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11.06.2009

Stiftung wartet auf Beweise für Welfenschatz

Berlin (dpa) - Im Streit um den Welfenschatz will die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zunächst weitere Beweise für eine mögliche Rückgabe abwarten.

Nach der bisherigen Aktenlage gebe es keine Hinweise, dass die 44 Reliquien unrechtmäßig im Berliner Kunstgewerbemuseum aufbewahrt werden, sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger bei der Vorstellung einer Dokumentation über den Umgang mit NS-Raubkunst. Sollten allerdings neue Belege auftauchen, wonach es sich bei dem Schatz um Raubkunst handelt, "werden wir restituieren müssen", sagte Parzinger.

Im Sinne einer "fairen und gerechten Lösung" wolle er sich zunächst nicht weiter zu dem Streit äußern, betonte Parzinger. Die Stiftung habe die Pflicht, die Provenienz ihrer Sammlungen genau zu ermitteln. Immer wieder habe sich die Stiftung zur Verantwortung gegenüber den NS-Opfern und ihrer Nachfahren bekannt.

Die Erben von vier jüdischen Kunsthändlern fordern die Rückgabe der Reliquien. Die Frankfurter Kunsthändler hatten 1930 den rund 80 Stücke umfassenden Schatz des Herzogs Ernst-August von Braunschweig-Lüneburg für acht Millionen Reichsmark erworben. Etwa die Hälfte davon verkauften sie 1935 für 4,25 Millionen Reichsmark an den NS-Staat. Die Stiftung hat das Ansinnen abgelehnt. Für eine Rückgabe gebe es keine schlüssigen Beweise, dass der NS-Staat beim Kauf ihre Lage als jüdische Verfolgte ausgenutzt habe.

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