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Porträt

06.04.2021

Vanessa Mai: Abschied von der Schlager-Prinzessin

Lasziv? Mai mit „Mai Tai“. So sieht das Cover des neuen Albums aus.
Foto: Sony Music

Ihr neues Album heißt "Mai Tai" - und schafft es wieder nicht an die Chart-Spitze. Kein Schaden. Vanessa Mai wird eh nicht die Nachfolgerin von Helene Fischer.

Schauen Sie auf das Foto von Vanessa Mai, das auch auf dem Cover ihres neuen Albums zu sehen ist. Drei mögliche Botschaften.

a) Mit dem Cocktail „Mai Tai“ in Titel und Hand: Jetzt geht’s mit Deutschlands Schlagerprinzessin zur Ibiza-Malle-Sauftanzparty! Wenn coronabedingt schon nicht leiblich, dann doch wenigstens musikalisch.

b) Es wird Sommer und höchste Zeit für Sommergefühle – darauf gilt es, mit aller Sinnlichkeit in Blick und Pose hinzuweisen, und mit buntem Bikini, kühlem Drink und den Latino-Groß-Creolen. Vielleicht ist ja – Sehnsucht, Liebe, Schmelz, diese Hitze! – ein Sommer-Hit drin?

c) Das ist die Marke Mai. Jetzt wird abgegrast, was sich für Wortspiele taugt, Mai wie „Mai Tai“, und dann entsprechend in Szene gesetzt. Ob’s passt? Egal. Botschaft: Die Vanessa macht, was sie will.

Alles Mai bei Vanessa: Die Platte "Mai Tai", der Work-out "Mai Fit"

Und? Was meinen Sie? Na, sagen wir mal so: Am wenigsten richtig liegen Sie mit Antwort a. Denn bald zehn Jahre nach ihrer Entdeckung zur Sängerin der Gruppe Wolkenfrei und gut ein Jahr vor ihrem 30. Geburtstag sagt Vanessa Mai mit ihrem neuen Album quasi dem Status der Schlager-Prinzessin Adieu. Es gibt Kritiker, die finden, „Mai Tai“ klinge nach internationalem Pop-Standard á la Dua Lipa. Jedenfalls ist samt einer zwischendurch rappenden Vanessa („Leichter“) und auch mal Akkordeon und Saxofon („Mitternacht“) einiges anders im Vergleich zu „Regenbogen“, ihrem ersten Nummer-1-Album, 2017, noch mit Dieter Bohlen, oder dem ebenfalls an die Spitze schießenden, bis in den Titel einschlägigen Nachfolger „Schlager“. Heute muss man sagen: „Mein Herz schlägt Schlager“ – Vanessa ist Gesicht dieser Kampagne gewesen. Und Anwärterin, ihre Schwiegermutter Andrea Berg oder gleich Helene Fischer zu beerben, gewesen. Und damit vielleicht auch: Nummer eins gewesen. „Mai Tai“ schafft es nur auf 3, steht hinter dem Rapper Fler, den Rockern von Evanesence.

Erfolgreiche Sängerin: Vanessa Mai.
Foto: Daniel Bockwoldt, dpa

Hauptsächlich stimmt Antwort c. Die kroatischstämmige Württembergerin – die ledig Mandekic hieß und bürgerlich seit der Hochzeit mit Bergs Stiefsohn, der zugleich ihr Manager ist, Ferber heißt, sich künstlerisch aber nach ihrem Geburtsmonat Mai nennt – versucht sich ja seit kurzem auch als Fitness-Influencerin. Unter dem Label „Mai Fit“. Und trinkt eigentlich gar keinen Alkohol. Hat nun wegen es Albumtitels zum ersten Mal überhaupt einen „Mai Tai“ getrunken. Geht lieber spazieren mit Mops Ikaro – und ihrem Andreas. Mal sehen, was als Nächstes kommt: „Mai Kind“ oder „Mai Mode“? Wirkt jedenfalls selbstbestimmter als das Mega-Unternehmen der Fischer.

Aber natürlich stimmt auch Antwort b. Die Klischees wollen auch hier bedient werden, lasziv, aber im Rahmen. Der Sommer-Hit-Kandidat ist wohl das latino-angelehnte „Sommerwind“. Und ab jetzt deutsche Pop-Star-Anwärterin ist jedenfalls Vanessa Mai.

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