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Kaufering

31.01.2020

100 Tage im Amt: Kauferings Bürgermeister zieht Bilanz

Kauferinsg Bürgermeister Thomas Salzberger ist seit 100 Tagen im Amt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Thomas Salzberger ist seit 100 Tagen Bürgermeister in Kaufering. Mit unserer Zeitung hat der 53-Jährige über seine Arbeitsbelastung, die Veränderungen in der Verwaltung und seine wichtigsten Projekte gesprochen.

Viele Jahre war Thomas Salzberger Gemeinderat in Kaufering, drei Mal hat er versucht Bürgermeister der Marktgemeinde zu werden, beim vierten Mal hat es geklappt. Jetzt ist der 53-Jährige 100 Tage im Amt. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen und über neue Projekte zu sprechen. Zum Beispiel über den M-Zweig an der Mittelschule oder Betreutes Wohnen in den Hochhäusern in der Albert-Schweitzer-Straße.

Herr Salzberger, wie haben Sie die ersten 100 Tage als Bürgermeister von Kaufering erlebt?

Thomas Salzberger: Der Abschied vom vorherigen Arbeitsplatz bei der Vergabestelle der Stadt Landsberg ging sehr schnell. Ich habe Montag meinen Schreibtisch geräumt und Dienstag um 7 Uhr als Bürgermeister in Kaufering angefangen. Ich habe inzwischen fast 200 Besprechungen gehabt, unter anderem mit Mitarbeitern aller Dienststellen, des Seniorenstifts und der Kommunalwerke.

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Und was nehmen Sie aus den Gesprächen mit?

Salzberger: Wünsche und Verbesserungsvorschläge. Manches davon lässt sich schnell erfüllen, bei anderen Projekten braucht es einen längeren Atem und man muss auch ehrlich sagen und begründen, wenn etwas nicht geht.

Themen im Wahlkampf waren auch die Personalwechsel in der Verwaltung der Marktgemeinde und der Frust der Mitarbeiter. Wie bewerten Sie die Situation aktuell?

Salzberger: Es sind über die Jahre immer mehr Aufgaben für die Verwaltung geworden, aber nicht mehr Personal. Teils blieb die Arbeit deswegen liegen. Bürgerfreundliches Arbeiten ist so nicht möglich. Wir haben im Personalstellenplan, dem der Marktgemeinderat noch zustimmen muss, zwei zusätzliche Stellen eingeplant. Eine soll in der Kämmerei entstehen und die andere im Bauamt. Im Bauamt gibt es zudem noch eine offene Stelle. Ich bin aber froh, dass die Stelle des Geschäftsstellenleiters seit Jahresbeginn wieder besetzt ist und ich dadurch entlastet werde.

Und was ist mit den Kommunalwerken? Der frühere Leiter und die Gemeinde haben sich Ende Juni getrennt.

Salzberger: Wir haben vor einigen Tagen Gespräche geführt. Es sind geeignete Kandidaten dabei gewesen. Natürlich haben die Bewerber Kündigungsfristen bei ihren bisherigen Arbeitgebern. Ich hoffe, die Stelle ist zum Juli wieder besetzt.

Welche Veränderungen haben Sie bislang in der Verwaltung vorgenommen?

Salzberger: Es sind teils ganz simple Dinge, dass es beispielsweise ein getrenntes Fach für den Posteingang und -ausgang gibt. Bisher ist die Post in bestimmten Bereichen im selben Fach gelandet. Zudem habe ich entschieden, dass die einzelnen Dienststellen benötigte Materialien nicht mehr selber bestellen, sondern alles zentral passiert, um bessere Konditionen zu bekommen, dank Rahmenverträgen mit den Lieferanten. Zudem arbeiten wir bei Auftragsvergaben mit der Stadt Landsberg zusammen.

Kaufering hat viele Großprojekte vor der Brust. Fürchten Sie, dass Ihnen irgendwann das Geld ausgeht?

Salzberger: Vieles ist in die Wege geleitet, wie der Neubau des Feuerwehrhauses, die Sanierung und Erweiterung der Kindertagesstätte Don Bosco und die Sanierung der Grund- und Mittelschule. Die Millionenkosten der jeweiligen Projekte sind allerdings relativ zu sehen. Es fließt teils auch eine sehr hohe Förderung. Die Projekte werden den Haushalt trotzdem stark belasten und wir müssen uns überlegen, wo wir sparen können und wo möglicherweise Gebühren erhöht werden müssen. Wir sind als Gemeinde verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten, beispielsweise bei den Friedhofsgebühren. Deswegen wurden diese vergangenes Jahr nach 14 Jahren erstmals wieder angehoben.

Sie haben die Mittelschule angesprochen Viele Mittelschüler besuchen derzeit die Schule in Weil. Sie wollen diese zurückholen. Wie ist der derzeitige Stand?

Salzberger: Ab dem Jahr 2021 soll es an der Mittelschule Kaufering wieder einen M-Zweig geben. Wir werden mit einer siebten Klasse starten, die dann die Mittlere Reife in Kaufering erwirbt.

Was ist aus Ihrer Sicht ein weiteres wichtiges Thema, um das Sie und der Gemeinderat sich kümmern müssen?

Salzberger: Definitiv das Thema Wohnraum. Wir müssen es schaffen, dass die jungen Menschen, Familien und Senioren bei uns bleiben und es bezahlbare Angebote gibt. Wir werden ein Punktesystem entwickeln für die Vergabe von Wohnungen und Bauplätzen. Wer in Kaufering arbeitet und lebt oder sich ehrenamtlich engagiert, dessen Chancen erhöhen sich. Im Blick haben müssen wir auch die ältere Generation. Ein Drittel der Bevölkerung ist 60 Jahre oder älter. Denkbar ist aus meiner Sicht, in den Hochhäusern neben dem Seniorenstift zwei oder drei Etagen für Betreutes Wohnen zu nutzen. Das würde kurze Wege fürs Pflegepersonal und die Essensversorgung bedeuten. Wir sind dazu in Gesprächen mit dem Besitzer, dem Landkreis. Die Signale sind positiv.

Wie viel Zeit bleibt Ihnen als Bürgermeister neben dem Beruf noch für die Familie und Hobbys?

Salzberger: Zwei meiner Kinder sind erwachsen. Unsere fünfjährige Tochter bringe ich morgens vor der Arbeit in den Kindergarten und gehe zwischendurch zum Abendessen heim, um meine Familie zu sehen. Ich schaffe es in den meisten Wochen, ins Fitnessstudio zu gehen. Die Arbeitsbelastung ist schon noch mal etwas höher, auch wenn ich vorher als Marktgemeinderat und Mitglied von Vereinen schon viel Zeit investiert habe. Vor allem an den Wochenenden sind es mehr Termine. Trotz Stresses ist es eine tolle Aufgabe.

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