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Kino
08.08.2018

Inselglück im Krieg in der historischen Dramödie "Deine Juliet"

Auf die Insel kommt Schriftstellerin Juliet Ashton (Lily James).
Foto: Studiocanal

In der Romanverfilmung "Deine Juliet" fällt während des Zweiten Weltkrieges die Wehrmacht auf Guernsey ein. Eine Schriftstellerin steht mittendrin.

Während des Zweiten Weltkrieges fiel 1940 mit der Kapitulation Frankreichs auch die britische Kanalinsel Guernsey unter deutsche Besatzung. Was England während des „Blitzkrieges“ fürchtete, war hier schon traurige Realität. Diesen zeitgeschichtlichen Kontext nutzt Regisseur Mike Newell – dem Roman von Mary Ann Shaffer und Annie Barrows folgend – für seine historische Dramödie „Deine Juliet“.

Im Fokus steht die junge Schriftstellerin Juliet Ashton (Lily James), die gerade ihren ersten Bestseller-Erfolg feiert, als ein Brief von der Insel Guernsey hereinflattert. Der dortige Buchklub bittet sie um Hilfe und Juliet nutzt die Gelegenheit, London zu entfliehen. Auf Guernsey entpuppt sich nicht nur der Briefeschreiber Dawsey (Michiel Huisman) als gut aussehender, sensibler Schweinebauer. Auch der Literaturzirkel mit seinen exzentrischen Mitgliedern und die jüngste Geschichte der Insel ziehen die Autorin immer mehr in ihren Bann.

Der Film schwingt zwischen Nachkriegs- und Besatzungszeit hin und her

In gediegener Rückblendenakrobatik schwingt der Film nun zwischen Nachkriegs- und Besatzungszeit hin und her. Geheimnisse werden angedeutet und von der neugierigen Schriftstellerin nacheinander gelüftet. In „Deine Juliet“ werden die tragischen Kriegserlebnisse unter deutscher Besatzung, von der Evakuierung über die Kollaboration bis zur Deportation, ins putzige Nostalgieformat verwässert.

Tapfer stemmen sich das pittoreske Flair der Insel, das honigfarbene Licht und die liebenswerten Provinzbücherwürmer gegen die schmerzhaften Erinnerungen, die schon bald wieder von den Glücksversprechungen der Gegenwart weggespült werden. Newell beweist sich hier als echter Brit-Kitsch-Meister, dessen Mischung aus Sentimentalität und Understatement immer noch deutlich besser zu ertragen ist als die aggressive Rührseligkeit Hollywoods.

Wertung: 3 / 5

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