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26.07.2018

Lohengrin, nicht gar

Eine Nachtkritik

Es dauerte ein wenig, bis Ruhe einkehrte zum Lohengrin-Vorspiel unter Dirigent Christian Thielemann im Bayreuther Festspielhaus. Die zartesten Momente: überdeckt von einem Publikum, das knarzend noch seine Sitzposition einnahm. Schade. Dann erst konnte sich musikalische Spannung entfalten. Und als der Vorhang aufging, erhielt man eine Ahnung davon, woher die Spannung rühren könnte: Neo Rauch, der international gefeierte Maler, ließ als Bühnenbildner ein kleines E-Werk errichten – und der Held Lohengrin besiegte fürs Erste den machtgierigen Telramund mit einem Schwert in Form eines (Elektro-)Blitzes. Oh ja, es gab was zu gucken. Doch der Regisseur trug dazu eher wenig bei. Das wurde auch im zweiten Aufzug nicht besser mit seiner Personenführung von anno dunnemals. In den ausgiebigen Dialogen wäre eine kluge Führung der Figuren besonders wichtig gewesen. Doch: Fehlanzeige. Interessant, sagt der Mensch, wenn er nicht weiter weiß, aber höflich bleiben will. Einmal mehr punkten in der nicht wirklich garen Inszenierung die Solisten, etwa die auf den Hügel zurückgekehrte Waltraud Meier als Ortrud. Der dritte Aufzug dann brachte immerhin eine erste schlüssige Idee des Regisseurs Yuval Sharon: Lohengrin bindet, fesselt Elsa, letzte Steigerung seines Frageverbots. Doch prinzipiell kommt das zu spät. Ovationen für die Musiker, Höflichkeitsbeifall für das Regie-Team. Morgen mehr.

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