einiges vom Helm: Wer ihn sich aufsetzt, macht sich zum Führer aller Albaner in Europa, flüstert ihm sein Berater ein. Über sechshundert Seiten entwickelt Menasse eine Politsatire, einen Europaroman, der alle Grenzen sprengt. Fiktionales und Historisches wird vermengt, verrückte Ideen gesponnen, aus den Brüsseler Bürostuben und albanischen Präsidentenpalästen erzählt und die Krise der Europäischen Gemeinschaft klug analysiert.

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Eines ist sicher: Langweilig wird einem bei der Lektüre von Kim de l’Horizons Debütroman "Blutbuch" nicht. Im Zentrum dieser 300-seitigen Ballade aus Begierde, Geheimnissen und Erinnerung steht die Figur Kim – wie de l’Horizon queer und nonbinär. Sie recherchiert nach den Ahninnen in ihrer Familie, um selbst Halt zu finden. Sie will die unerzählten Schicksale der Frauen aufdecken. Was ist mit Rosemarie geschehen, die als Kind starb? Und Tante Irma, deren Existenz alle verschweigen? Jede hat ihre Lebenslast schweigend weitergereicht, die nächste Generation muss sie schultern. Der Stil des Romans ist experimentell, die Sprache originell bis auswuchernd, das Leseerlebnis speziell.

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Das Debüt "Urwelten" des 33-jährigen Paläontologen und Evolutionsbiologen Thomas Halliday wird gerade zum großen internationalen Erfolg – und das zu Recht. Denn der Brite erzählt auf Basis sämtlicher Forschungsergebnisse die Geschichte unseres Planeten. In 16 Stationen führt Halliday zu Ausgrabungsplätzen nach Alaska und Kenia, China und Russland, Australien und in die Antarktis, und damit durch die Zeitalter: vom Pleistozän vor 20.000 bis ins Ediacarium vor 550 Millionen Jahren. Auch das schwäbische Nusplingen ist eine Station. Die klare Botschaft dieses Buches aber gilt der Zukunft: Die Ökosysteme sind extremen Belastungen ausgesetzt. Der zerstörerische Umgang des Menschen mit der Welt könnte eine Katastrophe nie erlebten Ausmaßes zur Folge haben. Was Halliday Hoffnung macht, ist die Tatsache, "dass wir uns den Zustand unserer Umwelt vor Augen führen können, dass wir die analytische Fähigkeit haben, in die Vergangenheit zu blicken und Ähnlichkeiten mit der Gegenwart zu entdecken."

Veronika Lintner