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Buchrezension
25.03.2024

Tunikas und Travestie: Bernardine Evaristos Roman "Zuleika"

Bernadine Evaristos Roman "Zuleika" erzählt von einer jungen Frau im alten London - mit queerer und feministischer Note.
Foto: Montage AZ

„Sex and the City“, aber im alten London, als dort noch die Römer herrschten: In Bernadine Evaristos Roman „Zuleika“ mischen Feministinnen die Stadt auf.

Wer hat den Feminismus erfunden? Die Suffragetten vielleicht, die für das Frauenwahlrecht damals in den Hungerstreik traten. Königinnen wie Kleopatra, frühe Herrscherinnen über Weltreiche. Oder am Ende doch nur Alice Schwarzer? Bernadine Evaristo würde wohl spätestens an dieser Stelle Zweifel anmelden. In ihrem Roman „Zuleika“ streunt der Feminismus mit nackten Füßen durch die Gassen von London. In der Gestalt eines 11-jährigen Mädchens, das aus dem fernen Nubien an Britanniens Küste gespült wurde. Sie heißt Zuleika und trippelt durch das wuchernde, blubbernde Leben an der Themse – zu einer Zeit, als hier die alten Römer herrschten. Die Ausgangslage scheint tragisch: Zuleika ist verkauft und versklavt worden. Aber mit den Jahren, und mit den Buchseiten, findet sie Schlupflöcher in die Freiheit. Römische Orgien und Poetry Slams, Sex und Völlerei, eine Affäre mit dem Imperator. Circus Maximus? Maximaler Zirkus, auf 260 poppigen Seiten.

Im Roman "Zuleika" lässt Evaristo das römische London auferstehen

Zuleika stellt sich vor: „Was waren alle neidisch auf mich, die bella negrita aus einem Hinterzimmer an der Gracechurch Street, die sich ’nen Patrizier geangelt hat, obwohl ihre Eltern übers Meer aus Karthum kamen, ganz ohne glänzenden Thron und goldenes Heck, stattdessen proppenvoll mit kotzenden Blagen und Kühen, die ihnen dampfende Fladen auf die nackten Füße kackten.“ Zuleika liebt klare Worte und lästert über die halbe Welt: Ihr alter Vater giert nur nach Geld, ihre Mutter ist so lustig wie ein Sack Kartoffeln, ihr tumber Bruder stopft sich ohne Atempause die Kalorien in den Schlund. Und Zuleikas Zwangsgatte? Ein widerlicher Typ. Man fläzt, man schlemmt, man feilscht und hintergeht einander. Und sucht dafür Verbündete. 

Zuleikas beste Freundinnen strahlen dagegen wie Insel-Göttinnen. „Zwei heiße Chicas“ kündigt die Überschrift des Kapitels an, in dem sie zum ersten Mal antanzen: Alba ist die Gattin eines Mächtigen, aber im Herzen immer noch eine der „wildesten Gören Londiniums“. Venus ist ein fleischgewordenes Feuerwerk: Wimpernklimpernd betreibt sie eine Bar mit dem eindeutig zweideutigen Namen „Mount Venus“. Ihr Geburtsname lautet allerdings: Rufus. Die Dragqueen zwitschert Zuleika zu: „Ist das ne Göre? Ein Gespenst? Ein Glamour-Girl? Eine Grande Dame?“ Alba, Venus, Zuleika, sie hätten gut Vorbild stehen können für jene vier Frauen, die in der Serie „Sex and the City“ über Männer und andere Sorgen schwatzten, mitten in Manhattan. London? Ist in diesem Roman mindestens so international, so schmutzig und verwirrend wie New York. Und dann lässt sich Zuleika auch noch auf eine Bettgeschichte mit Kaiser Septimius Severus ein. 

Bernadine Evaristo stellt die Moral beim Lesen auf die Probe

Bernadine Evaristo stellt die Moral beim Lesen auf die Probe. Die Sklavin Zuleika wird selbst zur Sklavenhalterin, zu einer herrischen und gnadenlosen in schlechten Momenten. Sie besucht eine Arena, ein britisches Kolosseum: Gladiatoren zerfleischen sich, die Allerärmsten werden zum Fraß vorgeworfen, den Löwen und den Augen des Publikums. 

Brot und Spiele, Travestie und Tunika: Queer und feministisch bewegen sich die drei Heldinnen des Romans durch die Welt. Klingt albern? Jein. Evaristo trägt auf jeder Seite die Lust am Leben dick auf, ähnlich wie Rubens in seinen Gemälden, nur noch etwas expliziter in fantasiebetrunkenen Sexszenen. Dieses Buch spielt aber auch ein perfides Spiel mit Lesern und Leserinnen. Kocht man diese flockige Geschichte auf das Gerüst ihrer Handlung herunter, liest man da von dem Schicksal einer eigentlich Machtlosen. Bernadine Evaristo wagt es, diese Zuleika mit ihren großen Träumen zu befreien. Warum sollte eine junge Nubierin in London, unter Römern, nicht davon träumen, wie ein alter Grieche dichten zu können? Dass es ein Leben der Subkulturen gab, eine Szene der Queeren, der Diversen, der Bunten, das hat die Autorin recherchiert. 

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"Zuleika" entspricht dem Geist von "Mädchen, Frau etc."

Mit dem Roman „Mädchen, Frau etc.“ konnte Bernadine Evaristo einen feministischen Bestseller landen, 2019 schlug das Buch der schwarzen Autorin Wellen. Doch schon 2001 erschien im Englischen ihre rumpelnde, glitzernde Geschichte von Zuleika, verfasst in Versen. In der deutschen Version glänzt jetzt auch die Leistung einer Übersetzerin: Tanja Handels hat die Sprache der Vorlage in einen wilden Mix aus Deutsch, Englisch und Latein übertragen, ins Denglatein. Großes Latinum? Großer Spaß. (Veronika Lintner)

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