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Kunstmesse München
19.10.2018

Highlights in der Residenz

Alfons Walde: Luis Trenker
Foto: Freller/ Linz

Die Messe „Highlights“ bietet viel kleinformatige Kunst auf Papier und Leinwand. Das heißt aber noch lange nicht, dass nur wenige Euro zum Erwerb reichen.

Den Aplomb, mit dem die Münchner Kunstmesse „Highlights“ im Jahre 2010 zum ersten Mal auftrat, den hat sie heute nicht mehr ganz. Es sind doch einige Händler speziell der Alten Kunst abgewandert – oder übergewechselt zur Tefaf New York, die in der kommenden Woche startet. Gewachsen unter den knapp 40 Ausstellern ist der Anteil österreichischer Galerien.

Auch bei ihnen bildet in diesem Jahr die Kunst des 20. Jahrhunderts einen Schwerpunkt, speziell die kleinformatige. Das geht noch am leichtesten, vor allem im Herbst, vor Weihnachten. Doch täusche man sich nicht: Auch Miniaturformate können sündteuer sein – wie das ironische „Bildnis einer Veilchenäugigen“ von Paul Klee aus dessen frühen Bauhaus-Jahren. Die Galerie Thomas (München) setzt für die opernhafte Figur mit Schleier (Format: 32 mal 25 Zentimeter) den stolzen Preis von 775000 Euro an. Klee-Zeichnungen gibt es in mehreren Exemplaren bei Sundheimer/München auch deutlich günstiger, aber halt nicht so früh und künstlerisch so dicht.

Fünfstellig muss man für diese Kunstwerke investieren

Bei Sundheimer findet sich im Übrigen das andere Ende der „Highlights“-Preisspanne für Zeichnung auf Papier: Thomas Müller heißt ein seit Jahren gleichmäßig Qualität liefernder Künstler, geboren 1959 in Frankfurt am Main, ausgebildet an der Kunstakademie Stuttgart. 1800 Euro kosten Din-A-Blätter von ihm, die mit Bleistift oder Kugelschreiber gefaltete Raumgebilde wiedergeben – oder leichte, poetische Abstraktionen.

Das Gros der ernst zu nehmenden Kunst im kleinen Format erfordert auf dieser Messe einen fünfstelligen Betrag: Gotthard Graubner und seine frühen Skizzen für Farbraumkörper kosten bei Ludorff/Düsseldorf 19.000 Euro, zwei kleine frische Ölgemälde von Karin Kneffel (30 mal 30 cm), Tierfiguren von Renée Sintenis hinter nassen Glasscheiben zeigend, jeweils 24.000 Euro (verkauft bei Beck & Eggeling/Düsseldorf).

Bei Jean-Paul Riopelle wird es schon teurer: 68.000 Euro müssen für ein Miniatur-Öl (22 mal 16 cm) bei Française/München hingeblättert werden; ein hyperrealistischer Richard Estes, wenige Quadratzentimeter größer und den Blick aus einem New Yorker Linienbus auf das Woolworth Building zeigend, kostet bei Koch/Hannover 95.000 Euro.

Der österreichische Alpin-Maler Alfons Walde, zusammen mit Feininger und Nolde der allgegenwärtige Star dieser „Highlights“, war mit Luis Trenker eng befreundet und malte diesem ein Porträt vor einer Bergwand, das jetzt aus Familienbesitz auf den Markt kommt: Anfang der 30er-Jahre im Format 20,5 mal 18,5 Zentimeter entstanden, offeriert es Freller/Linz für 245.000 Euro (Abbildung links). Macht 646 Euro pro Quadratzentimeter.

Öffnungszeiten in der Residenz München: noch Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr

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