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Kunst
23.04.2021

Eine Künstlerin verkauft den Geruch von frischem Geld

Vor dem Finanzamt Karlsruhe Stadt wird ein Flacon mit dem Parfüm Aerarium gezeigt. Im Neubau des Karlsruher Finanzamtes soll man künftig das Parfüm kaufen können, das nach frisch gedrucktem Geld riechen soll und in der ersten Auflage auf 600 Stück limitiert ist.
Foto: Uli Deck, dpa

Kein Scherz - im Finanzamt in Karlsruhe gibt es jetzt den Geruch von frischem Geld zu kaufen. Das Parfüm ist ein ausgefallenes Kunstprojekt.

Geld und Kunst stehen in einem rätselhaften Verhältnis zueinander. Es gibt Sammler, die Kunst als Geldanlage betrachten, die Rendite abwerfen soll. Dazu passend gibt es den Kunstmarkt, der viel zu oft die Qualität von Kunst nur noch nach deren Preis bemisst. Was am meisten kostet, muss auch das Beste sein. Und dann gibt es Kunstwerke, die das alles aufspießen und ins Absurde treiben.

Als Joseph Beuys Geldscheine mit der Gleichung „Kunst = Kapital“ versehen hat, sollte das allerdings keine Feier des Kunstkapitalmarkts sein, sondern ein Hinweis, dass Kreativität und Ideenreichtum das eigentliche Kapital des Menschen darstellen. Und ja, es war ja auch ein teuflischer Einfall des italienischen Konzeptkünstlers Piero Manzoni, seine alltäglichen Verrichtungen in Dosen zu 30 Gramm abzufüllen und sie als „Merda d’artista“ zum damals gültigen Goldpreis anzubieten.

Das Geld duftet nach Iris, Feigenblättern und Cannabis

Auch da galt nach dem Geschäft – also dem Kaufgeschäft – die Uraltweisheit, dass Geld nicht stinkt. Die Konzeptkünstlerin Katharina Hohmann wendet die Redewendung nun sogar ins Positive: Ihre Duft-Kreation „Aerarium“ soll nach frisch gedrucktem Geld riechen, also nach Iris, Feigenblättern, Cannabis und weißem Moschus, entworfen vom Züricher Parfümeur Andreas Wilhelm. Verkaufsstelle dieses Parfüms – bitte festhalten – ist der Neubau des Finanzamts Karlsruhe, für den Hohmann den Kunst-am-Bau-Wettbewerb mit ihrer Geld-Duft-Idee gewonnen hat. Als Steuerzahler ziehen wir den Hut vor Hohmann, die es mit der Arbeit auf den Punkt bringt: Die Finanzämter lassen Monat für Monat Unsummen frisch verdienten Geldes verduften, noch bevor man sich am Geruch des sauer Verdienten erfreuen konnte, da langt ein Blick auf den Lohnzettel und die Abgaben.

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