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Porträt

12.11.2020

Neue Präsidentin des Goethe-Instituts: Carola Lentz ist Afrika-Kennerin

Carola Lentz ist die neue Präsidentin des Goethe-Instituts.
Bild: Fabian Sommer, dpa

Carola Lentz ist die neue Präsidentin des Goethe-Instituts. Für die Arbeit ist die Kennerin Afrikas, Lateinamerikas und Australiens bestens gewappnet.

Eine ausgewiesene Afrika-Kennerin wird neue Präsidentin des Goethe-Instituts. Die Ethnologin Carola Lentz, die zuletzt 17 Jahre an der Gutenberg-Universität in Mainz gelehrt und geforscht hat und dort gerade als emeritierte Professorin eine Forschungsprofessur innehat, hat sich von ihrem Vorgänger Klaus-Dieter Lehmann überzeugen lassen, das Ehrenamt mit Vollzeitjob-Charakter anzunehmen. Ab heute steht Lentz dem weltweit tätigen Kulturinstitut Deutschlands vor, das in 98 Ländern 157 Vertretungen unterhält.

Lentz, Jahrgang 1954, bringt viel wissenschaftliche Expertise und Auslandserfahrung mit. Sie hat nach ihrem Studium der Soziologie, Politikwissenschaft, Germanistik und Erziehungswissenschaft in Göttingen und Berlin in Richtung Ethnologie umgeschwenkt. 1996 wurde sie als Ethnologie-Professorin nach Frankfurt berufen, 2002 nach Mainz, wo sie bis 2019 blieb. Zu ihren wichtigen Forschungsthemen zählen Nationalismus, Kolonialismus und die Erinnerungspolitik sowie die Mittelschicht des Südens.

Carola Lentz kennt sich mit der kolonialen Vergangenheit aus

Damit ist Lentz bestens gewappnet für die großen Themen wie den Umgang mit der kolonialen Vergangenheit und die Rückgabe von Kunstwerken aus ehemaligen Kolonien. Lentz befürwortet die Rückgabe, sagt aber, dass damit die Geschichte der Kunstwerke nicht beendet sei, vielmehr müsse diese mit ihren komplizierten Besitzverhältnissen weitererzählt werden.

Was Lentz in der neuen Position ebenfalls zugutekommt: Sie ist ein kulturell äußerst interessierter Mensch. Vor ihrem Studium liebäugelte sie mit dem Theater, sie arbeitete 1972 bei Peter Zadek zwei Monate als Dramaturgieassistentin, hat zuvor selbst Theater gespielt, ist bis heute eine leidenschaftliche Theater-, Opern- und Museumsgängerin. „Ich habe eine Leidenschaft für Kultur, durchaus auch im engeren Sinn von Theater, Film, Musik, Literatur“, sagt Lentz.

Die Keimzelle ihrer Arbeit befindet sich in Ghana

Als Ethnologin ist sie viel in der Welt unterwegs, hat Jahre ihres Lebens in Lateinamerika, den USA, Australien und vor allem Afrika verbracht. Die Keimzelle ihrer Arbeit befindet sich in Ghana. Im Norden beginnt ihre Forschung bei einer Familie der Dagaare. „Ich bin quasi adoptiert worden in diese Familie, deren Ursprünge in Nordghana liegen, an der Grenze zu Burkina Faso, wo auch viele Familienmitglieder leben.“ Der ghanaische Stiefvater gibt ihr den Namen Tuonianuo, was für „Bitterkeit wird zur Süße“ steht. Ein Gleichnis dafür, dass mitunter harte Arbeit notwendig ist, um zu einem guten Ziel zu kommen.

Lentz lebt allein in Mainz, fährt dort viel mit dem Fahrrad und hat einen Garten als Ruhepol. Gesungen wird – Sopran – im Chor der Johanniskantorei Mainz, gewandert wird – „wahnsinnig gern“ – in Südtirol. Der neue Job bringt ein zweites Standbein in München, damit rückt sie näher an die Berge.

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