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Wagner-Festspiele

20.01.2020

Künstler Meese will Bayreuther Festspiele übernehmen

Der Künstler Jonathan Meese feiert bald seinen 50. Geburtstag. Sein Vorsatz für die zweite Lebenshälfte: Keine Opern mehr. Für Bayreuth würde Meese aber eine Ausnahme machen.
Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa

Trotz seines Scheiterns bei der Inszenierung des "Parisfal" 2016 würde Jonathan Meese gerne wieder in Bayreuth arbeiten - und die Festspiele "radikalisieren".

Der vor einigen Jahren in Bayreuth gescheiterte Künstler Jonathan Meese würde gern die Richard-Wagner-Festspiele komplett übernehmen. "Ich würde gerne Chef sein von dem Laden", sagte Meese kurz vor seinem 50. Geburtstag (23.1.) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er traue es sich zu, "jede Inszenierung zu machen. Gleichzeitig. Und der Chef des Hauses zu sein."

Meese kritisiert Bayreuther Festspielleitung: "Zu gefällig, zu anbiederisch"

Meese hat bereits Vorstellungen für eine Rückkehr auf den Hügel: "Dann würde ich nur die Radikalinskis holen, nur die Profis. Also niemanden, der politisch gleichgeschaltet ist. Niemand, der irgendjemand gefallen will", sagte der Maler und Konzeptkünstler. "Für mich ist das ja alles zu gefällig, zu anbiederisch."

Der sich öffentlich exzentrisch gebende Meese sollte für 2016 "Parsifal" in Bayreuth inszenieren sowie die Bühnenbilder und Kostüme gestalten. Die Festspiele hatten die Zusammenarbeit Ende 2014 nach "erheblichen Finanzierungsproblemen" beendet. 

"Bayreuth tut mir immer noch sehr weh, wie man damals mit mir und Richard Wagner umgegangen ist", sagte Meese. "Richard Wagner kann man nicht gleichschalten." Der Komponist sei eine extreme Figur mit "harten Gesten und harten Sachen", der sich nicht glattbügeln lasse. "Gefallsucht in der Kunst ist der falsche Weg, man muss die Dinge radikalisieren."

Künstler Meese schließt Opern-Comeback außerhalb von Bayreuth aus

Meese kündigte an, er wolle "nie wieder in meinem Leben eine Oper machen". Mit einer Ausnahme. "Wenn mich Bayreuth ruft, um wieder was Radikales zu tun, dann würde ich das machen. Ich gehe aber davon aus, dass die Führung sowas von weltgleichgeschaltet ist für die nächsten zehn Jahre. Da wird nichts passieren." (dpa)

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