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  4. Studie: Handy in die Hand und schon ist Ruhe? Was das mit Kindern macht

Studie
25.12.2022

Handy in die Hand und schon ist Ruhe? Was das mit Kindern macht

Wenn Kleinkinder quengeln oder schreien, wird ihnen schnell mal das Handy in die Hand gedrückt.
Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

Wenn das Kind quengelt, greifen Eltern schnell mal zur Ablenkung zum Smartphone oder Tablet. Doch Forschende warnen: Das kann Folgen für das Verhalten haben.

Wenn Kleinkinder quengeln oder schreien, wird ihnen schnell mal das Handy in die Hand gedrückt. Diese Strategie ständig einzusetzen, kann allerdings Folgen für das Verhalten haben, warnen US-Forschende im Fachjournal JAMA Pediatrics. Den Kindern fehle das Üben emotionaler Bewältigungsstrategien. Das entstehende Defizit sei später schwer auszumerzen. 

Die Fähigkeit, Emotionen zu regulieren, ist unter anderem wichtig für den Schulerfolg und das Miteinander mit Gleichaltrigen. „Die Verwendung von Mobilgeräten zur Beruhigung von Kleinkindern mag wie ein harmloses, zeitlich begrenztes Mittel erscheinen, um Stress im Haushalt zu reduzieren, aber es kann langfristige Folgen haben, wenn dies eine regelmäßige Beruhigungsstrategie ist“, sagt die Hauptautorin Jenny Radesky, verhaltenstherapeutische Kinderärztin an der University of Michigan. „Besonders in der frühen Kindheit können Geräte die Entwicklung unabhängiger und alternativer Methoden zur Selbstregulierung verdrängen.“

Das Handy als Beruhigungsmittel ist eine verlockende Erziehungsstrategie

Dass die Zeit vom Kindergarten bis zur Vorschule eine Entwicklungsphase ist, in der Kinder mit größerer Wahrscheinlichkeit schwierige Verhaltensweisen wie Wutanfälle, Trotz und starke Emotionen zeigen, könne den Einsatz von Geräten als Erziehungsstrategie noch verlockender machen, erläutert das Team um Radesky.

Negative oder schwierige Verhaltensweisen der Kinder auf diese Weise schnell und effektiv zu reduzieren, fühle sich für Betreuende und Betreute gut an – die Motivation, unliebsame Situationen immer wieder auf diese einfache Weise zu bewältigen, steige, erklärt Radesky. Doch dadurch kann eine große Lücke entstehen: Kinder lernen schlechter, ihre Emotionen eigenständig zu zügeln, unangenehme Situationen auch mal auszuhalten, überbordende Gefühle selbst in den Griff zu bekommen.

In ihre Studie bezogen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 422 Eltern und 422 Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren ein. Erfasst wurde, wie oft Geräte wie Smartphones und Tablets als Beruhigungsmittel verwendet wurden. Eine häufige Verwendung von Geräten stand mit einer verstärkten emotionalen Dysregulation insbesondere bei Jungen in Verbindung. Die Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Gerätekonsum und emotionalen Folgen bei Kindern besonders ausgeprägt ist, die bereits impulsiv, temperamentvoll und hyperaktiv sind – die also ohnehin schon Probleme mit emotionalen Bewältigungsstrategien haben.

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Neu ist der Einsatz von fragwürdigen Beruhigungsmitteln nicht

„Eltern sollten ihren Kindern Emotionsregulierung beibringen und nicht von ihr ablenken“, sagt Ralph Schliewenz vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), der selbst nicht an der Analyse beteiligt war. Das Studienergebnis überrasche nicht. Das Zeitfenster von drei bis fünf Jahren sei entscheidend dafür, den Umgang mit den eigenen Gefühlen zu erlernen – neben den Eltern spielten hierfür auch Erzieher und Erzieherinnen eine wichtige Rolle. „Jedes negative Gefühl – nicht nur Wut – macht, wenn ich es nicht zu regulieren weiß, aggressiv.“ Spätestens in der Schule gebe es dann Probleme.

Heute seien Smartphone oder Tablet das Mittel der Wahl, neu sei der Einsatz kritisch zu sehender Beruhigungsmittel aber keineswegs: „Früher wurden Bonbons, Schokolade oder andere meist kalorienreiche Snacks verwendet“, erklärt der Soester Psychologe Schliewenz. Auch das sei keine gute Idee gewesen. 

„Dass ich etwas essen muss, um mich beruhigen zu können, kann auch zum erlernten Verhalten werden.“ Zwar könne man sich auch nach der entscheidenden Lernphase noch abgewöhnen, für die Regulation von Gefühlen ein Gerät oder einen Snack zu benötigen. „Aber es kann sehr lange dauern, das wieder aufzulösen.“ Wenn Kinder mit den Jahren immer mehr Medien nutzten, drohe sich die Gewohnheit zu verstärken, Geräte zur Bewältigung von Emotionen zu verwenden, sagt Radesky.

Eltern sollten ruhig bleiben und Emotionen klar benennen

Doch was tun, wenn der Nachwuchs nicht aufhört zu quengeln und die Nerven blank liegen? Die Forscherin hat eine Reihe von Tipps: Statt negatives Verhalten einfach nur stoppen zu wollen, sei es gut, Ersatz anzubieten. Hilfreich könnten sensorische Reize sein – Knetmasse oder eine Schneekugel seien zum Beispiel mögliche Mittel. Vielen Kindern helfe es auch, ihre Energie in Bewegung zu kanalisieren. Nach Hause hüpfen etwa kann vom Hunger im Bauch ablenken. Und ein Kissen zu schlagen ist besser als die Wut an Mama auszulassen.

Zudem sollten Eltern die Emotion benennen, rät Radesky. Das helfe Kleinkindern, eine Verbindung zwischen Sprache und Gefühlen zu schaffen, und es zeige ihnen, dass sie verstanden und wahrgenommen werden. Und, so schwer umzusetzen das mitunter wohl auch ist: Je besser es Eltern gelinge, in solchen Situationen selbst ruhig zu bleiben, desto besser vermittelten sie, dass Gefühle eine handhabbare Sache sind. Die bei den stetigen Wiederholungen solcher Situationen aufgebauten Fähigkeiten zur Emotionsregulierung halten Radesky zufolge ein Leben lang. 

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