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10.06.2009

Neun Kandidaten für UNESCO-Chefposten

Neun Kandidaten für UNESCO-Chefposten
Bild: DPA

Paris (dpa) - Der Endspurt im Machtkampf um die Nachfolge von UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura ist offiziell eröffnet.

Der Vorsitzende des Exekutivrats der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Paris veröffentlichte rund eine Woche nach Ende der Bewerbungsfrist die endgültige Liste mit den Kandidaten für das internationale Spitzenamt. Vier Frauen und fünf Männer streiten demnach um die Nachfolge von Matsuura (71) und müssen nun um die Unterstützung der 193 Mitgliedstaaten werben. Die Amtszeit des Japaners endet im November nach zehn Jahren. Eine Verlängerung war nicht mehr möglich.

Einer der bekanntesten aber zugleich umstrittensten Kandidaten ist der ägyptische Kulturminister Faruk Husni. Er sorgte in der Vergangenheit mit anti-israelischen Äußerungen für Schlagzeilen, hat sich aber in der Zwischenzeit öffentlich dafür entschuldigt. Deutsche Politiker, der Deutsche Kulturrat und der Zentralrat der Juden in Deutschland hatten sich da allerdings bereits den Kritikern Husnis angeschlossen. Sie warnen offen vor dessen Wahl. Die französischen Intellektuellen Bernard-Henri Lévy und Claude Lanzmann sowie der amerikanische Schriftsteller und Holocaust-Überlebende Elie Wiesel nannten Husni einen "geistigen Brandstifter", der die israelische Kultur als aggressiv, rassistisch und überheblich bezeichnet habe.

Bekannte Bewerber sind neben Husni die österreichische EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner und der russische Vize- Außenminister Alexander Jakowenko. Zu den weiteren Anwärtern auf das Amt gehören Sospeter Mwijarubi Muhongo aus Tansania, Ina Marciulionyte aus Litauen, Mohammed Bedjaoui aus Algerien, Ivonne Juez de A. Baki aus Ecuador, Nouréini Tidjani-Serpos aus Benin und Irina Gueorguieva Bokova aus Bulgarien.

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Die Aufregung um den Ägypter Husni ist vor allem darauf zurückzuführen, dass er als einer der aussichtsreichsten Kandidaten gilt. Ägypten soll sich bereits die Unterstützung von Ländern wie Frankreich, Spanien, Italien gesichert haben. Auch afrikanische Staaten und Brasilien haben sich intern für ihn ausgesprochen, heißt es. Die Bundesregierung hält sich die Entscheidung offen. Sie will das Bewerberfeld erst "sorgfältig sondieren".

Der UNESCO-Exekutivrat, der sich aus 58 gewählten Vertretern der Mitgliedstaaten zusammensetzt, soll im September einen Bewerber empfehlen, über den dann in der Generalkonferenz mit allen 193 Mitgliedstaaten im Oktober abgestimmt wird. Alle Kandidaten müssen vorher ein bis zu 2000 Wörter langes Papier einreichen, in dem sie ihre Vorstellungen über die Zukunft der UNESCO schildern. Zudem müssen sie den Mitgliedern des Exekutivrats 30 Minuten lang Rede und Antwort stehen und einen 20-minütigen Vortrag halten.

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