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30.06.2009

Sandra Bullock bei "Selbst ist die Braut"-Premiere

Sandra Bullock bei «Selbst ist die Braut»-Premiere
Bild: DPA

München (dpa) - Sie lacht laut, sie albert rum, sie stolpert beinahe über ihr langes, mausgraues Kleid: Ist Schauspielerin Sandra Bullock schon mit ihrer typischen Rollen-Besetzung verschmolzen, oder ist sie auch in Wirklichkeit die Nette, Unkomplizierte, manchmal etwas Unbeholfene?

Bei der Deutschlandpremiere von Bullocks neuem Film "Selbst ist die Braut" am Montagabend in München waren sich zumindest die Fans sicher: "Sie ist offen, charismatisch, freundlich, sehr natürlich - das perfekte All American Girl eben", sagte Birgit Weißmann, Besucherin aus den USA, am roten Teppich. Allerdings waren mit einigen Hundert auch nicht besonders viele Fans gekommen.

Doch Sandra verteilte gut gelaunt ihre Unterschrift und ließ sich von Autogrammjägern fotografieren. Auf die Fragen der Journalisten gab es kurze, eher alberne Antworten, manchmal auch witzige. Selbst ihr graues Wallekleid versprühte wenig Hollywood-Glamour, dafür eher Bescheidenheit. Auch ihr Filmpartner Ryan Reynolds - Ehemann von Leinwandliebling Scarlett Johansson - und Regisseurin Anne Fletcher ("27 Dresses") nahmen das Premierefeiern nicht so ernst.

Dabei verbindet die mittlerweile 44 Jahre alte Bullock mit ihrer neuesten Komödie durchaus ein Ziel. Eigentlich spielt sie in "Selbst ist die Braut" - in Deutschland ab 30. Juli im Kino zu sehen - nämlich eine Männerrolle. Erfolgreich, karrierebewusst und von den Kollegen gefürchtet, arbeitet sie als Lektorin in New York. Doch eines Tages droht das US-Visum der Kanadierin auszulaufen und sie muss dringend heiraten. Ihr Sekretär, gespielt von Reynolds, muss sich erbarmen, um seinen eigenen Job zu retten.

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"Der Part ist so angelegt, wie sonst nur Männerrollen geschrieben werden", sagte Bullock. "Sie dürfen komplex sein, unattraktiv, mürrisch, amüsant und albern. Männer müssen nicht so ordentlich sein und den Regeln so sehr gehorchen." Ihr Wunsch: In Zukunft mehr Chancen für Frauen, ihr komödiantisches Talent auszuleben - und zwar nicht in romantischen Komödien. "Ich hasse romantische Komödien", sagte sie. Und was unterscheidet ihre Filme wie etwa den Kassenhit "Miss Undercover" von solchen? "Die Komik kommt zuerst, dann die Geschichte, und dann erst die Romantik."

Kein Bullock-Besuch in Deutschland kommt natürlich ohne den Bezug zu ihren Wurzeln aus. Als Tochter eines US-Amerikaners und einer Deutschen verbrachte Bullock die ersten zwölf Jahre ihres Lebens in Nürnberg und Salzburg. Zusammen mit ihrer Schwester versucht sie, einen deutschen Pass zu bekommen, berichtete sie in München. Derzeit aber gebe es noch Probleme mit den Behörden.

"Ich habe so einen großen Teil meiner Kindheit hier verbracht", sagte sie. Bis heute könne sie nicht genug von Bratwürsten bekommen. Zu ihrer deutschen Familie pflegt sie engen Kontakt. Über ihr Privatleben aber verrät sie ansonsten nicht viel. Überhaupt fällt es schwer, hinter die Fassade der Fröhlichen, Freundlichen zu schauen, und zu entdecken, ob sich die tatsächliche und die Leinwand-Sandra wirklich so ähnlich sind. Lediglich die Fans sind sich da ganz sicher, wie etwa Sarah Thiel, die in München lange für ein Autogramm angestanden hatte: "Ich mag sie total gerne, weil sie so natürlich ist."

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