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Totensonntag 2015

20.11.2015

Was ist Totensonntag - und ab wann gilt Sonntag Tanzverbot?

Der Totensonntag ist vor allem für Protestanten wichtig. In Bayern gilt an diesem stillen Tag ein Tanzverbot.
Bild: Wyszengrad

Totensonntag 2015: An diesem Sonntag gedenken Christen der Menschen, die bereits gestorben sind. Der Ewigkeitssonntag, wie er auch genannt wird, bedeutet auch Tanzverbot.

Totensonntag 2015: Der Sonntag an diesem Wochenende ist für gläubige Menschen ein Tag der Stille. Besonders evangelische Christen erinnern sich dann an Menschen, die gestorben sind. Viele von ihnen gehen deshalb auf den Friedhof und zünden dort Kerzen im Gedenken an ihre Verstorbenen an.

Einer aktuellen Umfrage zufolge haben fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland aber auch schon über die eigene Beerdigung nachgedacht. In 43 Prozent dieser Fälle sei es um den Sarg beziehungsweise die Urne gegangen. Fast jeder Zweite will sich demnach nach dem Tod einäschern lassen. Während sich 47 Prozent für eine Feuerbestattung entscheiden würden, sind es bei der klassischen Bestattung im Sarg nur 18 Prozent.

In rund einem Drittel der Fälle dachten die Menschen auch an die Reaktion der Trauernden oder an die Musik bei der eigenen Beerdigung.

Was ist Totensonntag - und ab wann gilt Sonntag Tanzverbot?

Den Totensonntag kennen manche Menschen auch unter dem Begriff Ewigkeitssonntag. Wann der Tag genau begangen wird, ist festgelegt: Er fällt immer auf den letzten Sonntag vor dem ersten Advent.

In Bayern und einigen anderen Bundesländern gilt der Totensonntag offiziell als stiller Tag. Das bedeutet, dass bestimmte Dinge dann nicht erlaubt sind. Im Freistaat etwa gilt wieder ein striktes Tanzverbot von zwei Uhr morgens bis zum Ende des Tages. Laute, fröhliche Musik ist untersagt. Der Totensonntag fällt damit unter die gleichen Regelungen wie in den vergangenen Wochen etwa der Volkstrauertag oder der Buß- und Bettag.

Gastwirte müssen damit rechnen, finanziell zur Rechenschaft gebeten zu werden, wenn sie am Totensonntag gegen das Tanzverbot verstoßen. Und nicht nur ihnen droht unter Umständen Ärger.

Totensonntag: Tanzverbot und keine lustigen Shows

So stand Augsburg 2013 wegen eines geplatzten Auftritts von Cindy aus Marzahn am Totensonntag in den Schlagzeilen. Eigentlich sollte die Comedy-Künstlerin mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm ,Pink ist bjutiful‘ am 24. November 2013 in Augsburg auftreten. Da an diesem Tag aber eben Totensonntag war, erteilten die zuständigen Behörden kurzfristig keine Genehmigung für die Veranstaltung.

Der Auftritt musste verlegt werden, die Stadt beharrte darauf, lediglich geltendes Recht umzusetzen. Totensonntag sei schließlich ein stiller Tag gemäß des bayerischen Feiertagsgesetzes. An solchen stillen Tagen seien öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur erlaubt, wenn der diesen Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt sei - was bei Cindy aus Marzahn eben nicht zutreffe.

Als die füllige Berlinerin dann mit ein paar Tagen Abstand doch noch in Augsburg gastieren durfte, fragte sie zu Beginn ihres Auftritts beim Publikum in der Schwabenhalle vorsichtshalber einmal an - ob heute Totensonntag sei...  AZ

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