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11. November

11.11.2019

Sankt Martin 2019: Wer war St. Martin? Warum essen wir eine Martinsgans?

Sankt Martin 2019: Wer war der heilige Martin? Warum essen die Menschen eine Martinsgans?
Bild: Josef Hölzle (Archiv)

Sankt Martin: Jedes Jahr feiern die Menschen am 11. November das Fest des St. Martin. Warum essen wir am Martinstag eine Martinsgans? Wieso gibt es Laternenumzüge?

Sankt Martin 2019: Wer war St. Martin eigentlich?

Der heilige Martin von Tours wurde um 316 nach Christus in Pannonien (im heutigen Ungarn) geboren. Wie auf der Website des Bistum Augsburgs zu lesen ist, war Martin Soldat und diente bereits mit 15 Jahren der römischen Armee. Etwa in dieser Zeit traf er im Winter auf einer Straße einen armen Bettelmann. Der spärlichbekleidete Bettler flehte Martin um eine Gabe an. Darauf hin teilte dieser seinen Mantel mit dem Schwert und gab dem Bettelmann eine Hälfte des Mantels, so die Legende. In der folgenden Nacht erschien Martin Jesus Christus im Traum und gab sich als der Bettler zu erkennen. Dieses Ereignis war für Martin der Auslöser, sich taufen zu lassen, seinen Soldatendienst aufzugeben und Schüler des berühmten Kirchenlehrers Hilarius zu werden.

Später wurde Martin zum Bischof von Tours geweiht. Der Bischof war besonders für seinen asketischen Lebensstil bekannt und wurde nach seinem Tod vom Papst heiliggesprochen. Seither gilt St. Martin als Schutzpatron der Bettler, Soldaten, Waffenschmiede und Haustiere.

Warum feiern wir den Martinstag ausgerechnet am 11. November?

Gestorben ist der Heilige Martin zwar schon am 8. November 397. Am 11. November wurde er dann unter sehr großer Beteiligung der Bevölkerung beerdigt. Seitdem ist der 11. November sein Gedenktag.

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Weshalb ziehen Kinder an St. Martin mit Laternen durch die Stadt?

"Die Laternenumzüge gehen einerseits auf die Lichterprozessionen zurück, die am Vorabend von hohen Festen stattfanden, zum anderen lösen sie die Martinsfeuer ab, die vielleicht Überbleibsel vorchristlicher, germanischer Erntedankfeste sind", erklärt der theologische Referent Dr. Peter Paul Bornhausen vom Bistum Augsburg.

Das Licht hat in der christlichen Symbolik eine besonders wichtige Bedeutung. Die Dunkelheit steht symbolisch für den Teufel und das Böse, wohingegen das Licht ein Symbol für Christus ist. Licht steht für die Heiligkeit Gottes. So lässt sich auch erklären, warum die Kinder mit vielen hellen und bunten Laternen durch die Dunkelheit spazieren. Vorweg reitet ein Mann, verkleidet als römischer Soldat, auf einem Pferd. Oft teilt der Soldat am Ende des Umzugs seinen Mantel mit einem Bettler, angelehnt an die gute Tat des Heiligen Martins.

Sankt Martin 2019: Warum essen die Menschen am Martinstag eine Martinsgans?

Sowohl der Gänsebraten als auch die kleinen Hefegebäcke sind ein beliebtes Essen am Martinstag. Warum es gerade eine Gans ist, erklärt folgende Legende: Als der äußerst bescheidene und zurückhaltende Martin von seiner Bischofswahl erfuhr, soll er sich in einem Gänsestall versteckt haben, um der Wahl zu entgehen. Doch die Gänse hätten ihn durch das laute Geschnattere verraten und so fanden ihn die Bürger doch noch. "Seitdem müssen es die Gänse büßen", erzählt Bornhausen.

Gibt es noch andere Bräuche?

Neben dem Martinsumzug und den Martinsgänsen ist das Martinssingen ebenfalls ein beliebter Brauch am 11. November. Dabei gehen Kinder von Tür zu Tür und erhalten für ihren Gesang Süßigkeiten und Gebäck. Auch ihre selbstgebastelten Laternen vom Martinsumzug nehmen sie mit. Dieser Brauch ist aber nur in bestimmten Gegenden verbreitet, wie zum Beispiel im Rheinland.

Gibt es den Martinstag eigentlich nur in Deutschland?

Nein, den Martinstag gibt es in ganz Europa. Doch der theologische Referent weis, dass Bezüge auf St. Martin häufig auf deutsches Brauchtum hinweisen. In Bayern und Österreich heißt der Festtag auch Martini. Der Brauch des Martinsumzugs ist auch in Österreich, der Schweiz und in Südtirol verbreitet.

Wo bekommt man noch mehr Informationen zu St. Martin?

Noch detailliertere Informationen zum Leben des Heiligen Martins gibt es zum Beispiel auf der Homepage des Bistum Augsburgs. (AZ)

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