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Youtube
05.01.2023

Überleben in der Wildnis: Warum "7 vs. Wild" perfekt in die Zeit passt

Das Personal von Staffel zwei des Youtube-Erfolgformats „7 vs. Wild“.
Foto: a

Was kommt heraus, wenn sieben Youtube- und Social-Media-Stars allein auf einer Dschungelinsel durchhalten müssen? Eine Riesenshow.

Zurück zu den Wurzeln, zurück zur Natur, das stellt man sich eigentlich immer harmonisch vor: Der Mensch im Einklang mit allem, was ihn umgibt, befreit von den Zwängen der Technik, herausgelöst aus dem Takt der Arbeit, dem Leben nach der Uhr. Wobei hierzulande unter Natur wahrscheinlich oft ein gut gepflegter deutscher Mischwald vor dem inneren Auge auftaucht, bestens erschlossen, aufgeräumt. 

Der Mensch inmitten von Vogelgezwitscher, vielleicht auch einmal einer leichten Brise, Sonnenschein mit ein paar Wolken und schön viel Moos, um sich darauf auszuruhen: die Natur als das Wellness-Öko-Ressort schlechthin. Im Sprech der Wohlfühlindustrie ein Ort, um die Seele baumeln zu lassen.

Dass es diesen Ort nicht gibt, geschenkt. Dass die Natur nie den Komfort eines Vier-Sterne-Hauses erreicht, ebenfalls. Sie ist da nur Projektionsfläche für etwas Verlorenes. Wer noch von Zurück-zur-Natur träumt, will dort nicht hin. Denn diejenigen, die es ernst meinen, sind komplette Realisten. Die wissen: Zurück zur Natur ist eine Rückkehr zu Urzeit-Überlebensformen des Menschen, so archaisch und gefährlich wie der Stierkampf.

„7 vs. Wild“ ist gerade der heiße Scheiß bei den Jugendlichen

Schaut man darauf, wie erfolgreich im Netz Deutschlands knallhartes Survival-Format „7 vs. Wild“ ist, wird klar, dass der Überlebensrealismus gerade über alle Waldromantik siegt, jedenfalls auf dem Streamingportal Youtube. In Einschaltquoten gerechnet kommt die zweite Staffel dieses Formats in Bereiche, in denen im analogen deutschen Fernsehen nur der „Tatort“ mit seinen besseren Folgen zu finden ist – aber mit umgekehrter Alterspyramide. Oder, um es mal im Schulhofton auf den Punkt zu bringen: „7 vs. Wild“ ist gerade der heiße Scheiß bei den Jugendlichen landauf landab.

In der ersten Staffel dieses Formats im Jahr 2021 hat der Youtuber und Ideengeber Fritz Meinecke für sich und seine sechs Gegnerinnen und Gegner die schwedische Wildnis ausgesucht, also den deutschen Wohlfühlwald durch nordischen Urwald ersetzt. In der zweiten Staffel hat sich nun der Sehnsuchtsort Tropeninsel für alle Kandidaten als doppelt so harte Kokosnuss entpuppt: Die Natur so dicht, dass kaum ein Platz für den Eindringling Mensch bleibt, dazu ständiger Regen und Moskitoschwärme. Natur als Angriff auf alle Bequemlichkeit. Um es mit dem Ideengeber und Survival-Blogger Fritz Meinecke zu sagen: „Das Leben beginnt am Ende der Komfortzone.“ Und damit trifft er wohl gerade einen Nerv.

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Bei „7 vs. Wild“ müssen die Teilnehmer alles selber suchen: Wasser, Essen, Unterkunft

Während in Deutschland also seit Jahren darüber gesprochen wird, wie das Problem der Wohnungsknappheit gelöst werden kann, während durch die steigenden Baupreise und die steigenden Zinsen für viele Wohneigentum unerschwinglich geworden ist, geht es Fritz, Knossi und Co. auf der Insel vor Panama viel schlechter. Ihre improvisierten Unterstände halten den Regen kaum ab, werden von der Flut weggespült, schützen nicht gegen die Stiche in der Nacht.

Während hierzulande die Lebensmittelpreise stark steigen, Milch und Butter Rekordhöhen erreichen, müssen die sieben Überlebenskünstler auf der Insel aufpassen, sauberes Trinkwasser zu finden. Glücklich, wer Kokospalmen in seiner Nähe hat, die versorgen einen nicht nur mit genießbarer Flüssigkeit, sondern liefern gleichzeitig auch noch ein paar Kalorien, um der Dschungeldiät die Spitze zu kappen.

Im Vergleich zu „7 vs. Wild“ hat das Dschungelcamp Hotel-Charakter

Wer sich unter „7 vs. Wild“ die Youtube-Version des Dschungelcamps vorstellt, liegt nicht ganz falsch, was den Dschungel und die Selbstdarstellung angeht, dann aber doch völlig daneben. Das Dschungelcamp hat im Vergleich zu „7 vs. Wild“ den Charakter eines Hotelaufenthalts. 

Und jenseits von all den Zumutungen, die die Natur auf der Tropeninsel bereit hält, kommt noch etwas dazu: die Einsamkeit. Sieben Tagen äußersten Strapazen ausgesetzt zu sein, ist das eine, sieben Tage vollkommen allein zu sein, das andere mitunter schwerere, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich da um Youtube- und Social-Media-Stars handelt, um Menschen, die sich überspitzt gesagt 24 Stunden lang im Netz tummeln.

Ihnen auf der Insel zuzuschauen, ihnen zuzuschauen, wie sie sich vor der Kamera, die sie selbst in den Händen halten, inszenieren, ihnen zuzuschauen, wie die einzelnen Inszenierungen langsam brechen und die Emotionen dahinter ungefiltert hervortreten, das übersteigt dann das Wildnis-Experiment noch einmal. Genau dieses Unverstellte, das suchen doch alle, die sich für Tage oder Wochen aus der Gesellschaft zurückziehen und sich in die Natur begeben: Natur, nicht als Wellness-Ressort, sondern als Erkenntnisraum. 

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