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Echten Vintage-Pelz tragen? Niemals, man will ja nicht aussehen wie eine Oligarchentochter

Pro und Contra

Vintage-Pelz tragen? Niemals, man will ja nicht aussehen wie eine Oligarchentochter

Veronika Lintner
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    Der alte Nerz von Oma bleibt besser mal im Schrank. Man will ja nicht als Tierquäler gebrandmarkt werden.
    Der alte Nerz von Oma bleibt besser mal im Schrank. Man will ja nicht als Tierquäler gebrandmarkt werden. Foto: Daniel Reinhardt, dpa

    Vorweg eine Entwarnung, für alle Liebhaber gebrauchter Pelze: Dieser Kommentar soll keine Attacke auf Großmutters Erbe sein. Garantiert stand ihr das Fell sehr fein und sie trug es lang und nachhaltig. Auch wer im Actionurlaub am Polarkreis übers Eis robben muss, darf für Opas Waschbärmütze dankbar sein, ohne Gewissensbiss. Aber einfach so aus Laune den alten, geerbten Pelzmantel tragen – muss das sein?

    Was für ein Bärenaufwand, den Muff aus dem alten Biber zu klopfen!

    Fangen wir an mit dem Argument der Mühe: Was für ein Bärenaufwand ist das meistens, den Muff aus dem alten Biber zu klopfen, ihn von Mottenresten professionell reinigen zu lassen. Und ist er dann endlich in Form, beginnt die andauernde Pflege des ollen Fuchses. Und so landen wir schon beim Argument der Optik, denn wie sieht man aus, wenn man Nerz aufträgt? Wie eine Oligarchentochter beim Posieren und Paradieren? Oder fühlen Sie sich etwa wie ein Urzeitjäger? Da steht man also wie ein haariges, raumgreifendes Statement aus vergangener Zeit.

    Und jetzt krabbelt es einem ins Gewissen, das moralische Argument: Dieses mulmige Gefühl, sich als Krone der Schöpfung ein erlegtes Tier überzustülpen. Ein Gefühl, wie wenn einen der ausgestopfte Hirschkopf von der Wand der Berghütte anglubscht, mit Vorwürfen im Blick. Ungut. Und wer so einen Pelz mit Stolz trägt, zur Demonstration von Stil und Vermögen, bringt diesen Look am Ende noch mit in Mode – und Modemacher auf dumme Ideen? Nein, sich Second-Hand-Pelz überzuwerfen ist natürlich nicht im Ansatz dieselbe Sünde, als wenn man ein neues Fell trägt, für das Tiere heute sterben mussten. Aber wem steht Fell immer noch am besten? Nicht dem Menschen, diesem Nacktmull. Nein, den Tieren selbst.

    Was dafür spricht, den alten, geerbten Pelz zu tragen, lesen Sie hier.

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