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Porträt

25.10.2018

Marc-Uwe Kling: Das ist der Mitbewohner des Kängurus

Bezeichnet sich selbst als Kleinkünstler: Autor Marc-Uwe Kling.
Bild: Henning Kaiser, dpa (Archiv)

Mit Geschichten über ein kommunistisches Beuteltier hat Marc-Uwe Kling, der sich selbst als Kleinkünstler bezeichnet, die (Hör-)Buch-Charts fest im Griff.

Was würden Sie tun, wenn ein sprechendes Känguru vor Ihrer Tür steht und sich Zutaten für Eierkuchen ausleihen will? Autor, Liedermacher, Kabarettist und Kleinkünstler Marc-Uwe Kling gab dem Tier Mehl und Eier, dann noch Pfanne und Schneebesen. Und ehe er sich versah, war das Beuteltier in seine Kreuzberger Wohnung mit eingezogen. So schildert er es jedenfalls in seinem Buch „Die Känguru-Chroniken“, das gerade verfilmt wird.

Witzig oder nicht witzig - das sind die wichtigen Kategorien für das Känguru von Marc-Uwe Kling

Die Geschichten über das Känguru, das ständig antikapitalistische Parolen verbreitet, sich dreist durchs Leben schnorrt, sich Kleinkriege mit dem spießigen Nachbarn (einem Pinguin!) liefert und den Leuten manchmal einfach nur aus Spaß an der Freude auf die Nerven fällt, begeistern ein Millionenpublikum. In Fankreisen legendär sind die „Witzig“- und „Nicht witzig“- Stempel, die als Anspielung auf eine Episode in Klings Büchern verkauft werden. „Witzig“ oder eben nicht seien die einzigen Kategorien, die heute noch wichtig sind, findet das Tier. „Mein oder Dein“, „Männlich oder Weiblich“, solche bürgerlichen Unterscheidungen seien dagegen komplett überholt.

Kling, der 1982 in Stuttgart geboren ist, hat für seine Werke eine Reihe an Auszeichnungen angehäuft, viele davon für seine Känguru-Erzählungen. Den Deutschen Radiopreis in der Kategorie Beste Comedy gab es 2013 für den Radiopodcast „Neues vom Känguru“, die „Chroniken“ wurden 2013 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. 2006 und 2007 gewann Kling die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften. Die Zeit sieht in dem Mann mit Bart, der meist Jeans, ein unspektakuläres T-Shirt oder einen simplen Pulli und Schiebermütze trägt, den einflussreichsten linken Intellektuellen des Landes. Diesen Monat ist Klings viertes Känguru-Buch, die „Känguru-Apokryphen“, erschienen und verkauft sich gedruckt sowie in der Version zum Anhören praktisch wie von selbst. In den Hörbuchcharts steht es schon auf Platz eins. Die Ränge drei, sechs und sieben sind ebenfalls von Kling belegt.

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Doch auch wenn viele ihn nur als den Mitbewohner des Kängurus kennen, Kling kann mehr.

Marc-Uwe Kling schreibt auch Kinderbücher

Zuletzt in den Buchhandlungen allgegenwärtig war sein Roman „Qualityland“, in dem es um eine von Algorithmen gesteuerte perfekte Zukunft geht. Eine „lustige Dystopie“ nennt das der Autor selbst. Der Leser hat dabei die Wahl zwischen einer hellen und einer dunklen Ausgabe – für Schwarzseher oder Optimisten. Unbekannter sind dagegen die Kinderbücher des ehemaligen Philosophie- und Theaterwissenschaftsstudenten, in denen er zum Beispiel die Oma das Internet löschen lässt.

Seit 2016 ist Kling auch im Fernsehen zu sehen, mit seiner Show „Bühne 36 – Känguru & Co. – Systemrelevanter Humor mit Marc-Uwe Kling und drei Anderen“. Denn so ganz ohne das Känguru geht es für ihn eben nicht. Ob und mit wem sich Kling in Wahrheit seine Wohnung teilt, ist im Übrigen nicht bekannt.

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