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Musiklegenden
11.04.2018

Schreiben wie John Lennon, David Bowie oder Kurt Cobain

Die Macher von „Songwriters Fonts“ haben die Handschriften von gestorbenen Künstlern wie John Lennon (Bild), David Bowie oder Kurt Cobain analysiert.
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Die Macher von „Songwriters Fonts“ haben die Handschriften von gestorbenen Künstlern wie John Lennon (Bild), David Bowie oder Kurt Cobain analysiert.
Foto: London_express, dpa

Wie die Fans verstorbener Musiklegenden ganz leicht die Handschrift ihrer Stars nachahmen können - und wofür das gut sein soll.

Manchmal genügt ein einziger Satz, um sich in das Gedächtnis von Abermillionen Menschen zu brennen. „Alles, was du brauchst, ist Liebe“ ist so ein Satz – beziehungsweise „All You Need Is Love“. Und schon geht im Kopf das Radio an.

Schuld daran sind die Beatles, die den Satz 1967 in einen Hit und eines ihrer bekanntesten Lieder verwandelten. Schuld daran ist John Lennon, der den Ohrwurm 1967 geschrieben hat – leserlich, mitunter etwas krakelig, aber gleichmäßig. Das belegt ein Blatt Papier, auf dem er handschriftlich den Text des für die Fernsehsendung „Our World“ komponierten Songs notiert hat.

Echten Fans sind Schriftstücke dieser Art viel Geld wert – in der Vergangenheit wurden von Lennon handgeschriebene Originaltexte schon für mehrere hunderttausend Euro versteigert. Für die Macher des Projektes „Songwriters Fonts“ sind Schriftstücke dieser Art eine kreative Vorlage.

Hier gibt es die Handschriften von Bowie, Cohen und Co

So nahmen der französische Grafikdesigner Nicolas Damiens und sein Kollege Julien Sens die Handschriften von John Lennon, David Bowie, Kurt Cobain, Leonard Cohen oder Serge Gainsbourg genauer unter die Lupe. Sie suchten Briefe und Notizen der Stars, analysierten die Buchstaben darauf, sammelten die grafologischen Eigenheiten und gossen diese schlussendlich in eine Computer-Schriftart.

Diese kann auf www.songwritersfonts.com kostenlos heruntergeladen und in Textprogramme wie Microsoft Word eingebunden werden, sodass quasi jedermann auf dem heimischen Computer schreiben kann wie Lennon und Co.

Wer am Rechner also „John“ oder „David“ statt „Arial“ oder „Calibri“ als bevorzugte Schriftart wählt, stellt schnell fest: So genial die Musiker auch gewesen sein mögen, mit einer makellos schönen Schrift waren nicht alle gesegnet.

Lennons Schwung und Cobains Gekritzel

Mit etwas Fantasie lässt sich aber zumindest ein gewisser Zusammenhang zwischen Schrift und Musik finden. So mag manch einer aus John Lennons Federschwung auf die eingängigen Melodien der Beatles schließen oder aus Kurt Cobains jungenhaftem Gekritzel auf den aufrührerischen Sound von Nirvana.

Die Macher von „Songwriters Fonts“ halten sich mit derlei Interpretationsversuchen zurück. Ihr Ziel sei es viel mehr, Musiker mit ihrer Aktion zu inspirieren, sie in die Stimmung der großen Künstler zu versetzen. „Songtexte mit der Handschrift einflussreicher Texter zu schreiben, hilft bei der Entwicklung der Vorstellungskraft“, meinen Nicolas Damiens und Julien Sens. Alles, was du brauchst, ist Inspiration. Manchmal genügt dafür ein einziger Satz – manchmal vielleicht sogar auch nur ein einziger Schriftzug.

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