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Lieber an der Selbstbedienungskasse zahlen?

Pro und Contra

Mensch gegen Maschine: Lieber an der Selbstbedienungskasse zahlen?

Veronika Ellecosta
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    Nur die Selbstbedienungskasse und der Kunde. Scannen, zahlen, einpacken, gehen.
    Nur die Selbstbedienungskasse und der Kunde. Scannen, zahlen, einpacken, gehen. Foto: Philipp Schulze, dpa

    Pro: Selbstbedienungskassen entlasten das Personal

    Selbstbedienungskassen sind wie die Espresso-Version des Supermarkts: schnell, konzentriert und ohne lange Wartezeiten. Wer nur ein paar Dinge braucht, will schließlich nicht im Schneckentempo durch die Schlange kriechen. Gerade, wenn sich auf dem Band ein Wocheneinkauf wie ein kleiner Gebirgszug türmt.

    Die Kasse ohne Kassierer ist dabei kein kaltes Stück Technik, sondern ein stiller Helfer. Sie drängt sich nicht auf, kommentiert nichts und ist einfach da, wenn man sie braucht. Kein Small Talk auf Kommando, kein hektisches Umpacken, kein nervöser Blick auf die Uhr. Nur die Kasse und der Kunde: scannen, zahlen, einpacken, gehen.

    Natürlich benötigt das alles ein wenig Eigenverantwortung. Doch genau darin liegt auch die Stärke des Konzepts. Wer den Einkauf selbst abwickelt, hat die Kontrolle. Es ist ein bisschen wie Kochen statt Lieferdienst: mit ein wenig Übung weiß man, was man tut. Am Ende geht vieles schneller, als man denkt.

    Manche empfinden genau das selbstständige Scannen als Zumutung. Im Grunde heißt das aber auch: Sie möchten lieber anderen dabei zusehen, wie diese Zumutung für sie erledigt wird.

    Natürlich ersetzt es nicht das freundliche „Schönes Wochenende“ an der klassischen Kasse. Und manchmal ist auch der Besuch im Restaurant die passendere Wahl. Doch darum geht es nicht. Während vielerorts Personal fehlt und sich Schichten kaum besetzen lassen, sind Selbstbedienungskassen ein pragmatischer Schritt. Sie sparen Platz, entzerren Stoßzeiten und verschaffen den Mitarbeitenden Luft für anderes – etwa, um die Lieblingslimonade nachzufüllen oder sich vom stetigen Piepton der Kassenarbeit zu erholen. Also: An die Kassen, fertig, pieps. (Linda Rossmanith)

    Contra: Wie war das noch mit dem Kunden und dem König?

    Was steht zwischen dem modernen Menschen und seinem Feierabend? Kein Minderer als die Selbstbedienungskasse. Durch die Regale im Supermarkt strolchen, hier eine Gurke und da ein paar Kartoffeln ins Einkaufskörbchen laden, ein paar Semmeln auflesen, ein Radler und Spülmittel nachkaufen. Geht eigentlich fix. Bis man an der Selbstbedienungskasse strandet.

    Wie war das noch, dass der Kunde König ist? Anstatt dass Mitarbeitende den Einkauf mit bewundernder Geschwindigkeit über den Scanner ziehen, stehen wir hoch konzentriert an besagter SB-Kasse. Und suchen im Katalog, ob wir es mit einer Feld-, Mini- oder einer Salatgurke zu tun haben, ob sie biologisch angebaut wurde oder konventionell. Bis wir die richtigen Kartoffeln gefunden haben, vergeht die nächste Ewigkeit.

    Während wir uns mit dem Gemüse abrackern, fühlen wir den strengen Blick einer Mitarbeiterin, weil an SB-Kassen bekanntlich viel geklaut wird und man leicht ins Visier gerät. Die Mitarbeiterin verschwindet ausgerechnet dann, wenn die Kasse von ihr freigegeben werden müsste, weil wegen des Radlers das Alter überprüft werden muss. Oder dann, wenn der Scanner den leicht zerkratzten Barcode des Spülmittels nicht erkennt. Oder wenn man’s bei den Semmeln versemmelt und sie versehentlich doppelt scannt. All das bedeutet, auf der Suche nach Hilfe durch den Supermarkt irren zu müssen. Für diese Mühe zahlen wir auch noch Geld.

    Wer das Vergnügen mit SB-Kassen hatte, weiß: schnell und effizient läuft da nix. Helfen tut einem das Gerät natürlich auch nicht. Das soll die Zukunft des Konsums sein? Wie klagt E.T.A. Hoffmanns Sandmann: „Du lebloses, verdammtes Automat!“ (Veronika Ellecosta)

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