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Sieben Lesetipps für das Frühjahr 2026: Diese Bücher lohnen sich zu lesen

Buchtipps

Lesen im Frühling: Sieben Buchtipps der Redaktion

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    Das Bücherfrühjahr hat wieder einige tolle Werke zu bieten.
    Das Bücherfrühjahr hat wieder einige tolle Werke zu bieten. Foto: Adobe Stock (KI-generiert)

    Zigtausende Bücher erscheinen jährlich in Deutschland. Welche soll man lesen? Am besten nur die besten und interessantesten. Unsere Kultur- und Journalredaktion hat sich durch die Neuerscheinungen des Frühjahrs gewühlt und sieben Favoriten.

    Siri Hustvedt: Ghost Stories

    Sie waren das wohl berühmteste Schriftstellerpaar der Gegenwartsliteratur. 43 Jahre lang waren Siri Hustvedt und Paul Auster verheiratet. Der Schriftsteller starb am 30. April 2024 im Alter von 77 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Er wolle ein Geist werden, sagte er zu seiner Frau, als er im Sterben lag. Nur wenige Tage nach seinem Tod begann Hustvedt mit dem Schreiben des Memoirs, das nun erschienen ist: „Ghost Stories“. Das Buch sei eine Notwendigkeit, keine Entscheidung. Der Geist, den sie versucht, darin festzuhalten, auf das Papier zu bringen, ist nicht nur der ihres Mannes. „Ich will mich deutlicher ausdrücken“, schreibt Siri Hustvedt: „Ja, ich trauere um Paul, aber meistens trauere ich um Siri und Paul. Ich trauere um das UND. Ich trauere um das Gefühl, das dieses UND mir in der Welt bereitete. Das UND, in dem er und ich einander überlagerten.“ Ein überaus berührendes Erinnerungsbuch. Zur Rezension.

    Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit

    Dieses Buch löst gerade mächtig Unruhe in den Feuilletons aus: harte Verrisse, Wut und Unwohlsein unter vielen Literaturkritikern. Aber ist das gerechtfertigt? Die Schriftstellerin Judith Hermann schreibt im Roman „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ von der Erinnerung an ihren Großvater: Er war Soldat bei der Waffen-SS. Ein Täter, daran lässt Hermann keinen Zweifel, sie nennt ihn einen „Menschenfresser“. Dass diese halbautobiografische Geschichte den Puls höher schlagen, liegt vor allem daran, was die Autorin auf ihrer Spurensuche in Polen herausfindet: nämlich ... nichts. Und trotzdem ist dieses Buch ein fantastischer, ein herausragender Text. Eine Mahnung eben gegen das Vergessen. Zur Rezension.

    Leïla Slimani: Trag das Feuer weiter

    Nach vielen Jahren kehrt Mia auf die Farm der Familie in Marokko zurück. Sie sucht nach ihren Wurzeln, wühlt in Kisten, mistet Kleider und nimmt am Ende kein einziges Erinnerungsstück mit. „Trag das Feuer weiter“ ist der letzte Teil von Leïla Slimanis Trilogie über ihre Familie - und auch über sich selbst. Und wieder brilliert die französisch-marokkanische Schriftstellerin, erzählt vom Zusammenhalt der Frauen, webt marokkanische Geschichte ein und fängt das Lebensgefühl der 90er Jahre ein. Zur Rezension.

    Navid Kermani: Sommer 24

    Der Roman „Sommer 24“ trägt das Thema schon im Titel. Es ist der Sommer, in dem Donald Trump in den USA wieder Wahlkampf führt und Israel das Kampfgebiet nach dem Terroranschlag am 7. Oktober 2023 ausweitet. Vor diesem weltpolitischen Geschehen erzählt Navid Kermani von zwei Männern, die nicht mehr miteinander reden. Deren Freundschaft zerbrochen ist an den unterschiedlichen, politischen Haltungen. Kermanis neuer Roman ist 150 nur Seiten stark ist, einfachen Antworten sucht man dennoch vergeblich. Zur Rezension.

    Birgit Birnbacher: Sie wollen uns erzählen

    Die Österreicherin Birgit Birnbacher, übrigens schon Bachmann-Gewinnerin, nimmt sich im neuen Roman eines durchaus wichtigen, literarisch bislang kaum bearbeiteten Themas an. „Sie wollen uns erzählen“ handelt von Oz, der gerade die dritte Klasse abschließt, und seiner Mutter Ann, die als Sozialwissenschaftlerin ohne große Perspektive schuftet – und beide haben das, was man gemeinhin ADHS nennt und oft als Modediagnose beäugt wird. Ein Roman, der amüsiert mit seinen kauzigen Figuren, skurrilen Szenen und seinem lebensechten Ton. Zur Rezension.

    Norbert Gstrein: Im ersten Licht

    Wie viel Schuld lädt man auf sich, wenn man ein Leben lang passiver Zuschauer aller Gräueltaten bleibt? Um diese Frage dreht sich der Roman „Im ersten Licht“ von Norbert Gstrein. Dessen Protagonist ist ein Mitläufer, der den beiden Weltkriegen nur entkommen ist, weil ihn sein Vater absichtlich am Bein verletzte. Doch loslassen werden ihn die Kriege nie, ganz im Gegenteil. Ein berührender Antikriegsroman, der zu Recht für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert ist. Zur Rezension.

    Helene Bukowski: Wer möchte nicht im Leben bleiben

    Die Schriftstellerin Helene Bukowski nimmt sich eines Nachlasses an und erzählt das Leben einer jungen Pianistin in der DDR, die zum Bühnenstart getrimmt werden soll, sogar ein Stipendium in Moskau zugesprochen bekommt, im System zerbricht. Wie Bukowski sich diesem Leben nähert, macht den Roman zum Solisten: Sie zwängt sie nicht erneut in starre Formen, sondern gibt ihr Luft, begleitet sie nicht nur als Erzählerin, sondern auch als Freundin. Nominiert für den Leipziger Buchpreis. Zur Rezension.

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