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Pop
08.01.2021

Endabrechnung der Kritiker: Das sind die Alben des Jahres 2020

Überzeugen mit Oldschool-Qualitäten: die Rapper von Run The Jewels.
Foto: Daniel Deslover, dpa

Verkaufszahlen sind das eine, das andere ist die Frage nach spannender Musik. Ein Überblick über hörenswerte Veröffentlichungen des letzten Jahres.

Das neue Werk von AC/DC, das meistverkaufte in Deutschland; der Preis der deutschen Schallplattenkritik für die Neue von Bob Dylan; und der erfolgreichste Song hier und im Rest der Welt-Charts mit „Blinding Lights“ von The Weekend, Synthie-Pop wie am Übergang der 80er zu den 90ern … Ja, es gibt prominente Gründe zu denken, das Corona-Jahr habe nicht unbedingt einen Schub an Innovation gebracht. Aber gleich mit Scooters „FCK 2020“ grölen? Nö. Dass es tatsächlich reichlich zu entdecken gab, zeigen die weltweiten Endabrechnungen der Kritiker.

Hochgelobt: Fiona Apple

Nein, gemeint ist nicht, dass die gleich doppelt mit neuen Alben hervorgetretene Taylor Swift in Songwritermanier den Kampf um den Pop-Prinzessinnen-Thron des Jahres gegen Miley Cyrus, Ariana Grande und Lady Gaga gewonnen hat. Gemeint ist wirklich Spannendes! Zum Beispiel, dass die spärlich veröffentlichende, aber dann immer herrliche Indie-Göttin Fiona Apple mit „Fetch The Bolt Cutters“ die Gesamtwertung gewonnen hat. Bei album-oftheyear.org, wo alle Fachkritikernoten zusammengezählt werden.

Indie-Göttin mit "Fetch The Bold Cutters": Fiona Apple.
Foto: Sony Music, dpa

Das unangefochten beste Rap-Album des Jahres ist auch dort übrigens das politisch bewegte und vor allem durch Oldschool-Qualitäten überzeugende vierte von Run The Jewels. Eine der Entdeckungen und zugleich eines der Mysterien des Jahres 2020 aber heißt Sault. Das Kollektiv aus London, von dem es keine Fotos und keine Interviews gibt, das nicht live auftritt und auch sonst anonym geblieben ist, hat gleich zwei Alben raus- und damit viele umgehauen.

Neo-Soul könnte man das nennen. Da gibt es Hits wie „Free“ (vergleichbar „Unifinished Sympathy“ von Massive Attack), schwarze Cover mit lediglich einem Silberschatten (auf dem einen eine Hand mit Faust zum Solidaritätskampf, auf dem anderen zwei Hände aneinandergelegt, betend) und immensen politischen Impetus. Bei den Magazinen Europas landeten sie damit ganz vorne, bei Kollegen des BR-Zündfunk erstmals in dessen Geschichte gleich mit beiden Alben auf den ersten beiden Plätzen und mit „Wildfires“ auch mit dem Song des Jahres. Der neue meistgespielte Song auf Youtube ist aber freilich ganz was anderes: Mit über 7,6 Milliarden Klicks hat der Kindertanz-Spaß „Baby Shark“ von PinkFong „Despacito“ überholt, unfassbar!

Abräumer: die Düsseldorf Düsterboys

Nein, so kann man nicht aufhören. Darum noch ein letzter deutscher Lichtblick aus 2020. Bei der hiesigen Jury der Schallplattenkritik einen Jahrespreis abgeräumt haben nämlich die Düsseldorf Düsterboys mit ihrem tatsächlich sehr starken Debüt „Nenn mich Musik“. Das kann man hier dann eben auch.

Und das waren die Empfehlungen unserer Redaktion für 2020: Rock, Pop und Hip Hop: Die CD-Tipps unserer Redaktion

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