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24.03.2020

Mit Manu Dibango ist der Urvater des Afro-Jazz gestorben

Manu Dibango ist tot.
Bild: dpa

Der Saxofonist und Komponist Manu Dibango ist mit 86 Jahren den Folgen seiner Coronavirus-Infektion erlegen.

Jetzt hat die Corona-Pandemie auch den Jazz erreicht. Am frühen Dienstagmorgen verstarb der aus Kamerun stammende Saxofonist und Komponist Manu Dibango in einem Krankenhaus seiner französischen Wahlheimat Paris an den Folgen einer Infektion mit Covid-19. Er wurde 86 Jahre alt. Die Erkrankung von „Papy Groove“ war vor gut einer Woche bekannt geworden.

Manu Dibango galt als der Urvater des Afro-Jazz, weil er als Erster eine ebenso explosive wie publikumsträchtige Melange aus den pulsierenden Rhythmen seiner afrikanischen Heimat und den Einflüssen der westlichen Hemisphäre kreierte. Das Stück, das vor allem mit dem Namen des 1933 in Douala in Kamerun geborenen Musikers verbunden ist, trägt den Titel „Soul Makossa“ (1972). Es basiert auf einem Tanzrhythmus, in dem sich ein Saxofon-Riff, eine Funk-Gitarre und Sprechgesang ineinander verzahnen.

Vergleich zwischen Dibango und Michael Jackson

Dies weckte erstaunliche Begehrlichkeiten. So warf der Saxofonist mehrfach prominenten Kollegen vor, Elemente von „Soul Makossa“ geklaut zu haben, unter anderem Rihanna. Mit Michael Jackson, der für seinen Hit „Wanna Be Startin’ Something“ eine signifikante Zeile übernahm, einigte er sich gar auf einen Vergleich. 1978 gelang Dibango mit „Big Blow“ ein weiterer Disco-Hit. Außerdem realisierte er Projekte mit Fela Kuti, Herbie Hancock, Don Cherry, Peter Gabriel, Ladysmith Black Mambazo oder Sly and Robbie.

Inspiriert von Sidney Bechet und Louis Armstrong kam der junge Manu mit 15 Jahren nach Frankreich, wo er schnell einen unverwechselbaren Saxofonstil entwickelte. Überhaupt sei Paris „die Welthauptstadt der afrikanischen Musik“, hob er hervor. Gleichzeitig kritisierte er den Umgang der Plattenfirmen mit afrikanischer Musik. Diese wollten damit Geld verdienen, aber keines dafür ausgeben. Inwieweit der 2004 von der Unesco mit dem Titel „Artist for Peace“ ausgezeichnete Künstler dieser Popularisierung mit seinen vielfältigen Kollaborationen selbst Vorschub leistete, bleibt sicher Streitthema.

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