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  4. Interview: Ozzy Osbourne: "Die Arbeit hält mich am Leben"

Interview
10.09.2022

Ozzy Osbourne: "Die Arbeit hält mich am Leben"

Rockstar Ozzy Osbourne bei der Abschlusszeremonie der Commonwealth Games in Birmingham.
Foto: David Davies, PA Wire/dpa

Heavy-Metal-Legende Ozzy Osbourne liefert mit 73 ein neues Album und trainiert für eine Tournee. Er spricht über seine Krisen, die Heimkehr nach England – und ein bisschen über Politik.

Wie läuft es, lieber Ozzy?

Ozzy Osbourne: Gut, gut. Ich bin noch immer dabei, mich von meiner letzten Operation zu erholen. Das war doch eine ziemlich massive Sache. Es dauert, aber es wird so langsam besser. Ich muss Geduld haben.

Verlief die Operation zufriedenstellend?

Osbourne: Jau, die Operation war eine sehr gute Sache.

Es ging echt schnell mit Ihrem neuen Album „Patient Number 9“, das wieder Andrew Watt produziert hat. Warum? Ein kreativer Schub?

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Osbourne: Ach, das hatte mit dieser bescheuerten Pandemie zu tun. Und mit meinem Nacken. Ich konnte wegen beidem nicht groß weg und ich hatte auch nichts zu tun. Ich wollte aber was tun, ich hatte keine Lust, nur herumzusitzen. Dass ich dieses Album machen konnte, hat mich davon abgehalten, durchzudrehen und verrückt zu werden.

Wer ist denn dieser „Patient Number 9“?

Osbourne: Die Geschichte rund um diesen Patienten ist fiktiv, wir haben uns das ausgedacht. Jedenfalls ist er ein Patient in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Faszinieren Sie psychiatrische Anstalten als solche?

Osbourne: Na ja, ich bin mal als Patient in einer gewesen. Dass es mich fasziniert hat, kann ich nicht sagen. Die Drähte in meinem Gehirn waren damals heiß gelaufen, die Psyche brauchte Ruhe und Abkühlung.

Das war 1982, am Ende Ihrer „Diary Of A Madman“-Solotournee, richtig?

Osbourne: Ja, das stimmt. Ich hatte aber auch schon in den frühen Siebzigern einen psychischen Zusammenbruch.

Wie haben Sie sich wieder bekrabbelt?

Osbourne: Ich habe eine Zeit lang Medikamente genommen, so wurde es nach und nach wieder besser. Weißt du, die Leute haben immer noch Schwierigkeiten damit, zu sagen, dass sie psychische Probleme haben oder in einer psychiatrischen Anstalt waren. Dabei ist das so verbreitet und überhaupt kein Grund, sich zu schämen. Besonders seit diesem Pandemie-Ding. Ich kann mir echt vorstellen, wie es die Leute im Kopf kaputtgemacht hat, zwei Jahre in ihren Häusern eingesperrt gewesen zu sein. Der totale Horror.

Für Sie auch?

Osbourne: Durch die Schmerzen in meinem Nacken und die Operation hätte ich sowieso nicht viel machen können. Keiner hat gearbeitet und ich meistens auch nicht. Aber ich habe meine Ziele erreicht in dieser Zeit: das Album zu machen und den Nacken operieren zu lassen.

Welches Ziel ist das nächste?

Osbourne: Auf Tournee zu gehen. Das würde ich unheimlich gerne. Sobald ich meine Gesundheit zurückhabe, werde ich loslegen und wieder live spielen.

Tun Sie viel für Ihren Körper gerade?

Osbourne: Ich habe einen persönlichen Trainer, der mit mir Physiotherapie macht. Jeden Tag! Also an fünf Tagen pro Woche. Und ich mache zusätzlich noch viele Übungen alleine. Das Coronavirus hatte ich auch, war nicht angenehm. Einen Tag war ich komplett am Arsch, wirklich komplett. Dann habe ich Pillen genommen, zwei am Morgen, zwei am Abend, und es wurde wieder besser. Glücklicherweise bin ich vollständig geimpft.

Im Song „Immortal“ behaupten Sie, unsterblich zu sein. Das denken Sie aber nicht wirklich, oder etwa doch?

Osbourne: Nein, nein, nein. Ich weiß sehr gut, dass ich nicht unsterblich bin. Es gab mal Zeiten, da war ich mir ganz sicher, dass es niemals zu Ende gehen wird. Aber das tut es. Alles geht irgendwann einmal vorbei, auch mein Leben hier auf Erden.

Aber es kann gerne noch eine ganze Weile weitergehen.

Osbourne: Ja! Oh ja! Ich habe noch nicht genug.

Also keine Rente.

Osbourne: Bitte nicht. Die Arbeit hält mich am Leben.

Das haben Sie auch über die Aufnahmen Ihres vorherigen Albums „Ordinary Man“ gesagt. Ist die Musik demnach Ihr Lebenselixier?

Osbourne: Absolut. Ich flippe aus, wenn ich nichts zu tun habe. Was soll ich machen? Nur im Haus liegen und jammern? Nein, ich muss Songs schreiben und Platten machen. Ich arbeite einfach so viel, wie ich kann. Wenn ich erschöpft bin, mache ich eine Pause oder Feierabend. Ich quäle mich nicht. Im Gegenteil. Ich habe viel lieber etwas zu tun, als mürrisch zu sein und zu denken: „Ich werde nie wieder laufen können“ oder „Ich werde nie wieder eine Show spielen können“. Ich meine, an dieser Platte zu arbeiten, war auch wie eine Therapie für mich. Ich denke lieber über tausend andere Dinge nach als über meine Gesundheit.

Erinnert Sie „Patient Number 9“ vielleicht sogar an den frühen Ozzy, an die goldene Zeit von Black Sabbath gar?

Osbourne: Wir haben 2022. Daran kommen wir nicht vorbei. Und ich bin kein großer Freund von Nostalgie. Aber hätte „Patient Number 9“ auch ein geiles Sabbath-Album sein können? Ja, absolut. Gegen eine solche Behauptung habe ich so rein gar keine Argumente (lacht).

Mit Jeff Beck und Eric Clapton sind zwei ehemalige Yardbirds-Mitglieder mit von der Partie. Wie stehen Sie zu den Yardbirds?

Osbourne: Ich liebe die Yardbirds, schlicht und einfach. Der Name Jeff Beck fiel, als Andrew und ich über die Platte sprachen. Wir dachten: „Wäre es nicht total cool, Jeff Beck als Gitarristen zu gewinnen?“ Und mit Eric war es genauso, wir kennen uns ein bisschen, sind uns ein paar Mal über den Weg gelaufen. Ich sagte zu Andrew, er soll doch beide fragen, und wenn sie nicht wollen, dann eben nicht. Und wenn sie wollen, super. Er fragte, und beide sagten: „Klar, super.“ Und ich so: „Fuck, yeah, Jeff Beck und Eric Clapton sind dabei. Jeff Beck, Mann!“ Ich finde sein Solo auf „Patient Number 9“ absolut umwerfend, der Kerl ist ein Genie.

Auch Tony Iommi von Black Sabbath ist dabei.

Osbourne: Ja, das ist er. Tony hat mich toll unterstützt und stand mir in der schwierigen Zeit bei. Wir haben fantastische Songs zusammen gemacht, „No Escape From Now“ zum Beispiel, eine echt mächtige Nummer.

Stimmt eigentlich, dass Sie versucht haben, auch Jimmy Page für Ihr Album zu gewinnen?

Osbourne: Ja, das ist wahr. Keine Ahnung, warum das nicht geklappt hat. Ich hatte ihm geschrieben, aber da kam nichts zurück. Wahrscheinlich hatte er andere Sachen zu tun.

Und Taylor Hawkins, der inzwischen gestorbene Schlagzeuger der Foo Fighters, ist noch mit von der Partie.

Osbourne: Taylors Beitrag bedeutet mir sehr viel. Es ist traurig. Nur wenige Wochen, bevor er starb, spielte er noch seinen Part für meine Platte ein.

Ozzy, Sie haben verkündet, dass Sie Ihr Haus verkaufen, Los Angeles verlassen und mit Ihrer Frau Sharon wieder zurück in Ihre Heimat nach England ziehen möchten. Was ist der Grund?

Osbourne: Steuern! Hier in Kalifornien ist das richtig übel geworden, was man da inzwischen bezahlen muss, ist der Wahnsinn. Und ich habe auch ein bisschen Sehnsucht nach Europa. Immer, wenn ich in Europa auf Tournee war in den letzten Jahren, bin ich schon ziemlich platt gewesen. Also möchte ich jetzt gern in Europa mit den Konzerten anfangen. Um frischer zu sein. Meine Familie vermisse ich natürlich auch sehr, meine Schwestern und Brüder und ihre Kinder und Enkel. Wir sind ja ganz schön viele Blutsverwandte (lacht).

Sie haben jetzt vor kurzem das 40-jährige Hochzeitsjubiläum mit Sharon gefeiert. Hätten Sie gedacht, dass Ihre Ehe so lange hält?

Osbourne: Sharon und ich, wir sind ein Wunder. Vierzig Jahre! Wir haben wirklich allen gezeigt, dass es funktionieren kann. Die wenigsten hätten das wohl für möglich gehalten.

Was ist das Geheimnis Ihrer Beziehung?

Osbourne: Ich habe gelernt, in Deckung zu gehen.

Zum Schluss was Politisches. In Europa ist Krieg, Putin hat die Ukraine überfallen. Was denken Sie als Engländer, Jahrgang 1948, über das, was gerade geschieht?

Osbourne: Ich denke, das ist sehr, sehr traurig, was in der Ukraine passiert. Ich hatte geglaubt, wir wären weiter und klüger. Ich bin im Frieden aufgewachsen. Ich hatte nicht damit gerechnet, noch einmal Krieg zu erleben. Und gerade in der heutigen Zeit ist es doch verdammt noch mal geisteskrank, so einen Krieg vom Zaun zu brechen. Ich bin gegen diesen Krieg, so sehr man das nur sein kann.

Immerhin ist Boris Johnson jetzt weg. Sie haben ihn einen Clown genannt.

Osbourne: Boris ist einer der größten Idioten, die mir je untergekommen sind. Ich kann es nicht glauben, dass er überhaupt den Job als Premierminister bekommen hat. Der Typ war doch immer schon komplett nutzlos.

Letzte Frage: Der Rock ’n’ Roll, wird er uns alle überleben?

Osbourne: Das möchte ich doch wirklich sehr hoffen!

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