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15.03.2009

"Kleiner Mann, was nun?" als Revue in Hamburg

Hamburg (dpa) ­ Als unterhaltsam-bunte, doch auch gefühlvoll- traurige Musikrevue über Abstieg und Arbeitslosigkeit eines Angestellten in der Weltwirtschaftskrise ist in Hamburg Hans Falladas Romanklassiker "Kleiner Mann, was nun?" von 1932 auf die Bühne gebracht worden.

Bei der Premiere der Inszenierung Gil Mehmerts, die Elemente aus Music-Hall, Musical, Comic und Stummfilm sowie alte Songs verbindet, applaudierte das Publikum im Altonaer Theater herzlich. Die Koproduktion mit dem Nationaltheater Mannheim und dem Theater am Kurfürstendamm Berlin wird später auch an diesen Bühnen gezeigt werden.

Vor gemalter Großstadtkulisse mit greller Leuchtreklame hetzt in Stummfilmmanier ein blasser junger Mann mit altmodischen Hosenträgern. Man spürt seine Verzweiflung, schließlich zieht er sich eine Plastiktüte über den Kopf, um Selbstmord zu begehen. Doch dann erlebt der Zuschauer die Geschichte dieses Angestellten Pinneberg ­ in der Bühnenbearbeitung von Volker Bürger und Gil Mehmert - von Anfang an: seine Liebe zur Arbeitertochter Lämmchen, die schwanger wird, die Ehe mit wenig Geld, die Demütigungen am Arbeitsplatz, Jobverlust und Schikanen der eigenen Mutter. Dazu spielt ein Trio auf Keyboard, Gitarre und Schlagzeug Evergreens wie "Young At Heart", "We Have A One-Way Ticket To Heaven" und "Hit The Road Jack".

Mit Fantasie und Liebe sowie charmant gewitzten Darstellern und Musikern gestaltet der Regisseur die Szenenfolge. Temporeich und kammerspielartig erzählt er darin von der Verteidigung privaten Glücks in grausamer Umwelt. Nicht um vordergründige Aktualität bemüht, geht Mehmert in der Wahl seiner Mittel recht collagenhaft vor: Doch selbst wenn etwa Stummfilm-Slapstick, Steffi Bruhns 30er-Jahre-Musical-Bühnenbild und Flachbildfernseher sich nicht immer schlüssig verbinden, so tut das dem herzerwärmenden Vergnügen kaum Abbruch.

"Kleiner Mann, was nun?" als Revue in Hamburg

Neben den Hauptdarstellern Dominic Oley (Pinneberg) und Franziska Hackl (Lämmchen) singen und spielen Nina Petri und Peter Franke. Die musikalische Leitung hat Alexander Geringas.

www.altonaer-theater.de

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