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24.03.2009

"Künstlerhäusern" in Worpswede droht das Aus

Worpswede/Hannover (dpa) - Das drohende Aus für das Stipendien- Programm im Künstlerdorf Worpswede bei Bremen stößt auf Kritik.

Bürgermeister Stefan Schwenke (parteilos) warf am Dienstag dem niedersächsischen Kultusministerium vor, eine international bekannte Marke zu zerstören. Hintergrund sind Pläne von Minister Lutz Stratmann (CDU), dem Künstlerdorf am Rande des Teufelsmoores die Stipendien-Fördergelder zu streichen und stattdessen nach Lüneburg zu vergeben. Seit 30 Jahren kommen Künstler aus aller Welt nach Worpswede und werden finanziell gefördert. Zu den berühmtesten Vertretern der ersten Generation gehören Otto Modersohn und Paula Modersohn-Becker, Heinrich Vogeler, Fritz Mackensen und Hans am Ende.

Für 2009 gab es mehr als 1000 Bewerbungen für 21 Stipendien. Das große Interesse zeige die hohe Bedeutung des Förderprogramms, sagte Schwenke. Die Entscheidung von Stratmann sei für ihn nicht nachvollziehbar. "Damit gibt er eine gewachsene Künstlerförderung auf, die sich in der Welt einen guten Namen erarbeitet hat." Das sei nicht nur schädlich für die Stipendiaten, sondern auch für die 1889 gegründete Künstlerkolonie. "Worpswede wird nicht untergehen, aber es geht der internationale Bezug zur zeitgenössischen Kunst verloren."

Auch Andreas Topp von der Barkenhoff-Stiftung zeigte Unverständnis für Stratmanns Pläne: "Wir hoffen, dass egal unter welchen Bedingungen, eine Künstlerförderung für Worpswede bestehenbleibt." Auch der Sprecher der Worpsweder Agenda-Gruppe Kunst + Kultur, Helmut Stelljes, kritisierte die Pläne des CDU-Politikers: "120 Künstler leben und arbeiten hier. Die Kunst lebt in Worpswede." Über die Pläne sollte noch diskutiert werden. "Ich wünsche mir einen sachlichen Dialog aller Beteiligten."

"Künstlerhäusern" in Worpswede droht das Aus

Das Kultusministerium hatte am 12. März angekündigt, dass Förderprogramm an der Leuphana Universität Lüneburg zu konzentrieren. Ziel sei eine Profilierung der Uni für ein international renommiertes Künstlerprogramm, hieß es. Für Worpswede habe das Ministerium aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung einen Masterplan erstellt. "Das Künstlerdorf soll baulich, strukturell und konzeptionell zukunftsfähig gemacht werden", sagte Stratmann am Dienstag.

Die Barkenhoff-Stiftung widmet sich gemäß Satzung seit 1981 nicht nur der Pflege des Nachlasses des Malers, Designers und Architekten Heinrich Vogeler (1872-1942), sondern auch der Förderung der zeitgenössischen Kunst. Zusammen mit der 1971 begonnenen Künstlerförderung des Atelierhauses Worpswede wird das Stipendienprogramm seit 1997 unter dem Dachnamen "Künstlerhäuser Worpswede" gemeinsam geleitet. In zehn Ateliers sind stets internationale Künstler für einige Tage bis zu sechs Monaten zu Gast. Sie werden mit Stipendien des Landes Niedersachsen gefördert.

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