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Opernwelt
17.10.2019

Startenor Jonas Kaufmann: Skandale um sexuelle Belästigung verändern die Opernwelt

Jonas Kaufmann hat ein paar Tipps gegen Erkältung.
Foto: Peter Kneffel, dpa

Exklusiv Jonas Kaufmann zufolge hinterlassen Belästigungsskandale ihre Spuren in der Opernwelt. Für Regisseure sei die Inszenierung von Liebesszenen heute "ein schmaler Grat".

Nach Ansicht des weltberühmten Tenors Jonas Kaufmann hinterlassen die Skandale um sexuelle Belästigung bleibende Spuren in der Opern- und Klassikwelt. „Für Regisseure ist es komplizierter geworden, Liebesszenen zu inszenieren“, sagte der 50-Jährige gegenüber unserer Redaktion. „Wenn früher einer zu weit gegangen ist, wurde das vielleicht dadurch geregelt, dass er in der Probe eine Ohrfeige bekommen hat“, sagte der Opern-Weltstar. „Jetzt muss ein Regisseur extrem viel darüber nachdenken, was er vermitteln darf, ohne seine Darsteller zu Anzüglichkeiten zu verleiten.“ Glaubhafte Liebesszenen auf der Bühne seien heute „ein sehr schmaler Grat“.

Affäre um Plácido Domingo macht Jonas Kaufmann nachdenklich

Tatsächlich sei sexuelle Belästigung im Opern- und Klassik-Metier lange Realität gewesen, sagte der Startenor: „Sicher hat es die berühmt-berüchtigte Besetzungscouch in manchem Büro gegeben – über Jahrzehnte hinweg. Das ist ein dunkles Kapitel.“ Dies sei für die Opfer ein existenzielles Problem gewesen: „Früher mussten die Betroffenen abwägen, ob sie lieber stillhalten oder sozusagen einen ,Skandal‘ provozieren und ihre Laufbahn vorzeitig beenden“, erklärte Kaufmann. „Das ist hoffentlich heute nicht mehr der Fall.“

Zu den Vorwürfen gegen seinen Kollegen Plácido Domingo sagte Kaufmann: „Ich kann mich dazu nicht äußern, denn ich war ja nicht dabei.“ Er persönlich liebe Plácido Domingo als Freund und Kollegen, den er nicht zuletzt für dessen Verdienste verehre. „Und wenn eine einmalige Karriere wie seine auf solche Weise zu Ende gehen soll, dann macht mich das ebenso traurig wie nachdenklich“, fügte Kaufmann hinzu.

Lesen Sie hier das ganze Interview: Startenor Jonas Kaufmann: „Im Operetten-Lied muss man Farbe bekennen“ (Plus+)

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