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Literatur
27.10.2023

Monika Helfer wirft Licht in die Seelenwinkel bester Freundinnen

"Jeder Mensch ist beschreibenswert", ist Monika Helfer überzeugt. In ihrem neuen Roman nimmt sich die Vorarlberger Autorin zwei Freundinnen vor.
Foto: Sebastian Gollnow

In ihrem Roman "Die Jungfrau" folgt die Autorin den Lebenswegen zweier junger Frauen. Und verhandelt dabei mit allen Facetten die Ambivalenz großer Freundschaften.

Nie wird ihr der Stoff ausgehen. Monika Helfer sagt: „Jeder Mensch ist beschreibenswert.“ In ihrer zwischen 2020 und 2022 erschienenen Romantrilogie „Die Bagage“, „Vati“ (2021 Shortlist Deutscher Buchpreis) und „Richard Löwenherz“ schildert sie die mühseligen, eigenwilligen und leidenschaftlichen Leben ihrer Verwandten – von den Großeltern bis hin zum Bruder. Das neue Buch „Die Jungfrau“ rückt nun die Jugendfreundin Gloria in den Mittelpunkt. Und nebenbei erzählt die Vorarlberger Autorin Helfer, die 76 Jahre alt ist, viel von sich selbst. 

Zwei Freundinnen, Moni und Gloria. Eine Jugend im Bregenz der 1960er-Jahre. Monika kommt von unten, aus der Arbeitersiedlung; die Halbwaise lebt bei Onkel und Tante, zu siebt in drei Zimmern. Glorias Welt dagegen scheint so glamourös wie ihr Name: Mit ihrer Mutter bewohnt sie eine riesige Villa mit Park über der Stadt. Geld gibt es im Überfluss. Die schmerzhafte Lücke des fehlenden Vaters freilich lässt sich damit ebenso wenig schließen wie mit immer neuen Legenden, die Gloria zum unbekannten Erzeuger auftischt. Monika flüchtet gern aus der Enge ihrer Herkunft in das große Haus der Freundin. „Ein finster prächtiges Hausmonster“, nennt sie es, „ein friedliches Märchenungeheuer.“ Passend dazu die Hausherrin: Lebenslang dem Verflossenen nachtrauernd, ergibt sich Glorias Mutter der Fresssucht und dem Kaufrausch, ermattet dabei im ereignislosen Wohlstand. 

Schriftstellerin Monika Helfer ist eine Meisterin der Gleichzeitigkeit

Die Teenager Gloria und Moni sehnen sich weg von hier, träumen sich in eine verheißungsvolle Zukunft. Schauspielerin will Gloria werden, ihr Talent fällt in der Schule auf. Monika liebt Bücher und macht sich daran, schreibend Türen in andere Welten aufzustoßen. Keiner der Pläne geht glatt auf, die beiden wagen Abenteuer, verlieren Illusionen, nehmen Umwege, scheitern und erzielen kleine Erfolge. Und wie das so ist bei „besten Freundinnen“, unterstützen sie einander, beobachten sich aber auch eifersüchtig. So unverbrüchlich die Freundschaft scheint, so viele Schattierungen weist sie auf zwischen Loyalität und Rivalität, Zuneigung und schlechtem Gewissen, Schwüren und Argwohn. Und all das ist noch präsent, als Monika ihre Freundin ein halbes Jahrhundert später in der alten Villa wieder besucht. 

Monika Helfer beweist sich im Roman „Die Jungfrau“ erneut als Meisterin der Gleichzeitigkeit. Leichthändig, wie in einem Fotoalbum, blättert sie durch Jahrzehnte, Orte, Lebensstationen. Chronologie interessiert sie nicht, was immer sie streift, behält im Nächsten Gültigkeit. In knappen, präzisen Bildern skizziert sie ihre wachen Beobachtungen – der Natur, der gesellschaftlichen Umstände oder der Charaktere. Glorias verletzlichen Stolz etwa erkennt sie im „Rossschwanz, der über dem selbstbewussten Nacken wippt“. Als Moni beim Wiedersehen das einstige Markenzeichen der Freundin auffällt, bemerkt sie nüchtern: „Der Rossschwanz schaut jetzt aus wie ein Staubwedel.“ 

"Die Jungfrau": Monika Helfer trinkt Ovomaltine mit Michael Köhlmeier

„Die Jungfrau“ ist ein intimes Buch. Nicht nur, weil Monika Helfer unverkrampft zutiefst intime Momente beschreibt, etwa wie sie die gealterte, leicht verwahrloste Gloria in die Badewanne setzt, um ihr das verfilzte Haar zu waschen. Beim autofiktionalen Schreiben tastet sie auch die eigene Biografie nach Brüchen und Irrtümern ab, schmeckt erinnernd der Bitterkeit ihrer ersten Ehe nach: „Ich wusste gar nichts, war aber bereits so traurig, als wüsste ich alles.“ 

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An der Lust des Schreibens lässt sie ihre Leserinnen und Leser ebenso teilhaben wie an der mühsamen Suche nach dem richtigen Satz. Und zum Austausch darüber lädt sie an den heimischen Küchentisch ein, wo sie mit ihrem Mann, dem Autor Michael Köhlmeier, eine Ovomaltine trinkt. Nähe, fast ein Gefühl der Komplizenschaft, stellt sich vor allem aber durch die Ungeniertheit ein, mit der Helfer die Seele ihrer Freundin wie auch die eigenen unaufgeräumten Winkel ausleuchtet – und darin große Zärtlichkeit entdeckt und kleine Grausamkeiten. Ihr mutig-milder und immer neugieriger Blick auf sich, die anderen, das Leben und die Welt steckt an. 

Monika Helfer: Die Jungfrau. Hanser, 150 Seiten, 22,70 €. 

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