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Kinokritik
09.12.2021

"Don’t Look Up": Schwarze Kömodie mit Starbesetzung

"Don’t Look Up" hat ein prominentes Cast: Jonah Hill, Leonardo DiCaprio, Meryl Streep und Jennifer Lawrence.
Foto: Niko Tavernise, Netflix

"Don’t Look Up" handelt von einer folgenreichen Entdeckung im All. Nicht nur die Geschichte, sondern auch die Crew begeistert. Warum die Polit-Satire ein Spiegel der Zeit ist.

Wenn das kein Grund zum feiern ist. In der Sternwarte der Michigan State University hat die Doktorandin Kate Dibiasky (Jennifer Lawrence) gerade einen Asteroiden entdeckt. Ihr Professor Randall Mindy (Leonardo DiCaprio) und ein paar Kollegen sind mit einer Flasche Champagner gekommen, um auf den Kleinplaneten anzustoßen. Und wie das Wissenschaftler so tun, fängt Dr. Mindy an zu rechnen, um zu bestimmen, wohin die Reise des Himmelsgesteins geht. Zahlen und Formeln reihen sich auf der Tafel untereinander, aber irgendwann hört Mindy auf und schickt alle außer Kate nach Hause.

Die Zahlen und Daten sind klar. Der Asteroid mit einem Durchmesser von fünf bis zehn Kilometern wird genau in sechs Monaten und vierzehn Tagen auf dem Planeten Erde einschlagen und alles Leben dort auslöschen. Mit einem klassischen „Armageddon“-Szenario beginnt Adam McKays neue Polit-Satire „Don’t Look Up“. Aber anders als in Michael Bays Action-Kracher steigt hier kein Bruce Willis ins Space-Shuttle, um die Zivilisation vor ihrem Untergang zu retten. Denn die Menschheit scheint ihr sicheres Ende nicht wahrhaben zu wollen. US-Präsidentin Janie Orlean (Meryl Streep) nimmt die Ankündigung zur Apokalypse gelassen auf. „Ruhe bewahren und sondieren“ lautet ihre Anweisung. Drei Wochen vor den Vorwahlen kann sie sich keine schlechten Schlagzeilen leisten. Auch das Moderatoren-Duo (Cate Blanchett, Tyler Perry) der TV-Show will sich die gute Laune nicht von ein paar Nerds verderben lassen.

"Don’t Look Up" ist eine hinreißende Polit-Satire

Irgendwann schickt die Präsidentin doch noch ein paar Raketen ins All und lässt sie wieder abdrehen. Der Sponsor des Unternehmens, der Hi-Tech-Mogul Peter Isherwell (Mark Rylance), hat entdeckt, dass sich in dem Himmelskörper Rohstoffe für die Chip-Produktion im Wert von mehreren Billionen Dollar befinden. Aber dann erscheint der Asteroid unübersehbar am Himmel. Und er wird immer größer. Mit „Don’t Look Up“ ist Adam McKay („The Big Short“) eine hinreißende Polit-Satire gelungen, die mit einer einfachen Metaphorik kongenial den Zustand unserer Gesellschaft untersucht. Natürlich steht der Asteroid, der auf die Erde zu saust, für die Gefahr des Klimawandels, vor der schon seit Jahrzehnten erfolglos gewarnt wird.

Aber die vorgeführten Verleugnungsstrategien, die sich den wissenschaftlichen Fakten verweigern und in alternative Realitäten flüchten, lassen sich genauso gut auf den Umgang mit hochaktuellen, pandemischen Ereignissen übertragen. Mit beißendem Humor führt McKay die fatale Ignoranz gegenüber einer offensichtlichen Gefahr genauso vor, wie den allzu menschlichen Unwillen zu langfristigem Denken über den eigenen Tellerrand hinaus. Dem Sog dieser schwarzen Komödie kann man sich nicht entziehen, auch wenn einem das Lachen oft im Halse stecken bleibt.

Erstliga-Cast mit Leonardo DiCaprio, Meryl Streep und Co.

Dazu trägt natürlich auch das Erstliga-Cast mit Leonardo DiCaprio, Meryl Streep, Jennifer Lawrence, Mark Rylance, Cate Blanchett und Timothée Chalamet bei, der dem hoch intelligenten, satirischen Unternehmen seine schauspielerische Brillanz verleiht. Bei den Oscar-Nominierungen wird „Don’t Look Up“ sicherlich ganz vorne mit dabei sein.

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