Newsticker

US-Forscher: Weltweit eine Million Corona-Tote seit Beginn der Pandemie
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. 131 Künstler aus 75 Jahren

28.06.2009

131 Künstler aus 75 Jahren

Landsberg Es sei unmöglich, sämtliche Künstler der letzten 75 Jahre in der Region zwischen Ammersee und Lech zu zeigen, sagte Museumsleiterin Dr. Margarete Meggle-Freund bei der Eröffnung der Sonderschau "Eine Kunstgeschichte. Künstlerverbände zwischen Ammersee und Lech" im Neuen Stadtmuseum Landsberg. Das ist verständlich, schließlich hat die Kuratorin 350 Maler und Bildhauer gezählt.

Immerhin 131 von ihnen sind mit einem oder mehreren Werken in der Schau vertreten, deren Anlass der 75. Geburtstag der Künstlergilde Landsberg ist. Bei der Konzeption habe sie kaum stilistische Gemeinsamkeiten entdeckt, erklärte Meggle-Freund, sehr wohl aber bei den Motiven, mithilfe derer eine thematische Gliederung der Räumlichkeiten vorgenommen werden konnte.

Die Ausstellung zieht sich bis hinauf in den dritten Stock, zusätzlich mit einbezogen wurde das neue Rathausfoyer; dort sind Auseinandersetzungen der Künstler mit der Stadt zu sehen. Im Museum sind zusammengefasst: Gewässer, großformatige beziehungsweise kleinformatige Landschaften, Natura morte, Selbstporträts der Künstler, Vereinsgeschichten. Eine Abteilung ist Fritz Winter, dem wohl bekanntesten Mitglied der Künstlergilde gewidmet. Im Treppenhaus sind die Namen aller Künstler inszeniert.

Künstlergilde und RBK seien glänzende Aushängeschilder des Landkreises Landsberg, erklärte die Stellvertretende Landrätin und Vorsitzende des Freundeskreises Städtischer Museen, Ruth Sobotta. Um auch Kindern und Jugendlichen den Besuch der Schau zu ermöglichen, stelle der Landrat 1000 Euro für Fahrtkosten oder ähnliches zur Verfügung, so Sobotta.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Der Dießener Kunsthistoriker Dr. Thomas Raff beleuchtete in seinem Festvortrag zunächst Gründe für die Entstehung von Künstlergruppen und ging anschließend auf den Beginn der Künstlergilde Landsberg ein. "Ausgerechnet 1934, als viele Verbände verboten wurden oder sich auflösten, wurde die Künstlergilde gegründet." Interessanterweise seien in der Chronik ausschließlich Politiker als Gründer genannt. "Bodenständige Kunst sollte gefördert werden." Auch stecke in der Bezeichnung "Gilde" ein gewisses, der damaligen Ideologie angepasstes Pulver, so Dr. Raff.

Schwieriger Neubeginn nach dem Krieg

Nach dem Krieg, in einer schwierigen Zeit, habe der Verband seine arbeit wieder aufgenommen, mit wechselnden Vorsitzenden. Einer davon war der damalige Landrat Müller-Hahl. Mit dem CSU-Mann seien vor allem die jüngeren Künstler nicht zufrieden gewesen. Bei den konservativ ausgerichteten Mitgliedern wiederum habe sich das Verständnis für Fritz Winter in Grenzen gehalten.

Die Folgen: Der Vorsitzende trat zurück, die Gruppe spaltete sich, eine "Freie Kunstkompanie" unter der Leitung von Bertram Graf entstand. Die Gilde habe weiter auf Bewährtes gesetzt, Qualitätskontrollen seien meist unterblieben, die Ausstellungen wurden schlechter. "In diese Stimmung ist im Juni 1988 der RBK gegründet worden."

Die Schau sei ein spannendes Zeitdokument, an dem sich Schicksale, Erfolge und Misserfolge ablesen lassen, sagte Zweiter Bürgermeister Norbert Kreuzer, bevor er die Ausstellung offiziell freigab.

Das Landsberger Blockflötenquartett Tibia musa umrahmte den Festakt. Leiterin Susanna Ricchio hatte die Stückauswahl dem Motto der Schau angepasst. Musikalische Landschaftsmalereien wie "Asien" oder "Südamerika", ein meditierender "Eremit am Wasser", oder auch witzige Moderne wie "Pink Panther" oder "Türkischer Hummelflug" spielten die vier Jugendlichen für das Publikum, das sich vor allem aus Künstlern zu sammensetzte.

Öffnungszeiten Die Sonderausstellung "Eine Kunst-Geschichte. Künstlerverbände zwischen Ammersee und Lech" ist bis Sonntag, 28. November, zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 14 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag, 10 bis 17 Uhr.

Bei uns im Internet

Weitere Bilder in einer Galerie unter

landsberger-tagblatt.de/bilder

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren