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Theater
16.04.2023

Leben im Exil: Wie eine russische Künstlerin auf den Krieg in der Ukraine blickt

Die russische Theaterregisseurin Anastasia Patlay war wegen ihrer politischen Stücke immer wieder mit den Behörden in Konflikt geraten. Seit Kriegsausbruch lebt sie im Exil. Im Rahmen des „Artists at Risk Residency“-Programms kam sie nach Augsburg.
Foto: Bruno Tenschert

Plus Die russische Regisseurin Anastasia Patlay wohnt als Stipendiatin im Augsburger Brechthaus. Wie sie auf die Lage in ihrer Heimat und den Krieg in der Ukraine blickt.

Sie zieht ihren Schal ins Gesicht und steckt sich eine Zigarette an. „Bislang hat die Putin-Regierung nichts gegen mich unternommen. Aber das kann sich jederzeit ändern“, sagt Anastasia Patlay. Sie steht vor dem Augsburger Brechthaus. Ihr Mantel trägt dasselbe Rot wie die stählerne Silhouette des Dichters. Seit zwei Monaten wohnt Patlay nun über dem Museum. Als erste Künstlerin kam sie im Rahmen des „Artists at Risk Residency“-Programms nach Augsburg. Das Projekt soll Kulturschaffende unterstützen, die in ihrer Heimat in ihrer Arbeit und Existenz gefährdet sind. Die Stadt hatte dafür die Wohnung im zweiten Obergeschoss von Brechts Geburtshaus saniert. Bis Ende November wird die Moskauer Theaterregisseurin von hier aus arbeiten. 

Seit russische Truppen in die Ukraine einmarschiert sind, haben viele Künstlerinnen und Künstler das Land verlassen. Auch Patlay ging ins Exil, zunächst nach Spanien, wo ihr Mann und ihr Sohn leben. „Man hätte es ahnen können, aber niemand konnte sich vorstellen, dass im Europa des 21. Jahrhunderts ein Krieg ausbrechen würde“, sagt Patlay. Für Menschen, die gegen das Putin-Regime rebellieren oder sich gegen den Krieg aussprechen, wird die Lage immer schwieriger. Sie riskieren ihre Freiheit und ihr Leben. 

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