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Kultur
04.01.2021

Intendantin Kathrin Mädler verlässt das Landestheater Schwaben

Die Intendantin Kathrin Mädler verlässt das Landestheater Schwaben.
Foto: Richard Mayr

Unerwartet: Die Intendantin Kathrin Mädler beendet vorzeitig ihr Engagement in Memmingen, obwohl ihr Vertrag erst kürzlich um fünf Jahre verlängert wurde.

Ein Paukenschlag mitten im Lockdown am Landestheater Schwaben: Kathrin Mädler, erfolgreiche Intendantin des Landestheaters, folgt dem Ruf an das Theater Oberhausen und übernimmt dort die Intendanz. Sie beendet zur Spielzeit 2022/23 ihren Vertrag in Memmingen. Unter der Leitung der gebürtigen Osnabrückerin konnte das Landestheater überregional viel Aufmerksamkeit erringen. Erst im Juli hatte folgerichtigerweise der Zweckverband ihren Vertrag für fünf Jahre verlängert.

Manfred Schilder, Oberbürgermeister der Stadt Memmingen und Vorsitzender des Zweckverbands Landestheater Schwaben bedauert den Wechsel von Mädler sehr: „Frau Mädler arbeitet am Landestheater Schwaben höchst innovativ und hat mit ihrem Team dem Theater überregionale Strahlkraft verliehen. Für das Landestheater Schwaben ist es ein herber Schlag, dass Frau Mädler ihren erst kürzlich verlängerten Vertrag nicht vollständig erfüllen wird.“

Mädler wird an ein traditionsreiches Theater im Ruhrgebiet berufen

So wurde das Theater 2019 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet, erhielt 2019 eine Einladung zu den Mülheimer Kinderstücken und 2018 den bayerischen Kunstförderpreis. „Das Theater hat durch zahlreiche Vernetzungs- und Kooperationsprojekte neue gesellschaftliche Verbindungen geschaffen. Und auch die steigende Akzeptanz beim Publikum zeigt, dass sie das Theater zu einem Ort der ästhetischen wie politisch-gesellschaftlichen Auseinandersetzung gemacht hat“, betont Schilder.

Trotzdem kann Schilder dem Weggang auch eine gute Seite abgewinnen und sich für Mädler freuen, da Theaterarbeit ja auch immer Offenheit für Veränderungen voraussetzt und neue Impulse verlangt. „Die Berufung an ein so traditionsreiches und künstlerisch herausragendes Theater wie Oberhausen bedeutet auch, dass das Landestheater Schwaben in der deutschen Theaterlandschaft eine Größe geworden ist. Wir wünschen Frau Mädler alles Gute für ihren weiteren Weg“, schließt Schilder. Er äußert sich zuversichtlich, dass die oder der Nachfolgende ein bestens bestelltes Haus vorfinden wird und an vielversprechende Perspektiven anknüpfen kann.

Die 44-jährige Intendantin Kathrin Mädler sieht ihren Wechsel ebenfalls mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Das Landestheater Schwaben ist für mein Team und mich ein wunderbares künstlerisches Zuhause: Wir arbeiten hier mit dem Vertrauen und der Unterstützung des Zweckverbandes und großer Zuwendung auf Seiten der Partner und des Publikums. Für diese liebevolle Offenheit gegenüber unserer Theaterarbeit bedanke ich mich von Herzen. Es wird sehr schwerfallen, dieses Theater mit seinem hervorragenden Mitarbeiter zu verlassen. Ich sehe der Herausforderung, das Theater Oberhausen zu leiten aber natürlich mit größter Freude entgegen.“

Am Theater Oberhausen muss der Intendant nach nur fünf Jahren gehen

Am Theater Oberhausen läuft Florian Fiedlers Vertrag als Intendant aus. Der 43-Jährige hat mit der Leitung dort 2017 begonnen, sein Vertrag wurde dieses Jahr jedoch nicht verlängert, ein Umstand, den Fiedler nicht ganz verstehen kann, weil er sagt, dass man im dritten Jahr als Intendant erst richtig ankomme. Er hat das Haus öffnen wollen. Allerdings litt die Stimmung in den ersten beiden Spielzeiten der Intendanz, wie die Theater-Plattform Nachtkritik berichtet. Dort heißt es auch, dass der Lockdown für Florian Fiedler wohl zu spät gekommen sei. Seit Beginn der Maßnahmen triumphiere der Intendant nämlich mit seinen Produktionen.

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