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22.01.2010

Zehn Jahre Schlosstheater Rheinsberg

Rheinsberg (dpa) - Das Schlosstheater der Musikakademie in Rheinsberg (Brandenburg) feiert sein zehnjähriges Bestehen - und blickt wegen seiner prekären finanziellen Lage zugleich besorgt in die Zukunft.

"Von Rheinsberg gehen wichtige Impulse für die zeitgenössische Musik aus", sagte Akademiedirektorin Ulrike Liedtke in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Die Zukunft des Schlosstheaters ist aber bedroht, wenn es nicht gelingt, Geldgeber für Investitionen zu bekommen." Liedtke zufolge ist die Musikakademie die einzige vom Bund geförderte Akademie in Ostdeutschland.

Bereits seit dem Jahr 2000 fehlten Investitionsmittel. Mittlerweile mache sich ein Verschleiß an der Bühnentechnik bemerkbar, zudem sei das Lichtpult defekt. 52 Prozent ihres Etats müsse die Musikakademie als Theaterbetreiberin selbst erwirtschaften. "Wir leben ganz wesentlich von Kursgebühren unserer Akademiegäste", sagte Liedtke. Außerdem seien immer wieder Drittmittel für künstlerische Projekte eingeworben worden. Die Mittel des Landes seien seit 2000 um rund 140 000 Euro auf 713 000 Euro im vergangenen Jahr geschrumpft.

"Wir wollen zeitgenössische Musik auch über Rheinsberg hinaus bekanntmachen", betonte Liedtke. Dies geschehe durch Gastspiele, zum Beispiel sei die Auftragsproduktion "Das goldene Kalb" von Helmut Zapf nach seiner Uraufführung 2006 auch auf einem Festival in Litauen auf die Bühne gebracht worden. Stark beachtet worden sei auch das Stück "Der Maschinenmensch" von Georg Katzer. An diesem Samstag wird das Theater-Jubiläum mit einem Konzert der Kammersymphonie Berlin und Opern-Raritäten aus der Prinz-Heinrich-Zeit in Rheinsberg gefeiert.

Gegründet wurde das Theater ohne festes Ensemble Ende 1999. Die Spielstätte ist das historische Kavalierhaus von 1774. "Wir stemmen jedes Jahr drei bis fünf Premieren mit jungen Künstlern", erläuterte Liedtke. Mit 3,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket werde vom Sommer an ein bisher ungenutzter Teil des Kavalierhauses saniert - "bei laufendem Betrieb", wie Liedtke betonte. Die neuen Räume sollen später als Probenräume für die Kursteilnehmer genutzt werden.

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