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Interview
24.12.2021

Mariah Carey erzählt: In ihrer Kindheit war das Weihnachtsfest "oft brutal"

Mariah Carey gilt als "Queen of Christmas" und hat wieder eine Weihnachtsshow für AppleTV gemacht - nachdem ein Live-Auftritt nicht möglich war.
Foto: AppleTV

Mariah Carey ist die „Queen of Christmas“, alle Jahre mit ihrem Weihnachtslied in den Charts. Ihre persönliche Festbilanz ist aber bittersüß.

Mariah Carey ist nicht nur einer der größten Popstars aller Zeiten, sondern auch die Sängerin, die Weihnachten vielleicht mehr liebt als jede ihrer Kolleginnen. 1994 veröffentlichte sie ihr erstes Weihnachtsalbum „Merry Christmas“, 16 Jahre später folgte „Merry Christmas II You“, Ihr Song „All I Want For Christmas“ ist eine der erfolgreichsten Singles aller Zeiten und stürmt jedes Jahr aufs Neue die Charts. Seit vergangenem Jahr steht sie auch für Weihnachtsshows beim Streamingdienst AppleTV+ vor der Kamera. Anlässlich ihres neuen Albums mit dem Titel „Mariah Carey: Die Weihnachtsmagie geht weiter“ stand sie in einer kleinen virtuellen Pressekonferenz Rede und Antwort.

Ms. Carey, im vergangenen Jahr präsentierten Sie erstmals „Mariah Careys magischer Weihnachtsshow“ bei AppleTV+, in diesem Jahr gibt es nun eine weitere Show. Trotz oder gerade wegen der veränderten Situation durch Corona?

Mariah Carey: Weihnachts-Alben und -Songs sind ja schon lange ein fester Bestandteil meiner Karriere, und vor der Covid-Pandemie bin ich in der Weihnachtszeit immer live aufgetreten, in großen Arenen oder Hallen. Dann kam die Pandemie – und mir wurde klar, dass aus einem echten Konzert 2020 nichts werden würde. Mit AppleTV+ war ich sowieso schon wegen eines Projekts im Gespräch, also schlug ich ihnen ein Weihnachtsspecial vor. Die Arbeit daran war eine wundervolle Erfahrung, und weil die Covid-Situation ja kaum verändert ist, lag es nahe, nun noch eine Show aufzunehmen. In diesem Jahr gebe ich zum Beispiel den Song „Christmas Baby Please Come Home“ zum Besten, den meine Fans immer schon sehr geliebt haben. Und mit „Fall in Love at Christmas“ habe sogar extra noch ein neues Lied geschrieben.

Ihr Ruf als Weihnachtskönigin des Pops begann mit dem Song „All I Want For Christmas“, den Sie 1994 erstmals veröffentlichten und der seither jedes Jahr ein Charts-Comeback feiert...

Carey: Ist Comeback wirklich das richtige Wort? Es ist eben Weihnachten, und wir mögen dieses Lied. Bei „Jingle Bells“ sagt man doch auch nicht jedes Jahr, das Lied würde ein Comeback feiern, oder? Aber egal, ich freue mich einfach, dass die Menschen so viel damit anfangen können.

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Ahnten Sie damals schon, dass das so eine große Nummer werden würde?

Carey: Am Anfang war ich selbst skeptisch, was das Lied angeht. Weihnachtsplatten waren damals eigentlich was für Stars im letzten Drittel ihrer Karriere, nicht für junge Leute wie mich damals. Aber ich erinnere mich noch, wie ich allein am Keyboard saß, ein wenig herumspielte und den Text schrieb. Und dann habe ich mit meinem damaligen Songschreiber Walter A weiter daran gearbeitet. Wir haben versucht, das Lied irgendwie zeitlos klingen zu lassen, also hofften wir sicherlich, eine Art modernen Klassiker zu schaffen. Ob am Ende aber wirklich andere Leute genauso angetan sind von einem Song wie man selbst, weiß man ja nie. Ein Erfolgsrezept gibt es schließlich nicht.

Sie haben es schon erwähnt: für viele Menschen steht Weihnachten auch in diesem Jahr noch im Zeichen der Pandemie. Haben Sie Tipps, wie das Fest trotzdem so magisch wie möglich werden kann?

Carey: Ich wünschte ich hätte einen Zauberstaub, den ich über unser aller Wohnzimmer streuen könnte. Aber ich habe keinen Zweifel daran, dass Weihnachten und die Feiertage ganz wundervoll und magisch sein können, ganz gleich was draußen in der Welt passiert. Wir müssen nur in unsere Herzen blicken und die Liebe, die wir darin finden, mit unseren Lieben und Freunden teilen. Ich bin der festen Überzeugung, dass man mit seiner eigenen Freude andere anstecken kann. Deswegen versuche ich genau das ja auch gerade zu Weihnachten immer wieder zu tun.

Ihre eigene Liebe zum Weihnachtsfest stammt vermutlich aus Kindheitstagen, oder?

Carey: Meine ersten Weihnachtserinnerungen sind eher bittersüß, denn ich bin in einer ziemlich dysfunktionalen Familie groß geworden, in der es leider oft brutal zuging. Ich hoffte jedes Jahr aufs Neue, dass die Feiertage wunderbar werden würden, aber nicht immer war das der Fall. Trotzdem war die Weihnachtszeit für mich immer ein Höhepunkt. Ich hatte einen kleinen Adventskalender, bei dem ich jeden Tag ein Türchen öffnen durfte. Und meine Mutter war es, die mir das Weihnachtsfeeling wirklich nahe brachte. Sie kochte in unserer kleinen Wohnung Glühwein und sang mit Freundinnen Weihnachtslieder, das hat mich sehr geprägt.

Und wie feiern Sie heutzutage mit Ihrer Familie?

Carey: Ich versuche immer, mit den Kindern irgendwo im Schnee zu sein, denn das lieben sie. In der Vergangenheit wurde das oft ein wenig stressig, weil ich bis kurz vor Weihnachten Auftritte hatte und wir dann auf den letzten Drücker in ein Flugzeug stiegen. Inzwischen planen wir langfristiger, einen Monat im Voraus, das macht die Sache entspannter. Ich kann nicht leugnen, dass die Kids inzwischen die Hälfte der Zeit eigentlich nur mit ihren Videospielen verbringen wollen. Das ist wohl heute so. Aber ich selbst genieße die Tage enorm. Das ist die einzige Zeit des Jahres, wo ich wirklich entspannen kann. Und wenn es dann noch schneit, könnte ich nicht glücklicher sein. Ich bitte sogar immer darum, geweckt zu werden, wenn es schneit, so sehr liebe ich Schneeflocken.

Was war das luxuriöseste Weihnachtsgeschenk, das Sie je gemacht haben?

Carey: Oh, das dürfte wohl der Ferrari gewesen sein, den ich mal verschenkt habe. Ob die Person, die ihn bekommen hat, ihn letztlich auch verdiente, ist allerdings eine andere Frage.

Haben Sie eigentlich vor, Ihrem Titel als „Queen of Christmas“ auf ewig weiter Ehre zu machen?

Carey: Was soll ich denn stattdessen machen, mich am Nordpol zur Ruhe setzen? Aber im Ernst: Ich habe mir diesen Titel nicht selbst gegeben. Ich mache einfach nur gerne Musik, liebe Weihnachtslieder und habe selbst ein paar geschrieben, die den Menschen gut gefallen. Ich bin einfach ich und mache, was mir gefällt. Ich wüsste nicht, wie ich das sein lassen sollte.

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