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09.01.2019

Liebe zwischen den Welten

Michel Faber mit Bibel und Science-Fiction

Michel Faber hat Bemerkenswertes vollbracht: Er hat eine Utopie mit einer Liebesgeschichte verknüpft und daraus einen staunenswerten Roman gemacht. „Das Buch der seltsamen neuen Dinge“ spielt in einer Zukunft, in der es möglich ist, Millionen Lichtjahre zu reisen, ohne dabei zu altern. Nur so kann sich der Pastor Peter zum Planeten Oasis aufmachen, wo er die Ureinwohner missionieren soll. Seine geliebte Frau Beatrice muss er auf der Erde zurücklassen.

Auf dem fernen Planeten erwartet den Pastor eine Überraschung: Die Aliens müssen gar nicht mehr missioniert werden, sie sind hungrig nach dem Neuen Testament. Von diesem Buch der seltsamen neuen Dinge können sie gar nicht genug bekommen. Während Peter ganz in seiner Aufgabe aufgeht, geht auf der Erde alles drunter und drüber. Seine Frau ist schwanger und ihre gewohnte Welt steht vor dem Zusammenbruch. Nicht im Weltall droht die Apokalypse, sondern hier. Die Mails von Beatrice klingen immer verzweifelter. Dagegen erscheint Oasis wie ein Paradies.

Aber so banal ist es nicht. Denn auch dieses Paradies ist brüchig. Der Pastor findet keine Antwort auf seine Fragen, was der rätselhafte Konzern USIC auf Oasis bezweckt und was seine Kollegen zu dem Himmelfahrtskommando bewogen hat. Man liest und staunt – fast wie die Aliens. Denn auch Faber hat ja ein Buch der seltsamen neuen Dinge geschrieben, ein Lese-Erlebnis der besonderen Art. (li)

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