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Kunstwerke-Rückgabe

17.07.2019

Kunstobjekte: Hohenzollern stellen bizarre Forderungen

Hohenzollern: Hat Georg Friedrich Prinz von Preußen ein Recht auf Rückgabe von Kunstwerken?
Bild: Ralf Hirschberger, dpa

Rund hundert Jahre nach dem Ende der Monarchie erheben die Hohenzollern wahrhaft kaiserliche Rückgabe-Forderungen. Was wollen sie konkret?

Die erste deutschen Republik ist gerade erst hundert Jahre alt geworden, und schon erheben die Erben der 1918 abgeschafften Hohenzollern-Monarchie bizarre Forderungen. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., Georg Friedrich Prinz von Preußen, beansprucht die Rückgabe Tausender Kunstobjekte. Außerdem möchten er und die Seinen fortan mietfrei wohnen: Die Blaublüter beanspruchen das Wohnrecht in diversen ehemals kaiserlichen Prunkschlösschen und Gutshäusern.

Hohenzollern: Rückgabe-Forderungen liegen schon länger auf dem Tisch

Die Hohenzollern verhandeln schon seit Jahren eher diskret mit dem Bund sowie den Ländern Berlin und Brandenburg über die Rückgabe von Kunstwerken, wertvollen Dokumenten und historischen Zeitzeugnissen. Diese aber sind Teil der Preußenstiftungen in Potsdam und Berlin oder befinden sich im Deutschen Historischen Museum. Und diese ehrwürdigen Institutionen sind alles andere als begeistert über die Forderungen der Hohenzollern. Immerhin aber sei man gesprächsbereit - schon um die hohen Kosten einer möglichen juristischen Auseinandersetzung zu sparen, sagt der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Offenbar liegen die Positionen aber noch sehr weit auseinander.

Die Hohenzollern fordern Rückgabe von Kunstwerken und Möbeln

Obwohl keine der beiden Seiten Angaben über konkrete Gegenstände oder gar deren materiellen Wert macht, sind einige Details durchgesickert. Spiegel und Tagesspiegel berichten beispielsweise, dass Antonie Watteaus Gemälde "Einschiffung nach Kythera" sowie der Sterbesessel von Friedrich II. auf der Liste stehen. Diese und viele andere Kunstobjekte waren früher Bestandteile der privaten Wohnräume der kaiserlichen Familie, wobei der Begriff „privat“ im Zusammenhang mit Wilhelm II. nicht unumstritten ist.

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Die Forderungen der Hohenzollern werden allgemein als bizarr empfunden

Außer der Rückgabe von Kunstwerken, Möbeln und Dokumenten fordern die Hohenzollern ein unentgeltliches, dauerhaftes Wohnrecht im Schloss Cecilienhof, Schloss Lindstedt oder in der Villa Liegnitz in Potsdam.

Der bizarre Streit hat die Frage aufgeworfen, ob das nicht alles längst entschieden sei. Fakt ist, dass die Regierung den Besitz von Kaiser Wilhelm II. nach dessen Abdankung und Flucht in die Niederlande beschlagnahmt hatte. Trotzdem ist die Sache niemals endgültig geklärt worden. Nach wie vor wird vor Gerichten darüber gestritten, ob der Besitz von Monarchen an die jeweiligen Personen gebunden ist oder ob sie dem Staat zustehen, den sie früher repräsentiert haben. (AZ)

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