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Trikot-Affäre

18.06.2018

Theater-Chef beschimpft Özil und Gündogan

Werner Steer

„Hau ab nach Anatolien“:

„Hallo, du Idiot, du hast in der deutschen Nationalmannschaft nichts zu suchen. Verpiss dich nach Anatolien“, wetterte Werner Steer über den Kurznachrichtendienst Twitter. Der Chef des Deutschen Theaters München, der aus Horgau (Landkreis Augsburg) stammt, zündete bereits seit Tagen ein kleines Giftpfeilfeuerwerk in Richtung Özil und dessen Nationalmannschaftskollegen Ilkay Gündogan.

Der Kulturmanager echauffierte sich über die sogenannte Trikotaffäre der beiden Kicker. Beide sahen sich im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft heftiger Kritik ausgesetzt, weil sie in London den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan trafen und als Geschenk ein Trikot überreichten. Sein Missfallen packte Steer in eine Reihe kritischer Tweets.

Wie am 11. Juni. Da giftete der ehemalige Spieler der zweiten FCA-Mannschaft: „So einer wie Özil, der nicht nur einem Verbrecher huldigt, sondern auch noch die Nationalhymne nicht mitsingt, weil er die Werte nicht teilt, muss sofort weg.“ Deutliche Worte. Özils Dribbel-Kollege Gündogan kam keinesfalls ungeschoren davon.

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Den Mittelfeldspieler in den Reihen von Manchester City forderte Steer auf: „Hau ab nach Anatolien“ und Özil solle bei seinem „türkischen Hitler“ spielen. User Trakya findet nach den Entgleisungen klare Worte: „So ein Theaterintendant ist nicht mehr tragbar und sollte fristlos entlassen werden“. Damit steht der Twitter-Nutzer nicht alleine da.

Nachdem es Kritik von allen Seiten hagelte, entschuldigte sich der ehemalige Kicker für seine Äußerungen: „In meinen letzten Tweets zum Thema Ilkay Gündogan und Mesut Özil habe ich mich in meiner Wortwahl vergriffen und diese daher gelöscht.“ Der SZ gegenüber begründete Steer sein Verhalten damit, dass es seine persönliche Meinung wäre und er als „ein Bolzer“ zu drastischer Sprache neige.

In der Zwischenzeit hat Werner Steer nicht nur die kritisierten Tweets, sondern seinen kompletten Twitter-Account gelöscht. Sein Gezwitscher hat in der Zwischenzeit auch die Stadtspitze erreicht. Bürgermeister Josef Schmid von der CSU rügt den Theaterchef mit den Worten: „Hass-Mails oder -Posts von Führungskräften, die öffentliche Personen des Münchner Kulturlebens sind, sind inakzeptabel.“

Mit weiteren Konsequenzen muss Steer wohl nicht rechnen. Seine Tweets fallen unter Meinungsfreiheit. Er zwitscherte ja auf seinem privaten und nicht städtischen Account.

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