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Landkreis Landsberg

25.08.2019

100 Kilometer Löwenmarsch: So ist es den Teilnehmern ergangen

Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch und Erna Stangl waren auch beim Löwenmarsch dabei.
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Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch und Erna Stangl waren auch beim Löwenmarsch dabei.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Auch aus dem Landkreis sind viele dem Aufruf von Ludwig Prinz von Bayern zu einer Spendenwanderung über 100 Kilometer gefolgt. Das LT war dabei und hat mit einigen gesprochen.

Es war eine große Herausforderung: Zu Fuß 100 Kilometer in 24 Stunden zurücklegen. Insgesamt 230 Frauen und Männer waren beim von Prinz Ludwig von Bayern organisierten Löwenmarsch dabei, nicht alle sind die komplette Strecke mitgelaufen. Auch LT-Redakteurin Stephanie Millonig hat sich der Herausforderung über einige Kilometer gestellt. Sie hat sich nicht nur Blasen gelaufen, sondern auch mit einigen Teilnehmern aus dem Landkreis gesprochen. Über Donnergrollen, die Suche nach dem richtigen Weg und eine private Spendenaktion.

„Ich liebe Afrika und war selbst schon in Kenia“, sagt Erna Stangl. Damit war es für die sportliche Uttingerin sofort klar, dass sie am „Löwenmarsch“ von Schloss Kaltenberg bis zum Schloss Hohenschwangau teilnimmt. Die Spenden, die über die Teilnehmer dieser 100-Kilometer-Wanderung eingenommen werden, sollen einem IT-Projekt in Kenia zugutekommen. Der Initiator ist Ludwig Prinz von Bayern, der selbst mehrere Monate des Jahres in Kenia lebt.

Ein Scheck vom Staatsminister

Afrikanisch-Bayerisch geht es übrigens schon bei der Eröffnung des Löwenmarschs in Kaltenberg los: Mit dem Spiel- und Musikverein Walleshausen und der Djembe-Percussion der Band Kitoko als musikalische Begleitung. Während sich die letzten Teilnehmer noch ihre Startnummern holen, erzählt Ludwig von Bayern von seinem Projekt und Staatsminister Florian Herrmann überreicht einen Scheck über fast eine halbe Million Euro. Mit einem lauten Böllerschuss geht es los, direkt aus der Ritterarena in Kaltenberg. LT-Redakteurin Stephanie Millonig begleitet den Löwenmarsch ein paar Kilometer und spricht mit einigen Teilnehmern aus dem Landkreis Landsberg.

100 Kilometer Löwenmarsch: So ist es den Teilnehmern ergangen

Einen sportlichen Ehrgeiz hat Erna Stangl nicht nur in Hinsicht auf die körperliche Anstrengung, sondern auch in Bezug auf die Spendensumme: „Ich habe alle meine „WhatsApp-Kontakte angeschrieben.“ 1300 Euro bekam die 56-Jährige so zusammen. Stand-up-Paddeln, Radeln und Bergsteigen, das sind die Sportarten, die sie normalerweise betreibt, aber keine Langstrecken-Wanderungen. „Einmal bin ich um den Ammersee gelaufen, das sind rund 50 Kilometer.“

"Wir wissen nicht, ob wir es schaffen"

Stephan Krebs aus Landsberg ist dagegen begeisterter Fernwanderer und ihn sprach das Entwicklungsprojekt „Learning Lions“ sofort an. In seiner Firma Nyquist Systems arbeitet seit 2018 ein Eritreer, Abdulahi Saleh, der mittlerweile zum 3-D-Konstrukteur ausgebildet wurde. Beide machen sich von Kaltenberg aus auf den Weg: „Wir wissen nicht, ob wir es schaffen“, so Krebs im Vorfeld, aber beide freuen sich, dabei zu sein. Die Strecke geht über Wirtschaftswege von Kaltenberg ans Ammersee-Westufer und dann von Dießen über Wessobrunn, Peiting, Steingaden nach Hohenschwangau.

An so mancher Weggabelung zeigt ein Löwenmarschplakat, welche die richtige Richtung ist. Wie man in Neugreifenberg am Besten die Autobahn unterquert, da hat Ludwig von Bayern einen Tipp von Bürgermeister Johann Albrecht bekommen. Das Gros der Wanderer ist zügig unterwegs, schließlich muss über große Strecken hinweg an die fünf Stundenkilometer schnell gegangen werden, will man die 100 Kilometer nebst Pausen in einem Zeitraum von 24 Stunden schaffen. Als schon recht flott empfinden Andrea Schwabbauer aus Kaltenberg und Helga Zahn aus Walleshausen die Geschwindigkeit. Die beiden Frauen sind bis Schondorf dabei.

"Man kommt in einen Flow"

Nicht nur der Staatsminister wandert bis St. Ottilien mit, auch Bundestagsabgeordneter Michael Kießling und mehrere Bürgermeister sind mit von der Partie: Josef Loy aus Eresing geht wie Wilhelm Lehmann aus Geltendorf bis nach St. Ottilien, Alexander Herrmann in seinen Heimatort Schondorf und auch Bürgermeister Herbert Kirsch wandert bis in die Marktgemeinde – immerhin fast 30 Kilometer.„Ich könnte noch weitermachen, aber ich bin am Sonntag auf dem Flohmarkt in Dettenhofen und werde den Kapellentag in Bierdorf eröffnen“, verrät er am Samstagabend beim Zwischenstopp des Löwenmarsches am MTV-Sportheim in Dießen. Kirsch freut sich, dass ihn Marco Rauch begleitet hat. „Man kommt in einen Flow“, erzählt Rauch über das Wandern auf langer Strecke. Beide erhalten in Dießen ihre Teilnahmemedaille.

Aus den Bergen ist am Samstagabend dunkles Donnergrollen zu hören, doch die Gewitter wandern Richtung Westen. Unter anderem das Rote Kreuz begleitet den Löwenmarsch. Jeder der Teilnehmer hat auf der Rückseite seiner Startnummer, die er um den Hals trägt, die Mobilnummer eines Ansprechpartners an jeder Station, sollte er Hilfe brauchen.

Viele nette Leute kennengelernt

„Irgendwann geht man nur noch automatisch“, verrät Erna Stangl am Sonntagmorgen am Telefon. In der Nacht sei es schon anstrengend gewesen, immer dem Lichtkegel zu verfolgen. Doch sie ist guten Mutes, auch die restliche Strecke zu bewältigen. Sie empfindet die lange Strecke nicht nur als sportlichen Weg, sondern ist auch kommunikativ unterwegs: „Ich habe viele nette Leute kennengelernt.“

„Ich bin ziemlich fertig“, sagt Stephan Krebs am Telefon, nachdem er in Hohenschwangau angekommen ist. „Aber wir haben es geschafft!“ Eine ganze Menge Blasen habe er sich gelaufen. Es sei sehr heiß gewesen während der Wanderung und man habe versucht, im Schatten zu gehen. Die 24 Stunden hätten er und Abdulahi Saleh für die Strecke auch gebraucht. „Alle sind glücklich angekommen und jetzt wird gefeiert“.

Mehr zum Thema: Prinz von Bayern wandert für Kenia 100 Kilometer durch die Region

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