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27.02.2018

Komponieren, wie die Kuh Milch gibt

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Weshalb Richard Strauss Bayerns berühmtester Tonsetzer ist

Bayerische Komponisten gibt es einige – von Hans Leo Haßler über Willibald Gluck bis hin zu Carl Orff und Werner Egk. Aber keiner von ihnen wird heute weltweit so häufig aufgeführt, keiner konnte so dezidiert bayerisch komponieren wie Richard Strauss, 1864 geboren in München, 1949 gestorben in Garmisch. Im Extremfall, in seiner „Alpensinfonie“, schrieb er Musik so, wie die Kuh Milch gibt. Oder so, wie sich ihm das Wettersteingebirge darbot von seiner Villa aus, die er sich von den Tantiemen für seine Oper „Salome“ (1905) bauen ließ. In der „Alpensinfonie“ jedenfalls setzte Strauss effektvoll eine Bergbesteigung vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung um, einschließlich Jagdhörnerschall, Kuhglocken, Gewitter. Das war der gemütvolle Strauss mit seinem Faible auch für Skat. Daneben gibt es den Bildungsbürger Strauss, der sich brillant auskannte in der griechischen Mythologie und in der deutschen Klassik.

Und es gibt den Großbürgerschreck Strauss, der es mit seinen musikalisch heftigsten Opern, eben der „Salome“ und der „Elektra“ (1909), zu kurzzeitiger Abscheu brachte. Nervenaufreibend, als psychisch-abartigen Sog, setzte er der Tochter der Herodias, die innig den Mund des geköpften Johannes des Täufers küsst, ein monströses Denkmal – und der Tochter des ermordeten Agamemnon, die nur für eines lebt und singt: Blutrache.

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