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Landsberg

15.08.2019

100.000 Euro für den Tag der offenen Tür im Landratsamt

Pressegespräch Tag der offenen Tür im Landratsamt (von links) Landrat Thomas Eichinger und Wolfgang Müller
Bild: Stephanie Millonig

Nicht nur in der Von-Kühlmann-Straße präsentieren sich die Sachgebiete. Kritik gibt es jedoch jetzt schon an den Kosten.

„Landratsamt zum Anfassen“, das war der Arbeitstitel zu Beginn der Planungen für den Tag der offenen Tür am 14. September von 10 bis 15 Uhr. „Die Mitarbeiter haben das nicht als zusätzliche Arbeit verstanden, sondern sind wahnsinnig kreativ an die Sache herangegangen“, berichtet Pressesprecher Wolfgang Müller. Er ist begeistert und fühlt sich angesichts des Engagements seiner Kollegen, sehr wohl in seiner neuen Funktion als Eventmanager dieses Ereignisses, wie er auf einem Pressetermin erzählt.

Es wird sichtbar gemacht, wie viele Außenstellen es gibt

Laut Landrat Eichinger geht es darum, dass sich die verschiedenen Aufgabenbereiche darstellen, aber auch sichtbar gemacht wird, auf wie vielen Außenstellen die Sachgebiete verteilt sind – und dies durchaus in Vorgriff auf die Pläne für den Bau eines neuen Gebäudes für Teile der Behörde am Penzinger Feld.

Ein fast unüberschaubares Programm

Die Lust der Mitarbeiter, sich und ihren Arbeitsbereich darzustellen, hat aber zu einem „fast unüberschaubaren Programm“ geführt, wie Eichinger und Müller meinen. „Es sind fünf Seiten geworden“, sagt Müller, als er den Ausdruck der Presse überreicht. Alles könne man als Besucher sicherlich nicht sehen – trotzdem Shuttlebusse eingesetzt werden, die Außenstellen ansteuern, die sich fast alle beteiligten. Bis beispielsweise zu den Kreisseniorenheimen in Vilgertshofen und Greifenberg werde dieser Bus nicht fahren, sagt Müller. „In den Folgejahren sollte man über einzelne Tage der offenen Tür für einzelne Sachgebiete nachdenken“, meint Thomas Eichinger. Relativ klar gewesen sei von Anfang an, dass es nicht darum geht, nur die Büros zu zeigen, sondern das ganze einen Eventcharakter haben aber natürlich auch das Beratungsangebot des Hauses vorstellen solle, sagt Wolfgang Müller.

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Einiges an Action geboten

Geboten ist im Landratsamt und drumherum einiges an Action: Von der „Stuckwerkstatt“, in der Stuck hergestellt werden kann (Kreisheimatpflege), über den Alterssimulationsanzug (Fachstelle für Pflegeeinrichtungen), Seh- und Hörtests sowie Tragen einer Rauschbrille (Gesundheitsamt) bis hin zur Apfelsortenverkostung (Naturschutz- und Wasserrecht), Vorführung eines Müllfahrzeugs mit Verwiegung (Kommunale Abfallwirtschaft) und Meerjungfrauschwimmen im Lechtalbad. Daneben zeigen die Fachstellen ihr Beratungsangebot, werden in den Kreisseniorenheimen Führungen gemacht und der Kreisbauhof in Pürgen präsentiert Großgeräte, die unter anderem im Winterdienst eingesetzt werden.

Ein Gewinnspiel soll in die Außenstellen locken

Angeschlossen haben sich auch andere Organisationen: Der Bauernverband lädt in der Karwendelstraße ebenfalls zum Tag der offenen Tür ein und BRK, Polizei und ADFC sind auf dem Parkdeck des Landratsamtes mit Infoständen und Aktionen vertreten. Es gibt eine Fahrradwaschanlage und von Mitgliedern des Repair-Cafés werden Radl repariert. Hier und in anderen Bereichen kommen die Kleinen bei Hüpfburg, Torwandschießen und Papierhäuserbasteln auf ihre Kosten. Auch an Stände mit Essen und Trinken ist gedacht und ein Gewinnspiel soll Teilnehmer in mindestens drei Außenstellen locken.

Viel Geld für den Tag der offenen Tür

Der Tag der offenen Tür am 14. September ist ein „Riesenprojekt“, wie Wolfgang Müller sagt. Und kostet auch Geld: 100.000 Euro sind im Kreishaushalt eingeplant – eine Summe, die laut Eichinger auch eingehalten wird.

Bei den Haushaltsdebatten hatte dieser Posten zu Kritik geführt. Peter Noll von den Grünen hatte sich damals dagegen gewandt, so viel Geld auszugeben. „Wir sind einer der am höchsten verschuldeten Landkreise in Bayern“, sagt Peter Noll auf Nachfrage des LT. Grundsätzlich findet es Noll gut, dass sich die Behörde präsentiert. Er hatte damals beantragt, dass der Betrag halbiert wird, was jedoch mehrheitlich abgelehnt wurde.

Eichinger rechtfertigt die Kosten

Give-aways, Marketing, Stromleitungen legen, Shuttlebus-Service – das alles sind Kostenfaktoren. „Rechnen Sie 2000 bis 3000 Euro pro Sachgebiet“, erläutert Thomas Eichinger, dass schnell eine größere Summe zusammenkommt. Jedes der Sachgebiete sei wie ein kleines Dienstleistungsunternehmen, sagt der Landrat. Er findet es richtig, dass sich diese Abteilungen präsentieren: „Es ist wichtig, dass die Leute wissen, was wir machen.“ Und er bekennt, dass er selbst– obwohl er lange Jahre Kreisrat war – vor seiner Tätigkeit als Landrat nicht alle Bereiche und Aufgabenstellungen genau gekannt habe.

Müller lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt und spricht davon, dass ihm die Aufgabe „einen Riesenspaß“ mache. Landrat Eichinger und Pressesprecher Müller sind gespannt, wie viele Besucher kommen werden. „Werden es 500 oder 2000?“ Bei schlechtem Wetter gebe es auch keinen Ausweichtermin. „Wir haben auf dem Parkdeck ein Zelt.“

Apropos Parken, das Parkdeck fällt ja weg: Besucher sollen ihre Fahrzeuge an der Bossewiese stehen lassen, Oldtimerbusse sind als Shuttle unterwegs und die Linie 30 des Stadtbusses fährt laut Müller halbstündlich. Der Sonderfahrplan wurde übrigens auch im Landratsamt ausgearbeitet: Hier sitzt mit dem Experten für den öffentlichen Personennahverkehr, Dietmar Winkler, das nötige Know-How. Wer sich über den Tag der offenen Tür informieren will: Es ist eine eigene Homepage in Entwicklung, die auch als App auf dem Mobiltelefon funktionieren soll.

Mehr zum Thema Umzug Landratsamt lesen Sie hier: Das wachsende Landratsamt Das Landsberger Jugendamt zieht um

Der Kommentar zum Thema: Tag der offenen Tür: Tolle Idee, aber so hohe Kosten?

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