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Konzert in München

15.09.2012

Pink meldet sich zurück

Pink
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Bei einem exklusiven Konzert im Münchner Zirkus Krone stellte die US-Power-Pop-Prinzessin Pink ihr an eben diesem Freitag erschienenes, neues Album vor: „The Truth about Love“. 
Bild: Tobias Hase/dpa

Bei einem exklusiven Konzert im Münchner Zirkus Krone stellte die US-Power-Pop-Prinzessin Pink ihr an eben diesem Freitag erschienenes, neues Album vor: „The Truth about Love“. 

Vorher, in der Pressekonferenz, wo Alecia Moore alias Pink erzählt, wie froh sie sei, dass es jetzt wieder los gehe, dass sich die vergangenen zwei Jahre Babypause angefühlt hätten „wie auf einem Boot“ und dass sie jetzt „endlich wieder an Land“ gehe, dass es aber natürlich eine unglaubliche Erfahung sei, eine Tochter zu haben, dass sie aber voller Vorfreude auf die im Februar startende Welttournee sei; wo überhaupt schon alles ein freundevolles Hallo für den US-Superstar ist, der sein an diesem Freitag erschienenes sechstes Album, „The Truth about Love“ danach exklusiv bei einem Konzert im kleinen Zirkus Krone präsentieren wird – da stellt tatsächlich einer eine Miesepeter-Bedenkenträger-Frage: Ob es denn nach der äußerlich sehr eindrucksvollen und innerlich sicher sehr anstrengenden Welttournee zum letzten Album „Funhouse“, jetzt, als Mammi, wirklich wieder das volle, vereinnahmende Programm sein müsse?

Das kann Pink, die in Interviews ja gerne sagt, sie sei zu 100 Prozent Mutter und zu 100 Prozent Popstar, kaum fassen. Natürlich! Sie sei top in Form! Sie will der kleinen Willow die ganze Welt zeigen! Die Tour soll besser werden als die letzte! Und sie ist doch nicht plötzlich alt, nur weil sie Mutter ist!

Erwartbare Mischung

Was für eine Frage, aber auch wirklich. Der Journalist hat wohl gar nix verstanden. Denn das hier ist Pink. Die Power-Pop-Prinzessin. Während Madonna und Lady Gaga und Katy Perry und all die anderen ihren leicht bis schwer angesexten Kirmestechno aufführen, röhrt sie – außer in ein paar Balladen – seit eh und je zur Party-Rock-Grundlage Wut und Spaß in voller Dröhnung auf Alben und vor allem: die Bühnen dieser Welt. Und schon die erste Single „Blow me“ machte doch klar, dass es genau so weitergehen würde jetzt. Wie es im Grunde auch das ganze Album tut. 13 Songs, die sich titelgemäß um die Liebe drehen, aber so weit von Mädchenromantik entfernt sind wie es Pink vom reinen Hausfrauendasein ist. „True Love“ etwa bietet zwar im Refrain reichlich Schlallalla, aber das basiert nur auf der Erkenntnis: „You are an asshole and I love you“. Pink eben. Wie die ganze Platte. Eine erwartbare Mischung aus den rockigen Stücken, ein bisschen Balladiösem, Tanzfreude und ein bisschen Nachdenklichkeit wie im als nächste Single avancieren „Try“.

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Wobei all das ja für den, der Pink kennt, ohnehin nur die Vorlage für mächtigen Live-Spaß bedeutet. Auf der Bühne lebt die gerade 33 gewordene US-Amerikanerin ihre Musik so richtig aus. Und vor allem auf der großen (der Journalist hatte wohl wirklich gar nix kapiert).

Restlos euphorisierte Fans

Ein ungewöhnliches Erlebnis bietet sich drum an diesem Freitagabend für etwa zweitausend denn auch restlos euphorisierte Fans. Zur Präsentation des neuen Albums trat Pink eben mit Minimalbesetzung (also ohne Tänzer und Artisten und Effektgewitter) im Zirkus Krone auf. Sie servierte vor allem zu Beginn reichlich von den neuen Songs, die sich natürlich völlig bruchlos in die dann folgenden Hit-Revue samt „Funhouse“ und „Just a Pill“ und „So what“ einfügten. Wie immer baute sie zwischendurch einen kleinen Akustikpart ein mit den nachdenklichen „Family Portrait“ und „Dear Mr. President“, bei denen sie stets mit Inbrunst beweist, wie eindrucksvoll ihr Gesang abseits des vielen Partygeschreis tatsächlich sein kann. Und wie immer war die Zuschauerschaft glücklich und aus dem Häuschen – wenn sich auch gezeigt hat, dass Pink tatsächlich auf der große Bühne, in der Riesenhallen, in der großen Show besser aufgehoben ist, weil sowohl die Dame in ihrem Bewegungsdrang also auch die Musik in ihrem Bombast dort erst die volle Wucht entfalten können (eben, dämlicher Journalist!). Aber für die zweitausend Menschen war’s ein einmaliges Erlebnis, weil ihrem Star so nah, der ja tatsächlich wieder prächtig in Form ist und ganz in seinem Element (eben, ignoranter Journalist!). Und für Pink selbst schien’s tatsächlich Spaß zu sein, zappelte wie eben freigelassen, suchte danach noch ausgiebig Kontakt zu den Fans (eben, ahnungsloser Journalist!).

Also brachten die knapp eineinhalb Stunden genau das, was Pink und Fans und Management wollten, das eindeutige Signal: Pink ist wieder da, wieder voll da – und das ist gut so. Und bald gibt’s noch viel viel mehr davon, auf Welttournee eben, ab Mai auch hier bei uns.

Ich hatte ja bloß gedacht…

Ich wollte ja nur mal fragen…      

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