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Salzburger Festspiele 2021
14.07.2021

Verena Altenberger ist die neue Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen

Verena Altenberger spielt die Buhlschaft im Jedermann.
Foto: Tobias Hase, dpa

Verena Altenberger spielt in diesem Jahr die wichtigste Nebenrolle der Salzburger Festspiele: die Buhlschaft im Jedermann. Und sorgt mit einem radikalen Schnitt für Gesprächsstoff.

Das Kleid der Buhlschaft im „Jedermann“ der Salzburger Festspiele ist bei jeder Neubesetzung ein Gesprächsthema. Wie prächtig, die rote Robe von Senta Berger! Ungewöhnlich, dieses blau des Kleides von Sophie von Kessel! In diesem Jahr ist das Kostüm Nebensache, in diesem Jahr geht es um die Frisur, und das hängt mit der Frau zusammen, die neben Lars Eidinger in der Titelpartie in diesem Jahr die zwar textarme, aber gern als wichtigste Nebenrolle geadelte Figur spielt: Verena Altenberger.

Glatze, Pferdeschwanz: Warum alle über Verena Altenbergers Haare reden

Bis vor einigen Wochen trug die österreichische Schauspielerin nämlich Glatze – für die Rolle einer krebskranken Frau ließ sie sich den Kopf rasieren. Mittlerweile ist ihr eine kesse Stoppelfrisur nachgewachsen, und nicht nur für die österreichischen Medien ist es ein großes Thema, ob sich die Buhlschaft ohne wallende Haartracht vielleicht mit einem feministischen Touch versehen ließe. Verena Altenberger ist eher erstaunt darüber, dass es als feministischer Akt gedeutet wird, sich die Haare abschneiden zu lassen. „Es hat mich überrascht, dass wir immer noch so beschränkt sind.“

Schauspieler Lars Eidinger spielt 2021 den Jedermann.
Foto: Gregor Fischer, dpa

Und deshalb jetzt ganz schnell zu Wichtigerem. Nämlich der Darstellungskunst der 33-Jährigen, die in Schwarzach im Salzburger Land geboren ist und ihre Kindheit auf einem Bauernhof in Dorfgastein verbracht hat. Erst vor zwei Wochen konnte man das sensible Spiel Altenbergers in der Krimiserie „Polizeiruf 110“ erleben. Dort verkörpert sie die Hauptkommissarin Elisabeth Eyckhoff – eine natürlich wirkende junge Frau mit Pony und Pferdeschwanz (schon wieder diese Haare!), die sich auch von herablassenden Vorgesetzten nicht beirren lässt, in ihrer robusten Beharrlichkeit aber noch viel Raum für die leisen und humorvollen Momente findet.

Bei den Salzburger Festspielen feiert Verena Altenberger den Höhepunkt einer jahrzehntelangen Schauspielkarriere

Verena Altenbergers schauspielerische Bandbreite zwischen komödiantischen und tragischen Facetten ist enorm. Sie war die resolute polnische Altenpflegerin in der RTL-Comedyserie „Magda macht das schon“ und spielte mit beeindruckender Intensität im Kinodrama „Die beste aller Welten“ eine heroinsüchtige Mutter, die mit ihrem Sohn ein normales Leben führen möchte. In einer Minirolle war sie auch im letzten „Mission Impossible“-Film zu sehen.

Verena Altenberger in Polizeiruf 110 auf der Suche nach "Frau Schrödingers Katze".
Foto: Hendrik Heiden

Schauspielerin werden, das wollte Altenberger schon mit drei Jahren. Auf ihren Kindheitstraum kam sie aber erst nach einem Studium der Publizistik und Kommunikationswissenschaften zurück. Vielleicht auch deshalb verbindet sie mit ihrem Beruf eine gesellschaftliche Verantwortung. „European Actress, Feminist, Refugees welcome“, hat sie ihre Facebook-Seite überschrieben. „Wenn gerade tausende Menschen vor dem Krieg flüchten, kann ich keine Selfies hochladen“, findet sie. Man kann davon ausgehen, dass Verena Altenberger, ob mit oder ohne Haare, Wege finden wird, der Buhlschaft Kontur zu geben.

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